Top-Aktien für Mai 2026

Ralf Anders: Nidec Corporation
Aufbauend auf seiner dominanten Position bei hochpräzisen Spindelmotoren für Festplatten hat sich Nidec (WKN: 878403) in den vergangenen Jahrzehnten ein globales Imperium rund um Elektrotechnik und Motoren jeder Leistungsklasse aufgebaut.
Der auch in Deutschland stark präsente japanische Konzern musste zwar seine großen Ambitionen in der Elektromobilität zurückschrauben. Dafür hat er sich aber strategisch weiterentwickelt und adressiert heute als Marktführer Wachstumsbereiche wie bürstenlose Gleichstrommotoren für Consumer‑ und IT‑Geräte, Servolenkung‑Motoren, Aktuatoren für Roboter und Axial‑Flux‑Motoren für Drohnen.
Nidec wächst profitabel und nach einer längeren Phase der Bodenbildung erscheint der Kurs nun attraktiv. Deshalb werde ich mir im Mai die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 31. März) genauer ansehen.
Ralf Anders besitzt keine Aktien von Nidec.
Caio Reimertshofer: Zeal Network
Zeal Network (WKN: ZEAL24) ist aus meiner Sicht im Mai ein interessanter Kandidat für langfristig orientierte Anleger. Die Aktie notiert etwas günstiger als zu Jahresbeginn und steht kurz vor der Dividendenausschüttung.
Für Investoren, die auf der Suche nach einem soliden Geschäftsmodell sind, das Dividenden zahlt, ist das Hamburger Unternehmen einen Blick wert.
Operativ läuft es bei Zeal rund. Das Unternehmen steigerte im Vergleich zum Vorjahr den Umsatz um 16 %, während das EBITDA um 11 % anstieg. Für das Geschäftsjahr 2026 stellt das Management weiteres Wachstum in Aussicht, unter anderem durch den Start einer neuen Soziallotterie.
Wer noch frühzeitig einsteigt, sichert sich zusätzlich die Dividende, die für Ende Mai geplant ist. Der Dividendenvorschlag liegt bei 1,40 Euro je Aktie, was einer Dividendenrendite von 2,8 % auf dem aktuellen Kursniveau entspricht.
Für mich zeichnet sich unterm Strich ein klares Bild. Das Geschäftsmodell wächst, es erwirtschaftet stabile Cashflows und eine attraktive Dividende gibt es obendrauf.
Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Zeal Network.
Peter Roegner: Uzin Utz
Die Baubranche ist in Deutschland seit Jahren in schwierigem Fahrwasser unterwegs. Und dennoch gibt es einen Lichtblick: die Uzin Utz SE (WKN: 755150) aus Ulm. Das Familienunternehmen (Anteil 54 %) ist der führende Anbieter von Bodensystemen mit Lösungen für Estrich, Bodenbeläge, Fliesen und Parkett einschließlich der für die Verlegung benötigten Maschinen.
Trotz der schwierigen Situation konnte Uzin Utz in den letzten Jahren den Umsatz stabil halten. Das Unternehmen hat seine Krisenfestigkeit unter Beweis gestellt und glänzt mit regelmäßigen Gewinnen und einer Eigenkapitalquote von 65 %.
Derzeit wird die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 14 gehandelt – nicht zu teuer für ein solches Qualitätsunternehmen. Wenn die Baukonjunktur in Deutschland endlich an Fahrt gewinnt und sich auch der Sanierungsstau auflöst, könnte sich der heutige Kurs als Schnäppchen herausstellen.
Peter Roegner besitzt keine Aktien von Uzin Utz.
Frank Seehawer: Dell Technologies
Meine Top-Aktie für Mai 2026 ist Dell (WKN: A2N6WP). Der US-Technologiekonzern profitiert aktuell stark vom Boom rund um künstliche Intelligenz – insbesondere von der steigenden Nachfrage nach Servern und Infrastruktur.
Dies spiegelt sich in deutlich steigenden Umsätzen und Gewinnen wider. Ich sehe das jährliche Gewinnwachstum mittlerweile klar im zweistelligen Bereich und erwarte weitere positive Überraschungen.
Auch technisch betrachtet sieht die Aktie gut aus. Zuletzt konnten neue Höchststände erreicht werden. Ein erwartetes KGV von 19 ist dabei keineswegs zu hoch. Mit einem Kursanstieg von rund 70 % seit Jahresbeginn zählt die Aktie zu den klaren Gewinnern im Tech-Sektor. Hardware schlägt Software – ein Trend, der anhalten sollte.
