Jenseits von Rheinmetall: Warum der Sensor-Spezialist Hensoldt jetzt die bessere Wahl ist

Ein Düsenjäger fliegt durch die Luft
Foto: Curioso Photography via Pexels

Beim Thema Rüstungsaktien kommt einem meistens Rheinmetall (WKN: 703000) zuerst in den Sinn. Das ist auch berechtigt, denn das Unternehmen ist eine echte Größe in der Rüstungsindustrie. Wer vor drei Jahren einstieg, hat seinen Einsatz inzwischen vervielfacht.

Doch zuletzt gab die Aktie deutlich nach und notiert rund 42 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Im ersten Quartal 2026 verfehlte der Umsatz die Markterwartungen um knapp 16 %; der Kurs bröckelt seit Monaten.

Währenddessen arbeitet ein weit weniger bekannter Spezialist aus Taufkirchen daran, in die Fußstapfen „des großen Bruders“ zu treten. Mit einem milliardenschweren Auftragsbestand und einem verdoppelten Auftragseingang wächst Hensoldt (WKN: HAG000) fast unbemerkt. Und kaum jemand schaut hin.

Zwei Konzerne, zwei Welten

Rheinmetall und Hensoldt profitieren vom selben Trend: Europa rüstet massiv auf. Laut SIPRI-Daten (Stockholm International Peace Research Institute) stiegen die Militärausgaben der europäischen NATO-Mitglieder 2025 so stark wie seit 1953 nicht mehr. Deutschland steigerte sein Budget um rund 24 % auf etwa 114 Mrd. US-Dollar und belegt damit weltweit Platz vier. Soweit die Gemeinsamkeiten.

Was beide Unternehmen unterscheidet, ist ihr Portfolio. Rheinmetall liefert das Grobe: Panzer, Munition, Waffensysteme und – nach der Übernahme der NVL-Sparte – nun auch Marineschiffe. Es ist ein klassischer Rüstungsriese, groß, breit aufgestellt und politisch präsent. Hensoldt hingegen spezialisiert sich auf Sensorik, also auf Radare, Optronik und Systeme zur elektronischen Aufklärung. Das Unternehmen baut keine Waffen, sondern liefert die Sinnesorgane moderner Armeen. Ohne Hensoldt-Technik wäre ein Eurofighter schlichtweg blind.

Was nach Nische klingt, ist in Wahrheit ein Wachstumsmarkt mit hoher Preissetzungsmacht.

Was die aktuellen Zahlen sagen

Der Branchenprimus Rheinmetall meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 1,94 Mrd. Euro – ein Plus von 8 % im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch enttäuschten die Zahlen: Der Markt hatte mit rund 2,3 Mrd. Euro gerechnet. In der Folge gab der Aktienkurs deutlich nach. JPMorgan reagierte prompt, entzog die Kaufempfehlung und senkte das Kursziel von zuvor 2.130 auf 1.500 Euro.

Auch der operative Gewinn blieb mit 224 Mio. Euro hinter den Erwartungen zurück. Das Forward-KGV für 2026 liegt nach dem Kursrutsch bei etwa 31. Von einer günstigen Bewertung lässt sich hier kaum sprechen.

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Hensoldt präsentierte zur selben Zeit völlig andere Zahlen. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal 2026 um 25 % auf 496 Mio. Euro und schlug damit die Analystenschätzungen von 489 Mio. Euro knapp. Das bereinigte EBITDA stieg sogar um 47 %.

Besonders beeindruckend ist der Blick in die Auftragsbücher: Der Auftragseingang verdoppelte sich auf 1,48 Mrd. Euro, während der Auftragsbestand mit 9,8 Mrd. Euro ein neues Rekordhoch erreichte.

Zum Vergleich: Für das Gesamtjahr 2026 plant Hensoldt einen Umsatz von 2,75 Mrd. Euro. Der aktuelle Auftragsbestand deckt diesen Wert bereits um das Dreieinhalbfache ab. Eine solche Planungssicherheit finden Anleger bei kaum einem anderen mittelgroßen Unternehmen.

Warum die Hensoldt Aktie trotzdem günstiger wirkt als Rheinmetall

Die Hensoldt-Aktie notiert aktuell bei rund 73,40 Euro. Damit liegt sie gut 35 % unter ihrem Allzeithoch von 113,80 Euro. Das sieht nach einer Korrektur aus – ausgelöst nicht durch operative Schwäche, sondern durch Gewinnmitnahmen und Sektorrotationen nach der starken Rallye im Vorjahr.

Die im Dezember 2024 vorgestellte „North Star“-Strategie peilt bis 2030 einen Jahresumsatz von rund 5 Mrd. Euro an. Das entspräche einer Verdopplung gegenüber dem Niveau von 2024. Ein jährliches organisches Wachstum von durchschnittlich 10 bis 14 % soll diesen Pfad sichern. Der enorme Auftragsbestand belegt, dass dieses Ziel realistisch ist.

Im Geschäftsjahr 2025 lieferte Hensoldt eine stabile EBITDA-Marge von 18,4 % ab. Während das Nettoergebnis mit 89 Mio. Euro unter dem Rekordvorjahr lag, überraschte der freie Cashflow mit 347 Mio. Euro positiv – ein Sprung von 39 % gegenüber dem Vorjahr. Das sind greifbare Ergebnisse statt vager Versprechen.

Im Konsens beziffern Analysten das durchschnittliche Kursziel auf etwa 90 Euro, was ein Potenzial von 23 % bedeutet. Die Deutsche Bank Research sieht den fairen Wert sogar bei 101,00 Euro. Bis 2027 rechnen Experten mit einem jährlichen Gewinnwachstum von fast 30 %. Ich schätze diese Annahmen persönlich als realistisch ein.

Trotz der Erfolge bleiben Risiken bei der Umsatzkonvertierung. Während der Auftragseingang 2025 um 62 % auf ein Rekordniveau schoss, wuchs der Umsatz lediglich um 9,6 %. Hensoldt muss diese Schere nun schließen. Das Management reagiert mit massivem Personalausbau und neuen Kapazitäten. Die Quartalszahlen zum 31. Juli 2026 werden zeigen, ob der hohe Auftragseingang zügig in Umsatz und Marge fließt.

Zwei gute Aktien, aber Hensoldt hat die bessere Ausgangslage

Rheinmetall überzeugt mit einem Auftragsbestand von 73 Mrd. Euro. Das Fundament ist massiv, doch wer neu einsteigen will, findet bei Hensoldt aus meiner Sicht aktuell das attraktivere Chance-Risiko-Profil.

Die Gründe: Ein dynamischeres Wachstum im ersten Quartal, höhere Zielmargen von bis zu 19 % und ein moderaterer Bewertungsdruck, da die Erwartungen hier nach der jüngsten Korrektur realistischer ausfallen.

Sensortechnik schießt nicht. Aber sie entscheidet darüber, wer auf dem Schlachtfeld überhaupt etwas sieht. Für moderne Streitkräfte ist das Auge heute genauso entscheidend wie die Waffe selbst.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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