Fast 3 % Dividendenrendite – Passt diese Aktie in dein Depot?
Der Einzelhandel in Deutschland gilt als schwieriges Terrain mit hartem Wettbewerb, preisbewussten Kunden und dünnen Margen. Darum sind hierzulande nicht viele Aktien aus dieser Branche an der Börse notiert.
Die einzige heimische Baumarkt-Kette, deren Aktien handelbar sind, ist die Hornbach Holding (WKN: 608340). Anfang Februar hatte ich Gelegenheit, auf den Hamburger Investorentagen mit Vertretern des Familienunternehmens zu sprechen. Dabei wollte ich vor allem Informationen zur Zukunft sammeln und herausfinden, ob die Aktie ein interessantes Investment ist. Dazu werde ich am Ende etwas schreiben. Lass uns zunächst einen Blick auf das Unternehmen werfen.
Der Projektbaumarkt
Die Baumarkt-Kette Hornbach geht auf einen 1877 gegründeten Handwerksbetrieb zurück, den Wilhelm Hornbach im Jahre 1900 durch eine „Baumaterialien-Handlung“ erweiterte. Heute betreibt das Unternehmen 176 Märkte in neun europäischen Ländern. Die Familie Hornbach besitzt 37,5 % der Aktien, hält jedoch über eine KGaA-Struktur alle Fäden in der Hand.
Was ist jetzt das Besondere an der Kette? Wie unterscheidet sich Hornbach von Wettbewerbern wie Bauhaus, OBI und Co.? Die Pfälzer haben sich als „Projektbaumarkt“ aufgestellt und als Zielgruppe Handwerker und erfahrene Hobby-Heimwerker ausgesucht. Natürlich werden auch Kunden bedient, die „nur“ mal ein Werkzeug oder einen Kleber brauchen. Bevorzugt werden jedoch Handwerker, die ein Projekt durchführen – etwa einen Badumbau oder die Neugestaltung des Gartens.
Dazu finden sie bei Hornbach alle Produkte aus einer Hand, können sie online bestellen und am nächsten Tag fertig abholen, um sofort auf der Baustelle loslegen oder weitermachen zu können. In den Hornbach-Filialen findet man daher auch nur wenig Deko-Produkte, sondern mehr „Handfestes“. Durch Hornbachs „Every-Day-Low-Price“-Garantie, mit der die Preise der Konkurrenz nicht überschritten werden, können sich die Kunden sicher sein, auch ohne große Recherche die besten Preise zu bekommen.
Diese Aufstellung führt dazu, dass Hornbach mit durchschnittlich rund 12.000 Quadratmetern größere Märkte betreibt als die Konkurrenz. Der Umsatz von 2.849 Euro je Quadratmeter war 2024 auch höher als beim Wettbewerb.
Das Familienunternehmen
Wie schon gesagt, bestimmt Familie Hornbach das Geschehen. Wenn du schon länger bei der Aktienwelt360 dabei bist, dann weißt du, dass wir diese Konstellation sehr schätzen. Familien denken in der Regel in Generationen und nicht nur von Quartal zu Quartal. Daher treffen sie Entscheidungen langfristig – genau diese Maßstäbe legen wir bei unseren Investments auch an. Durch den hohen Aktienanteil sitzen wir als Kleinaktionäre mit der Familie in einem Boot und haben dieselben Interessen.
Die Beteiligung der Familie sehen wir auch im täglichen Geschäft. Per Ende September 2025 betrug der Anteil des Eigenkapitals 47,1 %, das ist ein ausgezeichneter Wert. 61 % aller Baumärkte befinden sich im Eigentum des Unternehmens, nur 37 % sind gemietet. Wir haben es bei Hornbach also mit einer enormen Substanz zu tun.
Für das am 28. Februar endende Geschäftsjahr 25/26 erwartet Hornbach einen Umsatz von etwa 6,2 Mrd. Euro sowie einen Gewinn je Aktie von ungefähr 8,80 Euro. Bei einem aktuellen Börsenkurs von 83,30 Euro entspricht dies einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 9,5.
Die Dividende
Seit dem Börsengang 1987 hat Hornbach 38 Jahre eine Dividende mindestens auf dem Niveau des Vorjahres gezahlt. Zuletzt waren es 2,40 Euro je Aktie, was einer Dividendenrendite von derzeit rund 2,9 % entspricht.
Zugleich liegt die Ausschüttungsquote – also der Teil des Gewinns, der ausgeschüttet wird – nur bei knapp 30 %. Das lässt noch Luft für Dividendensteigerungen, auch wenn das Geschäft mal schlechter laufen sollte.
Mein Fazit zur Aktie von Hornbach
Wie sieht nun also meine Einschätzung zu der Aktie aus? Ohne Frage haben wir es hier mit einem soliden Unternehmen zu tun. Baumärkte sind zudem relativ unabhängig von der Konjunktur: Auch wenn die wirtschaftliche Situation schwierig ist, schwanken die Umsätze und Gewinne nicht so stark. Hornbach blieb während der Coronapandemie nicht nur profitabel, sondern konnte seinen Umsatz auf vergleichbarer Fläche sogar kräftig (und dauerhaft!) steigern.
Die Digitalisierung sowie die regelmäßige Eröffnung neuer Märkte (in diesem Jahr in Serbien als zehntem Land) sollten für ein kontinuierliches Wachstum sorgen. Der Ausbau von Netzwerken, etwa der Vermittlung von Handwerkern an Kunden, die nicht selbst Hand anlegen können oder wollen, soll für weitere Kundenbindung sorgen.
Dennoch muss man einfach sagen: Hornbach ist solide, aber eben auch nicht mehr. Der harte Wettbewerb begrenzt vor allem im Stammmarkt Deutschland die Erträge. Das Wachstum nach vorn ist vorhanden, allerdings eher behutsam und mit Augenmaß, wie es sich für ein Familienunternehmen gehört.
Hohe Kurszuwächse sind von der Aktie eher nicht zu erwarten. Wer jedoch nach einem guten Baustein für sein Projekt „Dividendendepot“ sucht, wird bei Hornbach fündig.
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Offenlegung: Peter Roegner besitzt keine der im Text genannten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
