Siemens-Aktie: 6,56 Euro Dividende nur noch eine Frage der Zeit?

Es gibt Aktien, die man kauft, weil man an das Unternehmen glaubt – und es gibt Aktien, die man kauft, weil sie zuverlässiger Dividenden ausschütten als fast jedes andere Unternehmen. Siemens (WKN: 723610) gehört unbestreitbar zur zweiten Kategorie.

Quelle: Entwicklung der Siemens-Dividende über 20 Jahre (Affiliate Link)
Mit einem Kurs von 272 Euro und einem neuen Aktienrückkaufprogramm von bis zu sechs Milliarden Euro demonstriert der DAX-Gigant frisches Selbstbewusstsein. Anleger fragen sich längst nicht mehr, ob, sondern wann die Dividende die Marke von 6,56 Euro je Aktie knackt. Analysten liefern dazu einen konkreten Stufenplan, und die fundamentalen Argumente sind bemerkenswert belastbar.
Der Weg zu 6,56 Euro Dividende
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwarten Analysten im Konsens eine Dividende von 5,73 Euro je Aktie. Für das Jahr 2027 liegen die Schätzungen bereits bei 6,13 Euro. Dies entspricht einer jährlichen Steigerungsrate von rund 7 %.
Das durchschnittliche Dividendenwachstum der letzten fünf Jahre lag bei knapp 9 % pro Jahr. Extrapoliert man diesen Pfad konservativ weiter, wäre die Zielmarke von 6,56 Euro bis zum Geschäftsjahr 2028 ohne heroische Annahmen locker erreichbar.
Die fundamentale Unterstützung für diesen Kurs ist real. Die Management-Guidance vom Mai 2026 bestätigt für das Geschäftsjahr 2026 ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 8 % sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 10,70 und 11,10 Euro.
Das Book-to-Bill-Verhältnis soll dabei über eins liegen, was ein klassisches Signal für eine gut gefüllte Auftragspipeline ist. Im ersten Quartal lag das Ratio mit einem Rekord-Backlog von 124 Mrd. Euro bei 1,22.
Parallel dazu hat Siemens ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 6 Mrd. Euro und einer Laufzeit bis Ende Januar 2029. Allein dadurch wird die Basis der dividendenberechtigten Aktien schrittweise verkleinert, wodurch sich der Ausschüttungsspielraum je verbliebener Aktie weiter erhöht.
Allerdings ist auch kritisch zu würdigen, dass Siemens zuletzt unter den Markterwartungen bei der Dividende geblieben ist: Statt der erwarteten 5,45 Euro je Aktie wurden für das Geschäftsjahr 2025 lediglich 5,35 Euro ausgeschüttet. Dies ist kein Alarmsignal, aber ein Hinweis darauf, dass der Vorstand die Ausschüttungsquote lieber konservativ hält, anstatt die Anleger mit Versprechen zu verwöhnen.
Auch bei der Dividendenrendite müssen Abschläge hingenommen werden. Mit aktuell rund 2 % liegt die Einstandsrendite niedriger als in früheren Jahren. Dies ist vor allem auf den deutlich gestiegenen Aktienkurs zurückzuführen und weniger auf eine strukturelle Schwäche im Dividendenprogramm. Insgesamt lässt sich auch feststellen, dass die Bewertung im Vergleich zur Vergangenheit eher am oberen Ende der Spanne liegt.
Fazit: Realistisches Ziel, wichtiger ist aber ein ganz anderes Ziel
Eine Dividende von 6,56 Euro je Siemens-Aktie für 2028 ist keine Träumerei, sondern ein Szenario mit solider rechnerischer Grundlage. Voraussetzung ist, dass der Konzern seinen mittelfristigen Wachstumspfad konsequent umsetzt und die Ausschüttungen nicht dauerhaft unter den Markterwartungen belässt.
Anleger, die also auf Dividendenwachstum setzen, sind mit der Siemens-Aktie gut unterwegs – solange die globale Industriekonjunktur keinen abrupten Gegenwind liefert. Wichtiger als die Dividende dürfte jedoch die Frage sein, ob sich der Industriekonzern zu einem Softwareunternehmen entwickelt. Spätestens dann dürfte eine Neubewertung des Geschäftsmodells anstehen.
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Frank besitzt Aktien von Siemens. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.