ASML-Aktie: +100 % seit August – was außer KI hinter dem Höhenflug steckt
ASML (WKN: A1J4U4) zählt zu den weltweit führenden Technologieunternehmen und ist diesbezüglich die Speerspitze Europas. Das Unternehmen ist zwar zyklischen Geschäftsverläufen unterworfen, arbeitet sich aktuell jedoch eindrucksvoll aus dem Zyklustal heraus. In den letzten 10 Jahren ist die ASML-Aktie sogar um stolze 1.360 % gestiegen. Wie sieht der Ausblick für die Zukunft aus – auch im Kontext der aktuellen Aktienbewertung?
ASML-Aktie: Das Gewinnwachstum treibt den Kurs
Die operativen Erfolge und der massive Auftragseingang untermauern die Marktführerschaft des niederländischen Lithografie-Giganten, doch das Management bleibt bei seiner Prognose auffallend bodenständig. Mit 327 verkauften Lithographiesystemen erzielte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 32,7 Mrd. Euro und einen Gewinn je ASML-Aktie von 24,71 Euro. Damit hat ASML im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzanstieg von 15,7 % und einen Gewinnanstieg von 28,5 % erzielt. Auf Sicht der letzten zehn Jahre ist die Bilanz sogar noch eindeutiger, wie der interaktive Chart von aktien.guide zeigt:

Besonders das vierte Quartal stach heraus: Mit einem Auftragseingang von 13,2 Mrd. Euro (davon mehr als die Hälfte für EUV-Systeme) statt 7,1 Mrd. Euro im Vorjahr stieg der gesamte Auftragsbestand auf knapp 39 Mrd. Euro. Damit ist ASML für das gesamte kommende Jahr theoretisch bereits „ausverkauft”.
Der Umsatz konnte im vierten Quartal um 29,3 % gegenüber dem Vorquartal und um 4,9 % gegenüber dem Vorjahr zulegen, ebenso wie der Gewinn je ASML-Aktie um 33,9 % gegenüber dem Vorquartal und um 7,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der Vergleich der Umsatz- und Gewinnentwicklung zeigt, dass das Geschäftsmodell hochskalierbar ist und der Gewinn bei zunehmender Nachfrage überproportional wächst.
ASML: Die neue Jahresprognose leidet unter dem China-Kater
Denn das Unternehmen peilt für 2026 einen Umsatz zwischen 34 Mrd. Euro und 39 Mrd. Euro an. Angesichts des starken Ausblicks für das erste Quartal von 8,2 Mrd. Euro bis 8,9 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,74 Mrd. Euro) wirkt das untere Ende der Jahresprognose beinahe bescheiden. Dahinter steckt jedoch Kalkül: In den Jahren 2024 und 2025 profitierte ASML von Vorratskäufen chinesischer Kunden, die sich gegen drohende Exportbeschränkungen wappneten. Für 2026 erwartet das Management nun einen deutlichen Rückgang des China-Geschäfts. Der Umsatzanteil soll grob von 33 % auf 20 % sinken.
Hinzu kommt, dass die Einführung der neuen High-NA-EUV-Systeme (Kostenpunkt: ca. 350 Mio. Euro pro Stück) technologisch extrem anspruchsvoll ist. ASML rechnet hier eher vorsichtig, um mögliche Verzögerungen bei der Umsatzrealisierung abzufangen.
Das Verhalten der Kunden – darunter Foundries wie TSMC sowie Speicherhersteller wie Samsung, Micron und SK Hynix – hat sich gewandelt. Während der Markt für PCs und Smartphones moderat ist, gibt es bei der KI-Infrastruktur kein Halten mehr. Die Kunden reservieren Kapazitäten weit im Voraus, da die Produktion von KI-Beschleunigern eine deutlich höhere „Lithografie-Intensität” erfordert, d. h., es werden schlicht mehr Belichtungsschritte pro Chip benötigt. Dies treibt insbesondere die Nachfrage nach EUV- und den neuen High-NA-Systemen.
Die ASML-Aktie liefert Cashflow- und Dividendenwachstum
Trotz hoher Investitionen in Forschung und Produktion ist und bleibt ASML eine Cash-Maschine. Im letzten Quartal, das für den Cashflow von großer Bedeutung ist, erzielte das Unternehmen einen freien Cashflow von 10,9 Mrd. Euro und steigerte den Wert um 23,8 % im Vergleich zum Vorjahr.
Diese positive Entwicklung und die mittelfristig stabile Kundennachfrage haben das Management dazu veranlasst, eine Dividende von 7,50 Euro je ASML-Aktie vorzuschlagen. Das entspricht einem satten Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich unterstreicht das Aktienrückkaufprogramm von bis zu 12 Mrd. Euro das Vertrauen des Managements in die eigene Unterbewertung und die langfristige Cashflow-Generierung.
Der langfristige Blick
Der Blick von ASML reicht weit über das Jahr 2026 hinaus. Das Unternehmen bekräftigte sein Ziel, bis 2030 einen Jahresumsatz zwischen 44 und 60 Mrd. Euro bei einer Bruttomarge von bis zu 60 % zu erreichen. Die gesamte Branche sieht den KI-Trend mittelfristig bestätigt und steuert auf Wachstum zu.
Da ASML der weltweit einzige etablierte Anbieter von EUV-Lithografie ist, ist das Unternehmen nicht nur Teilnehmer, sondern Ermöglicher dieses Wachstums. Ohne ASML-Maschinen sind Fortschritte bei 2-Nanometer-Prozessen oder leistungsfähigeren Speichermodulen (HBM) nicht möglich. ASML nutzt das Jahr 2026 als Brückenjahr, um die Abhängigkeit von China zu reduzieren und den Sprung zur nächsten Technologiestufe (High-NA) zu schaffen. Die Prognose mag konservativ erscheinen, doch die fundamentale Story – angetrieben durch KI und massive Kapitalrückführungen – bleibt intakt.
Die ASML-Aktie ist aktuell mit einem KGV von knapp 49 bewertet. Wenn das Wachstum und die Skalierungsfähigkeit beibehalten werden, kann das KGV schnell sinken. Deshalb halten wir die ASML-Aktie noch für fair bewertet.
Was du vor einem Investment in die ASML-Aktie wissen solltest
Die größte langfristige Chance für die ASML-Aktie liegt in der steigenden Nachfrage nach Halbleitern. Hochleistungsrechner, autonomes Fahren und künstliche Intelligenz treiben die Nachfrage nach ASML-Maschinen. Die bewährte Zusammenarbeit zwischen Zeiss SMT, Trumpf und ASML bringt das Unternehmen in eine hervorragende Position.
Das größte Risiko für die ASML-Aktie könnte von einem Wirtschaftskrieg zwischen China und den USA ausgehen. Die Exportbeschränkungen nach China sind bereits jetzt spürbar und führen entweder zu Hamsterkäufen chinesischer Unternehmen oder zu Exportverboten für einzelne Module. Hinzu kommt, dass neue Konkurrenten die Marktführung streitig machen könnten.
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