Diese Rule-of-40-Aktie gibt es zum Kurs-Cashflow-Verhältnis von nur 12

monday.com (WKN: A3CR1P) ist ein Softwareunternehmen, das eine Plattform für Projektmanagement, Zusammenarbeit und Arbeitsprozesse anbietet. Für langfristig orientierte Anleger ist die Monday-Aktie interessant, da das Unternehmen stark wiederkehrende Umsätze erzielt, einen sehr profitablen Cashflow erwirtschaftet und seine Plattform konsequent um KI-Funktionen erweitert.
Die Gründe für den Kurssturz der Monday-Aktie
Nach der Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal 2025 verlor die Monday-Aktie rund ein Fünftel an Wert. Das ist ein harter Rückschlag, vor allem weil sich das Papier bereits seit dem vergangenen Jahr in einem Abwärtstrend befindet und seit Jahresbeginn etwa 50 % eingebüßt hat. Blickt man rein auf den Kursverlauf, könnte man fast meinen, dass das Unternehmen keine Zukunft mehr hat.
Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist ein bestimmtes Marktnarrativ: Viele Anleger glauben, dass monday.com in einer Welt, die zunehmend von KI-Agenten geprägt wird, nicht mithalten kann. Dabei haben wir bereits im letzten Quartalsupdate darauf hingewiesen, dass das Unternehmen selbst massiv in künstliche Intelligenz investiert. Mit der sogenannten Agent Factory wird monday.com noch 2026 ein Produkt anbieten, mit dem Kunden eigene KI-Agenten erstellen und einsetzen können. Eigentlich müsste das Unternehmen also von der aktuellen Entwicklung profitieren. Offenbar zweifelt der Markt jedoch daran, ob monday.com mit großen Anbietern wie Google bei KI-Agentenlösungen konkurrieren kann, und traut den eigenen Ambitionen des Unternehmens nicht vollständig.
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt jedoch ein anderes Bild. Die Ergebnisse fielen besser aus als vom Unternehmen selbst prognostiziert.
Die wichtigsten Zahlen von monday.com
Im vierten Quartal 2025 steigerte monday.com den Umsatz um 25 % auf 334 Mio. US-Dollar. Die Kundenbindungsrate (Net Dollar Retention) lag bei 110 % über alle Kundengruppen hinweg. Das bedeutet, dass Bestandskunden im Schnitt 10 % mehr Geld ausgaben als im Vorjahr. Da die Profitabilitätskennzahlen nach GAAP noch schwanken, lohnt sich ein Blick auf den freien Cashflow. Hier überzeugte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 mit einer starken freien Cashflow-Marge von rund 25 %.
Der Haken liegt beim Ausblick. Sowohl die Prognose für das erste Quartal 2026 als auch für das Gesamtjahr 2026 enttäuschte den Markt erneut. Das Management ist dafür bekannt, sehr konservative Prognosen abzugeben, die später meist übertroffen werden. Offenbar reicht das vielen Investoren der Monday-Aktie nicht aus. Die Sorge ist, dass die KI-Revolution monday.com langfristig disruptieren könnte und es schwieriger wird, neue Kunden zu gewinnen.
Für das erste Quartal 2026 erwartet monday.com einen Umsatz zwischen 338 und 340 Mio. US-Dollar, was einem Wachstum von rund 20 % entspricht. Für das Gesamtjahr 2026 stellt das Unternehmen einen Umsatz von 1.452 bis 1.462 Mio. US-Dollar in Aussicht, was einem Wachstum von etwa 18 bis 19 % entspricht.
Das Wachstum verlangsamt sich also tatsächlich. Aus unserer Sicht macht das monday.com aber noch lange nicht zu einer Problemaktie. Das Unternehmen ist sehr erfolgreich beim Upselling und schafft es, größere Kunden auf die Plattform zu holen oder die Ausgaben bestehender Kunden deutlich zu erhöhen. Die Anzahl der Kunden mit mindestens 50.000 US-Dollar jährlich wiederkehrendem Umsatz stieg von 3.201 Ende 2024 auf 4.281 Ende 2025.
Diese Indizien deuten darauf hin, dass der Wachstumstrend stimmt
Auch wenn das Umsatzwachstum etwas nachlässt, zeigt das Auftragsbuch (Remaining Performance Obligations) eine deutlich bessere Dynamik. Dieses wuchs im Jahresvergleich um 37 % auf 839 Mio. US-Dollar.
Die KI-Lösungen von monday.com werden bereits gut angenommen. Das Produkt monday vibe erreichte innerhalb von nur zweieinhalb Monaten ein jährlich wiederkehrendes Umsatzvolumen (ARR) von über 1 Mio. US-Dollar. Das ist im Verhältnis zur Unternehmensgröße noch kein großer Betrag, aber ein wichtiges Signal. Das Unternehmen hat diese Lösung früh auf den Markt gebracht und sich bereits mit KI beschäftigt, bevor das Thema unter Schlagzeilen wie „AI eats SaaS“ die sozialen Medien dominierte.
Während monday vibe bereits verfügbar ist, sollen monday agents und monday workflows erst später folgen. Die KI-Agenten befinden sich derzeit in der Beta-Phase und sollen voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2026 vollständig ausgerollt werden.
Wie wir nun über die Monday-Aktie denken
Wir halten es für normal, dass neue Produkte in einem sich stark verändernden Markt nicht sofort massive Umsatzsprünge liefern. Unternehmen brauchen Zeit, um neue Lösungen zu testen und in ihre Prozesse zu integrieren. Das größere Wachstumspotenzial dürfte daher eher ab 2027 und darüber hinaus sichtbar werden.
Hinzu kommt, dass die KI-Dienste nutzungsbasiert abgerechnet werden. Dieses Pay-as-you-go-Modell bietet Kunden maximale Flexibilität. Gleichzeitig bedeutet es, dass Umsätze nicht sofort sprunghaft ansteigen, sondern sich kontinuierlich über die Zeit aufbauen.
Auf Basis der aktuellen Marktkapitalisierung und des freien Cashflows aus dem Jahr 2025 liegt das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) bei rund 12. Für ein Unternehmen, das weiterhin die Rule of 40 erfüllt, wirkt die Bewertung damit sehr attraktiv. Der interaktive Chart von Aktien.guide zeigt, wie sehr Aktienkurs (blau) und Free Cashflow je Aktie (gelb) seit Anfang 2025 auseinanderlaufen.

Diese Risiken und Chancen von monday.com solltest du kennen
Mit dem Ausweiten seiner Produktpalette dringt monday.com aktuell in ein Haifischbecken ein, in einige große Player tätig sind – man denke allein an den CRM-Markt mit Wettbewerbern wie SAP. Monday.com muss weiterhin innovativ bleiben, dabei die Kosten für Entwicklung im Griff behalten und seinen Kunden echte Mehrwerte liefern. Das größte Risiko besteht darin, dass monday.com Neukunden (vor allem große Kunden) mit zu hohen Versprechen anwirbt, aber dann wieder verliert, weil die Produktsuite beispielsweise noch nicht mit dem innovativen Konkurrenten HubSpot mithalten kann.
Auf der anderen Seite ist monday.com noch ein verhältnismäßig kleiner Player in einem riesigen Markt. Das Unternehmen verfügt im Moment über hervorragende Voraussetzungen, weiter stark zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen, während es bereits an der Schwelle zur Profitabilität wirtschaftet.
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