Qualität zum Sonderpreis: Die SAP-Aktie ist 40 % billiger als vor einem Jahr

Bild: Tumisu via Pixabay

SAP (WKN: 716460) ist längst viel mehr als ERP. Im Zuge der Cloud-Transformation ist der Walldorfer Konzern zu einem umfassenden Anbieter von plattformorientierter und KI-gestützter Unternehmenssoftware herangewachsen. Obwohl SAP sich operativ sehr stark entwickelt hat, halbierte sich der Kurs der SAP-Aktie über die vergangenen zwölf Monate.

Das hatte viel mit der allgemeinen Verunsicherung zu tun, wie sich die KI-Revolution auf etablierte Software-Anbieter auswirken würde in den kommenden Jahren. Was die kurzsichtigen Aussichten angeht, scheint SAP kräftig zu profitieren.

SAP-Aktie: Eigentlich alles in bester Ordnung?

CEO Christian Klein sprach von einem starken Jahresauftakt. Wie sich bereits durch den hohen Auftragseingang der Vorquartale angedeutet hat, wuchs das Cloudgeschäft im Q1 mit einer ansprechenden Rate von 27 %. Dass der Auftragsbestand um 25 % zulegte, spricht dafür, dass es auch künftig in ähnlichem Tempo weitergeht. Entsprechend verweist Klein auf Marktanteilsgewinne und die hohe Akzeptanz der neuen KI-Fähigkeiten.

Finanzchef Dominik Asam betont gleichzeitig, dass man im unsicheren Marktumfeld nicht nur das Wachstum im Blick hat, sondern auch die Kosten. Die operative Marge stieg von 25,9 auf 28,7 % und der Gewinn je SAP-Aktie legte immerhin um 9 % auf 1,66 Euro je Anteil zu. Das war mehr als von Analysten erwartet, aber die 5 % Kursplus der ersten Reaktion waren nur ein kleiner Hüpfer im Vergleich zum Kursrutsch der Vormonate.

Warum wuchs der Nettogewinn so viel langsamer als der Umsatz?

Eine Frage die sich stellt ist, warum der Nettogewinn nur mit 9 % zulegt, wenn doch der Cloudumsatz dreimal so stark wächst und zudem die Betriebsmarge steigt? Hier sind diverse Faktoren im Spiel:

  • Erstens hat SAP unter kräftigen Effekten aus der Währungsumrechnung gelitten, weshalb das berichtete Cloudwachstum nur bei 19 % liegt.
  • Gleichzeitig musste SAP aus rechtlichen Gründen das Servicegeschäft anpassen (-6 %),
  • während ein Teil des Cloudwachstums auf dem Schrumpfen des Lizenzgeschäfts basiert. Deshalb legte der Gesamtumsatz nur um 6 % zu.
  • Zudem ist das Finanzergebnis wegen verzerrender Effekte um 143 Mio. Euro schlechter ausgefallen als im Vorjahresquartal und
    die Steuern stiegen um 19 % auf 800 Mio. Euro.

Bereinigt um verzerrende Effekte und dank der durch Rückkäufe reduzierten Aktienzahl stieg der Nettogewinn um 20 % auf 1,72 Euro je SAP-Aktie. Und das Management hält den Druck hoch, um auch künftig expandieren zu können.


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Diese strategeischen Schritte geht SAP jetzt

Auf der Hannover Messe zeigte SAP mit Partnern, wie intelligente, vernetzte und datengetriebene Lösungen Fertigungsprozesse verbessern können. Agentische KI soll direkt mit Produktionsdaten arbeiten und die Maschinensteuerung unterstützen, um im Ergebnis ungeplante Ausfallzeiten, Ausschuss und Nacharbeiten zu reduzieren. Das digitale Zusammenwachsen von Lieferketten, Produktion und Verwaltung birgt große Potenziale für SAP.

Beim Thema Zukäufe bleibt CEO Christian Klein sich treu. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bill McDermott (heute CEO ServiceNow), der regelmäßig mehrere Milliarden für überteuerte Zukäufe ausgab, tätigt er keine Mega-Deals. Aber ab und zu ein passender Zukauf, um wichtige Fähigkeiten zu integrieren, das muss schon sein. Dieses Mal heißt das Zielobjekt Reltio. Damit will SAP in der Lage sein, seine KI Joule mit unternehmensweiten Daten zu füttern. Joule braucht vertrauenswürdige, harmonisierte Daten, um agentisch handeln zu können. Reltio ist darauf spezialisiert, Daten aus hunderten Quellen zu vereinheitlichen, egal ob CRM, ERP, E-Commerce, Marketing oder IoT. Selbst lokal installierte Unternehmenssoftware kann einbezogen werden.

Damit beschleunigt SAP die Umsetzung seiner KI-Vision und setzt eigene Akzente, anstatt sich von den aufmüpfigen KI-Spielern treiben zu lassen. Die Übernahme soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden. Während die genauen Konditionen nicht veröffentlicht werden, darf man davon ausgehen, dass SAP mehr als 1 Mrd. Euro dafür in die Hand nimmt. Im Gegenzug kommt ein niedriger dreistelliger Millionenumsatz in Haus. Wobei hier die strategische Komponente wichtiger ist: SAP muss in der Erfolgsspur bleiben.

Der Ausblick für SAP und die SAP-Aktie

In diesem Jahr ist dies laut der bestätigten Prognose gegeben. Nach 8 Mrd. Euro freiem Cashflow im Vorjahr sollen es 2026 rund 10 Mrd. Euro werden. Das ist genug Geld, um Rückkäufe von SAP-Aktien, Dividenden, Zukäufe und Investitionen in die KI-Transformation zu stemmen. Die Betriebskosten sollen um 10 bis 20 % langsamer wachsen als der Umsatz, was weiter steigende Margen impliziert.

All das gelingt, während erhöhte Investitionen in die Business Technology Platform getätigt werden, die noch laufende Cloud-Migration Druck auf die Margen ausübt sowie Umstellungen bei Support und Service Zusatzkosten verursachen. Auch erzwungene Migrationen dürften zunächst belastend wirken, da die zwangsbeglückten Kunden besänftigt werden müssen.

Sobald die Vorlaufkosten in Skalierung übergehen, dürfen wir mit zusätzlichem Schub bei Margen und Cashflows rechnen. Wir bleiben auf lange Sicht optimistisch und sehen die SAP-Aktie weiterhin als ein aussichtsreiches Basisinvestment.

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