Frank Seehawer besitzt Aktien von Dell Technologies.
Hendrik Vanheiden: Atlassian Corporation
Die SaaS-Apokalypse hält auch im Mai 2026 an. Die Einführung von Claude Cowork Anfang des Jahres hat die Angst manifestiert, dass autonome KI-Agenten komplexe Aufgaben wie Rechnungsstellung oder App-Entwicklung vollständig übernehmen könnten. Spezialisierte Softwarelösungen könnten in dem Fall schlicht nicht mehr benötigt werden. Zudem könnten durch die gesteigerte Effizienz die Nutzerzahlen (und damit SaaS-Einnahmen) sinken, während Konkurrenzprodukte dank KI-Unterstützung schneller und günstiger entstehen könnten.
Diese Sorgen sind real, doch die Börsenreaktionen wirken teilweise übertrieben. Ein markantes Beispiel ist die Atlassian Corporation (WKN: A3DUN5): Die Aktie verlor seit Anfang 2026 satte 57 % und notiert nun zu einem Free-Cashflow-Multiple von lediglich 13. Angesichts eines ungebrochenen Umsatzwachstums von über 20 %, etablierter Beziehungen zu über 300.000 Kunden und einer klugen eigenen KI-Strategie erscheint die Aktie im Mai günstig bewertet.
Hendrik Vanheiden besitzt keine Aktien von Atlassian.
Henning Lindhoff: Intel
Der Halbleitersektor gehört zu den aufregendsten Branchen der Welt, und Intel (WKN: 855681) war hier lange das größte Sorgenkind. Doch das Blatt wendet sich.
Seit CEO Lip-Bu Tan im März 2025 das Ruder übernahm, geht es aufwärts. Der Turnaround-Experte strich über 20.000 Stellen, drehte den jahrelang negativen Free Cashflow ins Positive und treibt den neuen 18A-Fertigungsknoten voran. Der Umsatz im KI-Segment stieg zuletzt von 4,1 auf 5,1 Mrd. US-Dollar, die operative Marge sprang von 14 auf 31 %.
Hinzu kommen starke Partner: Google, SpaceX und Nvidia stehen an Intels Seite. Als einziger US-amerikanischer Chiphersteller genießt das Unternehmen in geopolitisch unsicheren Zeiten einen schwer kopierbaren strategischen Burggraben.
Nach einem Kursplus von rund 300 % in nur 12 Monaten ist die Aktie kein klassisches Schnäppchen mehr. Wer jedoch auf eine laufende Margenerholung setzen will, könnte im Mai noch in der Frühphase investieren.
Henning Lindhoff besitzt keine Aktien von Intel.
Peter Wolf-Karnitschnig: Nemetschek
Meine favorisierte Aktie für den Mai ist Nemetschek (WKN: 645290). Der Anbieter von Software für Architekten und Ingenieure aus der Bauindustrie kam in den letzten Monaten an der Börse stark unter die Räder. Auslöser für den jüngsten Kursrückgang war die sogenannte „SaaSpocalyse“, also die Sorge des Marktes, dass spezialisierte Software zunehmend durch KI-Modelle verdrängt werden könnte.
Diese Sorge teile ich im Fall von Nemetschek nicht. Die Bau-/Architektur-/Immobilienbranche ist ein Segment, in dem man sich keine Fehler leisten kann. Das Unternehmen ist Marktführer in Europa für Bau- und Architektursoftware. Diese starke Marktstellung ist meiner Überzeugung nach nicht durch KI-Modelle in Gefahr.
Auch in den Zahlen von Nemetschek zeichnet sich überhaupt keine Disruption des Geschäftsmodells ab. Von 2021 bis 2024 stieg der Umsatz im Schnitt um 14 %. 2025 erhöhte sich das Umsatzwachstum sogar auf fast 20 %.
Anleger können die Nemetschek-Aktie meiner Meinung nach aktuell zu einer Schnäppchenbewertung kaufen. Das Forward-KGV von 27 liegt deutlich unter dem Schnitt der letzten Quartale.
Peter Wolf-Karnitschnig besitzt keine Aktien von Nemetschek.
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Offenlegung: Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Nemetschek und Zeil Network.