35 % unterm Allzeithoch: Ist die Netflix-Aktie jetzt ein Kauf?
Netflix (WKN: 552484) ist ohne jeden Zweifel der führende Akteur im Videostreaming. Der Pionier in diesem Markt konnte zuletzt mit 325 Mio. aktiven Abonnenten eigentlich eine starke Nutzerbasis vorweisen. Ein bemerkenswerter Einblick, zumal das Management diese Kennzahl eigentlich nicht mehr regelmäßig teilen wollte. Aber der Aktienmarkt konzentrierte sich nach dem Jahresbericht auf das Negative.
Netflix-Aktie: Warum ist der Markt so negativ?
Zu den Basiszahlen: Netflix überzeugt mit einem grundsoliden Wachstum. Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 17,6 % auf 12 Mrd. US-Dollar. Mit einem Nettoergebnis in Höhe von 2,42 Mrd. US-Dollar oder 0,56 US-Dollar je Netflix-Aktie übertraf das Management eigentlich die Erwartungen der Analysten. Der Wert lag zudem deutlich über dem Vorjahreswert von 0,43 US-Dollar je Aktie. Im Vorquartal hatte es noch einen Gewinneinbruch gegeben.
Für das Jahr 2026 stellt das Management außerdem ein weiteres Umsatzwachstum von 12 % bis 14 % in Aussicht, wobei ein Wert von über 50 Mrd. US-Dollar erreicht werden soll. Hier beginnt der Markt jedoch, skeptisch zu werden. Es ist anscheinend einfach zu wenig.
Dabei übersieht der Markt jedoch die positiven Aspekte: Netflix wächst auch im Kerngeschäft konsequent. Die Nutzeraktivität wuchs beispielsweise um 2 %. Das ist nicht viel. Es zeigt jedoch, dass die eigenen Nutzer im Bestand ebenfalls konsequent mehr Zeit im Ökosystem verbringen. Auch der freie Cashflow von 1,8 Mrd. US-Dollar im vierten Quartal ist ein gutes Zeichen. Der Wert zeigt, dass der Streaming-Pionier selbst im stets schwachen Jahresendspurt Mittelzuflüsse verzeichnen kann.
Zudem sieht das Management auch heute noch Chancen. So möchte man über Tiktok-ähnliche Kurzclips den Nutzern einen Einblick in Sendungen und Content ermöglichen. Dadurch soll die Nutzeraktivität weiter erhöht werden. Anhand der Titel kann man schließlich kaum darauf schließen, ob eine Serie etwas für einen ist.
Das große Potenzial: Die Time Warner-Übernahme
Die große Chance für Netflix besteht aber nach wie vor in der Übernahme von Time Warner. Es ist ein wichtiges, strategisches Ziel für den Streaming-Pionier, sie im Jahre 2026 zu finalisieren. Die jüngsten Zahlen zum vierten Quartal unterstreichen jedoch ein weiteres Mal, wie sehr sich der Streaming-Pionier dafür verausgabt: Bei einem operativen Cashflow in Höhe von ca. 10,9 Mrd. US-Dollar im Gesamtjahr 2025 wird es nach heutigem Stand bis zu einem Jahrzehnt benötigen, ehe die Transaktion wieder erwirtschaftet ist.
Durch Wachstum kann Netflix das womöglich auf fünf bis sieben Jahre verkürzen. Zumal die Bilanz mit ca. 9 Mrd. US-Dollar in Cash zwar eigentlich solide ist. Aber eben nicht ausreichend stark, um Time Warner direkt über einen All-Cash-Deal zu finanzieren. Die Inhalte von Time Warner sollten aber exakt das angestrebte Wachstum ermöglichen, ansonsten sprechen wir von einem sehr teuren Fehler.
Zumindest die Netflix-Aktie wird derzeit wieder etwas preiswerter. Zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nun wieder unter 35 halten wir die Aktie für spannend. Aber es ist eine bewegende Zeit, in der sich der Streaming-Platzhirsch befindet. Wir glauben zwar, dass die Chance bei dem anhaltend profitablen Wachstum überwiegt. Werden Netflix aber bei der Übernahme von Time Warner sehr eng im Auge behalten.
Die Chancen und Risiken der Netflix-Aktie
Die größte Chance: Netflix sollte das Ökosystem der Unterhaltungsindustrie mit einem klaren Fokus auf TV-Streaming sein. Perspektivisch könnten noch Gaming und andere Bereiche dazukommen. Wachstumsmöglichkeiten sind weiterhin vorhanden, insbesondere in Europa, Asien und Lateinamerika. Zudem wächst Netflix mittlerweile profitabel. Steigende Ergebnisse und wachsende freie Cashflows könnten konsequent zu einer Neubewertung der Aktie führen. Netflix zeigt derzeit eine Wachstumsbeschleunigung aufgrund des Aufbrechens des Account-Sharings. Das kann ein Katalysator sein, der mittelfristig deutliches Wachstum bringt.
Das größte Risiko: Der Streaming-Markt fragmentiert sich zunehmend. Gleichzeitig muss Netflix in eigenen Content investieren, um up-to-date zu bleiben und die Mitglieder zu halten. Das funktioniert, belastet jedoch aufgrund hoher Investitionen die Profitabilität. Einige Studios können hingegen auf bereits gereifte Franchises zurückgreifen, was ein Vorteil ist. Netflix muss mit Trial-and-Error Erfolgsformate wie Stranger Things hervorbringen. Dazu besteht die Sorge, dass Piraterie im Content-Bereich das Geschäft ebenfalls belasten könnte.
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