Zu teuer oder noch Chance? So erkennst du, ob deine Aktie überbewertet ist!
Steigende Kurse lösen bei Anlegern nicht nur Freude, sondern oft auch Skepsis aus. Je höher der Preis, desto drängender die Frage, ob der Markt bereits zu viel Optimismus eingepreist hat.
Eine Überbewertung ist dabei kein emotionales Gefühl, sondern das Ergebnis einer nüchternen Analyse. Um zu verstehen, ob eine Aktie noch Potenzial besitzt oder bereits an der Grenze ihrer fairen Bewertung angekommen ist, muss man tiefer blicken als nur auf den reinen Kursverlauf.
Der innere Wert als zentraler Maßstab
Im Kern jeder Bewertung steht der innere Wert eines Unternehmens. Dieser ergibt sich vereinfacht gesprochen aus den künftig erwarteten Zahlungsströmen, die auf den heutigen Zeitpunkt abgezinst werden.
Je stabiler, planbarer und wachstumsstärker diese Cashflows sind, desto höher darf die Bewertung ausfallen. Allerdings dürfte sich der Blick in die Zukunft als äußerst schwierig erweisen und individuell unterschiedlich ausfallen. Bereits kleine Änderungen bei Wachstumsraten oder Kapitalkosten können große Bewertungsunterschiede erzeugen.
Dennoch gilt eine Aktie dann als überbewertet, wenn der aktuelle Marktpreis deutlich über dem realistisch begründbaren inneren Wert liegt. Das Problem liegt also weniger in der Methode als in den zugrunde liegenden Annahmen.
Erwartungen sind der wahre Preistreiber
Aktienkurse spiegeln dabei weniger die Gegenwart als vielmehr die Zukunft wider. Eine Überbewertung entsteht häufig dann, wenn die Erwartungen extrem einseitig sind.
Der Markt unterstellt dann dauerhaft hohes Wachstum, steigende Margen und ein günstiges Wettbewerbsumfeld, ohne mögliche Rückschläge ausreichend zu berücksichtigen. In solchen Fällen reicht bereits eine moderate Enttäuschung aus, um deutliche Kurskorrekturen auszulösen.
Entscheidend ist daher die Frage, ob ein Unternehmen seine ambitionierten Erwartungen realistisch erfüllen kann oder ob bereits ein perfektes Szenario eingepreist ist. Meist scheitern Investoren an dieser Aufgabe aus psychologischen Gründen.
Kennzahlen richtig einordnen
Bewertungskennzahlen entfalten ihre Aussagekraft nur im Kontext. Ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis ist beispielsweise weder gut noch schlecht, sondern lediglich ein Signal für hohe Gewinnerwartungen.
Relevant ist der Vergleich mit der eigenen Historie, der Branche und dem allgemeinen Zinsniveau. In Phasen niedriger Zinsen akzeptiert der Markt höhere Bewertungen, da zukünftige Gewinne weniger stark abgezinst werden und die Risikobereitschaft deutlich gestiegen ist. Steigen die Zinsen, schrumpft dieser Spielraum spürbar.
Risiken und Sicherheitsmargen nicht ignorieren
Eine fundierte Bewertung berücksichtigt stets auch Risiken. Zyklische Abhängigkeiten, regulatorische Eingriffe oder technologische Umbrüche können Geschäftsmodelle schneller verändern, als prognostiziert wurde.
Um eine Überbewertung zu erkennen, sollte geprüft werden, ob der Aktienkurs noch eine Sicherheitsmarge enthält. Fehlt diese vollständig, wird selbst ein solides Unternehmen zur riskanten Investition.
Eine Aktie ist also nicht dann überbewertet, wenn sie teuer wirkt, sondern wenn sie keinen Raum mehr für Fehler lässt.
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