Kaufchance? Warum die Hypoport-Aktie gerade um 20 % fällt

Die Hypoport-Aktie (WKN: 549336) kommt aktuell auf keinen grünen Zweig, obwohl man einiges unternimmt. Stattdessen crashte der Kurs in den letzten beiden Tagen um rund 20 %.
Bevor wir uns die eher kurzfristig motivierten Gründe ansehen, werfen wir einen Blick auf die guten Nachrichten. So wurde im November ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 10 Mio. Euro angekündigt, über das zu den reduzierten Kursen viele Hypoport-Aktien eingesammelt werden können. Anfang Dezember wurde die Auffrischung des Markenauftritts verkündet, angefangen mit einem neuen Logo. Es ist eine Kombination aus schräg gestelltem H und einem Vierzackstern.
Letzterer soll wie der frühere vielzackige Stern für Innovation stehen, aber das Nordstern-Logo soll auch Klarheit, Exzellenzstreben und Verlässlichkeit ausdrücken. Zudem stehen die beiden Stelzen des H für die partnerschaftliche Zusammenarbeit, sowohl extern mit den Kunden, als auch intern bereichsübergreifend. Der Schritt folgt auf die Reorganisation der Segmente Anfang 2024, über die das Heben von Synergien über Wertschöpfungsketten hinweg erleichtert werden sollte.
Was Hypoport macht
Kern des Geschäfts ist der Geschäftsbereich „Insurance Platforms“ mit Technologie-Lösungen für Makler, Vertriebe und Versicherer. Im Dezember wurde auch gemeldet, dass CLARK, einer der führenden digitalen Versicherungsmakler, künftig auf die InsurTech-Plattform von Hypoport ziehen wird. Jetzt im Januar meldet Hypoport operative Kennzahlen und betont dabei, dass das Transaktionsvolumen in der privaten Immobilienfinanzierung auch in 2025 prozentual zweistellig gestiegen ist (+13 %).
Mit Smart Insur betreib Hypoport eine internetbasierte B2B-Plattform für tarifierbare Privat- und (Klein-) Gewerbeversicherungen. Ebenfalls zum Versicherungsbereich gehören zwei Servicegesellschaften und B2B-Plattformen für die Verwaltung von Industrieversicherungen (Corify) und betrieblichen Vorsorgeversicherungen (ePension).
Im Bereich „Financing Platforms” stellt Hypoport Lösungen für Ratenkredite (Europace, Dr. Klein Ratenkredit, Genoflex), Unternehmensfinanzierung (REM Capital, Fundingport, Hypoport B.V.) und die Wohnungswirtschaft bereit. Die Plattformen besitzen eine gemeinsame technische Infrastruktur als Basis.
Zu guter Letzt gehören „Real Estate & Mortgage Platforms“ (Europace, Finmas, Genopace, Dr. Klein Privatkunden, Qualitypool, Starpool, Baufinex,FIO Systems und Value AG) zum Geschäft von Hypoport. Das Berliner Fintech ist damit ziemlich breit aufgestellt.
Die Reaktion der Hypoport-Aktie
Die Aktienrückkäufe, das Rebranding und die CLARK-Partnerschaft sind erfreuliche Entwicklungen, die Investoren Mut machen sollten. Aber die positive Reaktion der Börse fiel aus. Stattdessen sackte der Kurs der Hypoport-Aktie erneut zweistellig ab. Der Grund ist in den vorläufigen Q4-Zahlen zu finden, die nicht überzeugen können. Bei Europace (-1 %) entsteht der Eindruck, dass Marktanteilsverluste zu beklagen sind. Das wäre tatsächlich bedenklich, da Hypoport bisher fast immer seine Marktposition ausbauen konnte, egal in welchem Umfeld.
Es könnte aber auch mit temporären Effekten zu tun haben. Bei Ratenkrediten spricht Hypoport von einem schwachen Gesamtmarkt wegen einer restriktiveren Kreditvergabe der Banken. Davon abgesehen läuft es in einigen kleineren Geschäftsbereichen weiterhin gut, darunter die Unternehmensfinanzierung (+148 %), die VALUE AG (+23 %) und Dr. Klein Wowi Digital (>50%).
Die Hypoport-Aktie war schon immer von hohen Schwankungen geprägt. Wir gehen davon aus, dass dieses Mal der Ausschlag nach unten übertrieben ist. Noch besser einschätzen können wir die Lage aber erst mit dem vollständigen Zahlenwerk am 16. März.
Unsere längerfristigen Gedanken
Hypoport vereint Versicherungs-, Kredit- und Immobilienplattformen unter einem Dach. Die größte Chance ist aus unserer Sicht, dass Hypoport derzeit seinen Marktanteil ausbaut und sich Nachfrage aufstaut, die sich in einem besseren konjunkturellen Umfeld auf einmal entladen kann. Davon erhoffen wir uns positive Impulse für die Hypoport-Aktie. Die hohe Kundenkonzentration, etwa auf die Sparkassengruppe, sehen wir als Risiko.
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