Hermle-Aktie im Aufwind: Sollte man nach dem 15 %-Sprung noch kaufen?

Der deutsche Maschinenbauer Hermle (WKN: 605283), der zu den hochwertigsten seiner Branche zählt, bietet mit seinen Maschinen eine hohe Genauigkeit und Dauerfestigkeit sowie viele Automatisierungstools, die langfristig gefragt sind. Kurzfristig bleibt die Investitionszurückhaltung in der Industrie jedoch bestehen, vor allem in Deutschland. Überraschend kamen positive Impulse aus dem Ausland, sodass der konzernweite Bestelleingang um 4,7 % auf 353,0 Mio. Euro stieg.
Hermle profitiert von seiner internationalen Ausrichtung
Verantwortlich für diesen Anstieg waren fast ausschließlich neue Großprojekte aus dem Ausland mit einem Zuwachs von 17,2 % auf 255,8 Mio. Euro. Diese Aufträge stammen teilweise von Unternehmen mit Start-up-Charakter, was auf eine hohe Investitionsbereitschaft in neuen, oft internationalen Hightech-Segmenten hindeutet.
Gleichzeitig setzte sich die Investitionszurückhaltung in Deutschland ungebremst fort: Der Inlands-Auftragseingang sank um 13,2 % auf 97,2 Mio. Euro. Hermle führt dies auf die anhaltend unsicheren Rahmenbedingungen und die Erosion des Industriestandorts Deutschland zurück. Aufgrund der Diskrepanz beim Auftragseingang zwischen dem Inland und dem Ausland wird das Unternehmen unabhängiger von Deutschland.
Obwohl der Auftragseingang anstieg, führten die schwache Nachfrage in den vorangegangenen Quartalen sowie die schlechte Inlandsentwicklung zu einem Rückgang des realisierten Umsatzes und des Gewinns. Der Konzernumsatz verringerte sich um 10,0 % auf 327,3 Mio. Euro, im dritten Quartal sogar um 13,4 %. Dabei brach der Inlandsumsatz in den letzten neun Monaten um 32,5 % ein. Dieses Minus konnte nur teilweise durch ein leichtes Plus im Ausland (3,2 %) kompensiert werden. Positiv ist, dass das Servicesgeschäft weiter wächst und dies auch in Zukunft mit jeder ausgelieferten Maschine zunehmen sollte.
Die nahe Zukunft bleibt dennoch ungewiss
Aufgrund der geringen Auslastung, zunehmender bürokratischer Auflagen sowie Lohn- und Energiepreissteigerungen sank das Betriebsergebnis überproportional. Genauere Angaben macht das Management jedoch nicht.
Im vierten Quartal konnte durch die Aufträge die Kurzarbeit beendet werden. Insgesamt möchte man beim Umsatz knapp das Vorjahresniveau erreichen oder leicht darüber liegen. Der erwartete Rückgang des Betriebsergebnisses (EBIT) konnte auf 25 % bis 30 % begrenzt werden (zuvor wurden bis zu 80 % erwartet). Der starke Auftragsbestand von 124,4 Mio. Euro (im Vorjahr waren es 103,8 Mio. Euro) soll im vierten Quartal abgearbeitet werden. Deshalb wurde die Kurzarbeit bis zum Jahreswechsel temporär aufgehoben. Aufgrund des voraussichtlich niedrigen Auftragsbestands zum Jahresstart plant das Unternehmen allerdings bereits für das erste Quartal 2026 wieder Kurzarbeit und Bremstage.
Die langfristige Prognose für die Hermle-Aktie
Unabhängig von den kurzfristigen Schwankungen in der Maschinenbaukonjunktur bleibt Hermle langfristig gut aufgestellt: Die Automatisierung bleibt ein Wachstumstreiber. Die Fokussierung auf Automationslösungen und schlüsselfertige Systeme sichert die Position als Technologieführer. Der Bedarf an Automatisierung zur Steigerung der Produktivität ist weltweit hoch. Die Finanzlage ist weiterhin sehr solide, mit einer Eigenkapitalquote von über 70 %. Dies ermöglicht es, Investitionen in die Zukunft, wie die neue Großteileproduktion und das Anwendungszentrum, konjunkturunabhängig fortzusetzen.
Die erfolgreiche Erschließung von Auslandsmärkten, insbesondere in Nordamerika und Asien, wirkt als strategischer Stabilisator und gleicht die Schwächen der europäischen und deutschen Märkte aus.
Der Aktienkurs ist optisch sehr niedrig. Vor zwei Jahren konnte das Unternehmen noch eine Dividende von knapp 15 Euro je Hermle-Aktie zahlen. Bei dem heutigen Aktienkurs entspräche dies einer Dividendenrendite von 10 %. Wir sind zuversichtlich, dass Hermle so aufgestellt ist, dass eine Dividende von 15 Euro je Aktie auch in Zukunft möglich sein wird.
Was du über das Unternehmen wissen musst
Hermle operiert in zwei Sparten:
- Verkauf von Werkzeugmaschinen und Ersatzteilen: Das Unternehmen bietet hochwertige Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. Hinzu kommen digitale Module und Automatisierungskomponenten.
- Service und Bildungsangebote: Darunter laufen vor allem Ausbildungsleistungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Maschinen.
Damit die Hermle-Aktie langfristig wieder stark performen kann, muss das Unternehmen seinen Qualitätsvorsprung halten und die Entwicklungen im Bereich der Automatisierung weiter vorantreiben. Wirtschaftskrisen und Rezessionen sind für Hermle kurzfristig schlecht, langfristig aber eine Chance, weil es in der Branche kein stabileres Unternehmen gibt.
Als größte Chance für die Hermle-Aktie sehen wir den demographischen Wandel und den Fachkräftemangel in den Industrieländern, der zu mehr Automatisierung führen wird. Disruptive Technologien zur Materialbearbeitung und bedeutende Fortschritte beim 3D-Druck sehen wir als größtes Risiko.
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