Kann sich die Straumann-Aktie mit dieser Wachstumsstrategie verdoppeln?

Schwarz-weißes Bild eines Bullen vor einem Aktienchart
Foto: Gerd Altmann via Pixabay

Unser Schweizer Spezialist für Zahngesundheit Straumann Holding AG (WKN: A3DHHH) hat seit unserer Empfehlung im September 2018 den Markt geschlagen. Für die Performance der Straumann-Aktie ist nicht zuletzt das operative Geschäft verantwortlich: Seit 2021 steht zu konstanten Wechselkursen ein organisches Umsatzwachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 16,2 % sowie eine EBIT-Marge von 32,4 % in den Büchern.

Die ausgewiesenen Zahlen (die durch den starken Franken negativ beeinflusst sind) ergeben ein Umsatzwachstum (CAGR) von 9 % sowie eine EBIT-Marge von 26 %.

Wie geht es bei der Straumann-Aktie weiter?

So weit, so gut. Für uns Investoren der Straumann-Aktie ist jedoch wichtiger, wie das Unternehmen nach vorn aufgestellt ist. Zu diesem Thema veranstaltete Straumann am vergangenen Dienstag einen Kapitalmarkttag, auf dem die mittelfristige Wachstumsstrategie bis 2030 vorgestellt wurde: mehr Marktanteile, höhere Profitabilität und stärkerer Cashflow. Das klingt erst einmal nicht schlecht. Allerdings sind solche Buzzwords schnell dahingesagt. Wie aber sehen die konkreten Maßnahmen aus, die die Erreichung dieser Ziele sicherstellen sollen?

Das Zauberwort dazu heißt – Trommelwirbel – Digitalisierung. Straumann strebt auf der Basis seiner Plattform Straumann AXS eine führende Rolle in der Implantologie sowie in der Kieferorthopädie und Prothetik an.

AXS ist eine cloudbasierte digitale Plattform, in der alles zusammenläuft. Sie bildet das Rückgrat, das alle Kunden mit nahtlosen, datenbasierten Behandlungsschritten verbindet und so ein einheitliches, durchgängiges Behandlungserlebnis ermöglicht. Alle Daten werden an diesem Ort gespeichert, beginnend beim Scan des Gebisses des Kunden. Die Ergebnisse der SIRIOS-Intraoralscanner führen direkt in die Straumann-AXS-Plattform und erleichtern zuverlässig die Diagnose, Planung und Behandlung.

Indem Straumann AXS Geräte, Software und Services in einer einzigen vernetzten Umgebung verbindet, entsteht eine skalierbare Lösung mit mehr Effizienz im Praxisalltag.

Welche weiteren Innovationen plant Straumann?

Aber auch die drei großen Segmente von Straumann – das Kernsegment Implantologie, die Kieferorthopädie sowie die Prothetik – sollen dank Innovationen wachsen. Das Hochleistungs-Implantatsystem iEXCEL macht inzwischen 20 % des Premiumgeschäfts von Straumann aus und wird von Ärzten wie Patienten gut angenommen. Im Segment mit günstigeren Lösungen wachsen die Challenger-Marken, indem sie durch geografische Expansion den Zugang zu hochwertiger Implantologie in unterversorgten Märkten ermöglichen.

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Weltweit benötigen laut Straumann rund 220 Mio. Menschen eine Implantatbehandlung und können sie sich leisten, doch bisher erhalten nur etwa 16 Mio. pro Jahr ein Implantat. Hier gibt es also noch einiges an Wachstum zu erreichen.

Mit ClearCorrect hat Straumann in der Kieferorthopädie eine erfolgreiche Marke aufgebaut, unterstützt von einer digitalen Plattform, die eine KI-gestützte Behandlungsplanung und Fernüberwachung (Remote Monitoring) ermöglicht. Die im Oktober 2025 geschlossene Partnerschaft mit dem chinesischen Anbieter von transparenten Alignern Smartee bringt mehr Flexibilität in der Produktion, Zugang zu neuen Technologien sowie niedrigere Kosten.

Und nicht zuletzt ist der globale Prothetikmarkt nach wie vor stark analog geprägt und fragmentiert, was entsprechend großes Potenzial für digitale Lösungen bietet. Auch hier ist der Scanner SIRIOS X3 der Einstiegspunkt in die Straumann AXS Plattform und ermöglicht Diagnose, Planung und Gestaltung. Lösungen wie UNIQ beschleunigen die Gestaltung und Herstellung von Restaurationen und reduzieren die Komplexität für Labore. Durch die Verbindung von Hardware, Software und Verbrauchsmaterialien in einem integrierten System möchte Straumann weitere Wachstumspotenziale erschließen und seine Position in der digitalen Zahnmedizin stärken.

Was das alles für die Straumann-Aktie bedeutet

Am Ende geht es Straumann darum, seine solide finanzielle Basis zu nutzen, um mit klaren Maßnahmen wie Innovation, Digitalisierung sowie einer verstärkten Produktion von Implantaten in China Wachstum zu erzielen und damit mehr Gewinn und auch mehr freien Cashflow zu erreichen. Bis 2030 plant Straumann ein Umsatzwachstum im Durchschnitt von etwa 10 % sowie eine durchschnittliche Verbesserung der Gewinnmarge (EBIT) um jährlich 40 bis 50 Basispunkte – unter der Voraussetzung konstanter Wechselkurse.

13+1 | RisikoReich

Das sind viele große Pläne, die Straumann da hat. Wir sehen das Unternehmen weiterhin aufgezeichnet aufgestellt und halten die angekündigten Maßnahmen für richtig und die Ziele für realistisch. Dennoch verlief in der Vergangenheit auch der Weg für Straumann nicht immer geradlinig – wir werden daher in den nächsten Quartalen sehen müssen, wie das Management die neue Strategie umsetzt.

Risiken und Chancen, die du vor einem Investment kennen musst

Das größte Risiko für die Straumann-Aktie sehen wir in der starken Regulierung der Endmärkte des Gesundheitswesens. Das sogenannte Volume Based Pricing (VBP) in China hat Straumann durch die senkende Wirkung auf die Verkaufspreise deutlich Umsatz gekostet. Nach der Umstellungsphase konnte Straumann, aufgrund der Umsetzungsstärke, aber auch wieder überdurchschnittlich stark davon profitieren.

Nächstes Risiko könnte sein, dass der chinesische Gesundheitsmarkt eine regionale Produktion vorschreibt. Wenn es bei der Voraussetzung einer chinesischen Produktion bliebe, könnte Straumann das einhalten. Wenn aber ausschließlich Unternehmen mit chinesischen Eigentümern akzeptiert werden, hätte Straumann ein Problem und würde das 2023 rund 260 Mio. Schweizer Franken starke Geschäft verlieren.

Auf der positiven Seite steht ein ordentliches organisches Wachstum. Straumann gewinnt in den wachsenden Märkten, auf denen man aktiv ist, zunehmende Marktanteile und kann so langfristig mit 10 % und mehr sowie äußerst profitabel wachsen. Langfristig ist das Gewinnwachstum der wichtigste Treiber für Aktienkurse. Die Straumann-Aktie wird da keine Ausnahme sein.

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