Novo Nordisk-Aktie: Hat der Turnaround bereits begonnen?

Ein Thermometer liegt auf einem Berg an Medikamenten, Arzneien und Pillen.
Foto: Pixabay via Pexels

Bei Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) setzen wir auf den führenden Anbieter von Medikamenten gegen Diabetes. Mit Adipositas kam eine neue Wachstumsfantasie dazu. In den letzten Jahren belastete die Konkurrenz, der Handelskonflikt und ein Management-Wechsel die Novo Nordisk-Aktie. Aber unserer Ansicht nach auch eine sehr niedrige Erwartungshaltung, die der neue CEO Doustar geschürt hat und die er nun bereits übertreffen konnte.

Novo Nordisk-Aktie: Die Fundamentalanalyse zum ersten Quartal

Novo Nordisk steigerte zwar nominell im ersten Quartal des Jahres 2026 seinen Umsatz um 24 % auf 96,8 Mrd. Dänische Kronen. Auch das operative Ergebnis stieg um 54 % auf 59,6 Mrd. Dänische Kronen. Der Knackpunkt ist jedoch, dass es sich bei dem Wachstum um einen positiven Einmaleffekt in Höhe von 4,2 Mrd. US-Dollar für das 340B Drug Pricing Program gehandelt hat. Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz um 10 % in dänische Kronen rückläufig gewesen. Währungsbereinigt hingegen um 4 % auf 70 Mrd. Dänische Kronen.

Beim bereinigten Nettoergebnis gibt es hingegen einen Rückgang von 3 % auf 29,47 Mrd. Dänische Kronen. Wobei der unbereinigte Wert dank des Sondereffektes um 67 % auf 48,55 Mrd. Dänische Kronen gestiegen ist.

Das ist jetzt entscheidend

Ein gutes Quartal mit den bekannten Schwächen, keine Frage. Das Ergebnis je Novo Nordisk-Aktie von 10,91 Dänische Kronen reicht dank des Sondereffektes jedoch voraussichtlich aus, um auch in einem schwächeren Geschäftsjahr 2026 insgesamt ein positives Ergebnis zu erzielen.

Entscheidend wird daher sein, wie das Management die Aussichten im Jahre 2027 bewertet. Verantwortlich für den Rückgang im Kerngeschäft sind insbesondere die niedrigeren Preise im wichtigen US-Markt. Auch das hatte sich jedoch abgezeichnet. Mit einem freien Cashflow von 12,77 Mrd. Dänischen Kronen kann Novo Nordisk auch hier ein Wachstum erzielen. Trotz Investitionen in die Pipeline und neuer Medikamente gibt es ein solides Wachstum von 13 % dank dieser Kennzahl.

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Was gibt es sonst Neues?

Novo Nordisk präsentiert aber auch bei den nicht-finanziellen Daten spannende Einblicke. So habe man mit Wegovy in Tablettenform, das seit dem 05. Januar auf dem Markt ist, den stärksten Produkteinstieg der Unternehmensgeschichte geschafft. Es seien bereits 1,3 Mio. Verschreibungen über die Ärzte- und Apothekentische gelaufen im ersten Quartal gelaufen. Insgesamt belaufen sich die Verkäufe auf 2 Mio. Einheiten, die bereits zu einem Umsatz von über 2,2 Mrd. Dänischen Kronen geführt haben. Für das Jahr 2026 peilt das Management die Markteinführung in anderen Märkten wie der EU an. Voraussetzung hierfür sind natürlich positive Entscheidungen der Arzneimittelbehörden. Die aber in Anbetracht der guten Ergebnisse in den USA als wahrscheinlich gelten.

Daneben investiert Novo Nordisk mit Zenagamite in ein weiteres Abnehmprodukt, das neben Amycretin eine neue Generation darstellen soll. Mit einem zweiten Produkt in Phase III, beziehungsweise den finalen klinischen Studien sehen wir, dass man an einer Zukunft nach Ozempic und Wegovy aktiv arbeitet. Im Bereich der Sichelzellanämie hat Etavopivat beide klinischen Endpunkte erreicht. Auch hier ist eine Zulassung sehr wahrscheinlich. Die Pipeline von Novo Nordisk ist daher vielversprechend, trotz aller Unkenrufe rund um die Konkurrenz und sinkende Preise in den USA.

Ausblick und Fazit zur Novo Nordisk-Aktie

Auch dank der starken Ergebnisse im ersten Quartal und der hervorragenden Verkaufszahlen von Wegovy in Pillenform sieht sich Novo Nordisk veranlasst, seine Prognose leicht anzupassen. Für das Jahr 2026 sollen Umsatz und Ergebnis bereinigt zwischen 4 % und 12 % rückläufig sein. Zuvor war die Spanne noch etwas pessimistischer.

Wir glauben, dass das Management die Erwartungen sehr bewusst niedrig gehalten hat, um positiv zu überraschen. Sehen wir es also als Theaterstück in drei Akten: Niedrige Erwartungshaltung, bessere Ergebnisse und zu guter Letzt der Turnaround mit neuem Wachstum. Aktuell befinden wir uns im zweiten Akt.

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