SpaceX-IPO am Horizont: Der riskanteste Mega-Börsengang und 2 Aktien, die jetzt schon profitieren

Ein Satellit der gerade um die Erde kreist mit der Erde im Hintergrund.
Foto: SpaceX via Pexels

Am 12. Juni 2026 feiert an der Nasdaq eine Aktie ihr Debüt, für die es kein historisches Vorbild gibt. Mit einer angestrebten Bewertung von bis zu 2 Bio. US-Dollar und einem Platzierungsvolumen von bis zu 75 Mrd. US-Dollar steht mit dem SpaceX-IPO der größte Börsengang der Geschichte bevor.

Das bisherige Rekord-Schwergewicht Saudi Aramco wird damit voraussichtlich weit abgehängt. Viele Anleger sind von dem Hype geblendet und übersehen dabei etwas Entscheidendes: Zwei börsennotierte Aktien profitieren schon jetzt und verbuchen bereits kräftige Kursgewinne – noch bevor SpaceX überhaupt handelbar ist.

Der SpaceX-IPO im Überblick

Wer SpaceX immer noch für einen reinen Raketenbauer hält, hat die Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren eindeutig verpasst. Das Bild ist mittlerweile deutlich vielschichtiger. Am 1. April 2026 reichte das Unternehmen seinen S-1-Prospekt vertraulich bei der US-Börsenaufsicht SEC ein, am 20. Mai wurde das Dokument öffentlich. Begleitet wird der geplante Börsengang von Schwergewichten wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und der Bank of America sowie einem Konsortium aus über 20 weiteren Banken.

Der Prospekt offenbart Überraschendes: Das wahre finanzielle Herzstück des Konzerns sind nicht die Raketenstarts, sondern das Satellitennetzwerk. Starlink erwirtschaftete 2025 rund 11,4 Mrd. US-Dollar Umsatz – das ist mehr als die Hälfte der gesamten Konzerneinnahmen. Der operative Gewinn verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf rund 4,42 Mrd. US-Dollar. Auch das Kundenwachstum zieht an: Im ersten Quartal 2026 verbuchte Starlink 10,3 Mio. aktive Abonnenten, nach 5 Mio. im Vorjahreszeitraum.

Diese Zahlen untermauern den Wachstumskurs. Gleichzeitig zeigt die Bilanz aber auch tiefe rote Zahlen: Der Nettoverlust im ersten Quartal 2026 schoss auf 4,27 Mrd. US-Dollar hoch – nach 528 Mio. US-Dollar im ersten Vierteljahr 2025. Der Grund dafür liegt in der Fusion mit dem KI-Startup xAI im Februar 2026. Bei diesem reinen Aktientausch wurde xAI mit 250 Mrd. US-Dollar bewertet. Diese neue KI-Sparte verschlingt derzeit enorme finanzielle Mittel.

Ein Einstieg bei SpaceX ist damit kein klassisches Investment in ein profitables Raumfahrtunternehmen. Es ist eine Wette auf ein vertikal integriertes Konglomerat aus Satellitenkommunikation, künstlicher Intelligenz und Raumfahrt, das für seine aggressive Expansion vorerst hohe Verluste in Kauf nimmt. Wer hier einsteigt, sollte sich dieses Risikos bewusst sein.

Aktie 1: Rocket Lab, der Gewinner im Windschatten

Man muss nicht direkt in SpaceX investieren, um vom Hype um den bevorstehenden Börsengang zu profitieren. Das zeigt das Beispiel Rocket Lab (WKN: A419CG): Seit die IPO-Pläne des Giganten die Schlagzeilen beherrschen, hat der kleinere Konkurrent seinen Aktienkurs mehr als verdoppelt. Aktuell notiert die Aktie von Rocket Lab bei rund 145 US-Dollar und somit über 100 % im Plus seit Jahresbeginn (Stand: 28.05.2026, maßgeblich für alle Angaben).

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Hinter diesem Anstieg steckt weit mehr als nur heiße Luft. Das erste Quartal 2026 untermauert das Wachstum operativ: Der Umsatz kletterte um 63,5 % auf 200,3 Mio. US-Dollar, während die Bruttomarge starke 38,2 % erreichte. Gleichzeitig verdoppelte sich der Auftragsbestand auf 2,2 Mrd. US-Dollar. Haupttreiber hierfür sind fünf fest vereinbarte Verträge für die neue Neutron-Rakete, obwohl diese ihren Erstflug erst noch vor sich hat.

Zusätzlich untermauert ein Ende 2025 vergebener Großauftrag der US Space Development Agency über 816 Mio. US-Dollar die Rolle als ernsthafter staatlicher Partner. Fast zeitgleich schloss Rocket Lab die Übernahme des Robotik-Spezialisten Motiv Space Systems ab. Dessen Team entwickelte unter anderem die Roboterarme für den NASA-Mars-Rover „Perseverance“.

Die Logik hinter dem Kursfeuerwerk ist einleuchtend: Ein SpaceX-Börsengang mit einer Bewertung im Billionen-Bereich adelt die gesamte Raumfahrtbranche als Anlageklasse. Institutionelle Investoren, die in diesem Segment bisher kaum engagiert waren, suchen nun nach liquiden Alternativen. Rocket Lab drängt sich dabei als bekannteste börsennotierte Option geradezu auf.

Die Kehrseite der Medaille ist die Bewertung: Rocket Lab wird derzeit mit dem rund 80-fachen der für 2026 erwarteten Umsätze bezahlt. Auch das durchschnittliche Kursziel der Wall Street liegt mit rund 93 US-Dollar deutlich unter dem aktuellen Niveau. Wer jetzt einsteigt, kauft eine ambitionierte Wachstumsstory zu Höchstpreisen und muss mit erheblichen Schwankungen rechnen.

Aktie 2: Scottish Mortgage Investment Trust, der direkte Weg

Der zweite Weg ist kontraintuitiver, aber sehr direkt: Der Scottish Mortgage Investment Trust (WKN: A115BA), eine traditionsreiche und an der London Stock Exchange notierte britische Investmentgesellschaft, führt SpaceX als seine größte Einzelposition. Im Frühjahr 2026 machte die Beteiligung rund 18 bis 19 % des gesamten Portfolios aus und war damit der mit Abstand gewichtigste Wert.

Das Besondere daran: Scottish Mortgage hielt SpaceX jahrelang als privates Unternehmen im Portfolio und bewertete die Position regelmäßig auf Basis von Schätzungen. Mit dem für Juni geplanten Börsengang unter dem Ticker SPCX weicht diese Schätzung einer täglichen, transparenten Marktnotierung. Sollte sich die angestrebte Bewertung am ersten Handelstag bestätigen, spiegelt sich dieser Wertzuwachs direkt und nachvollziehbar im Nettoinventarwert (NAV) des Trusts wider.

Wer in den Trust investiert, bekommt allerdings keine reine SpaceX-Wette. Das Portfolio ist breit gestreut und umfasst zahlreiche private sowie börsennotierte Wachstumsunternehmen. Das macht das Risikoprofil deutlich defensiver als ein direktes SPCX-Investment am ersten Handelstag. Die SpaceX-Position wirkt hier als Katalysator, nicht als alleiniger Treiber.

Warum ein direktes Investment in den SpaceX-IPO riskanter ist als gedacht

Wer am ersten Handelstag einsteigen will, sollte ein typisches Muster kennen: Auf die anfängliche Euphorie großer Börsengänge folgt in den ersten Wochen meist eine spürbare Korrektur.

Wer sich davon nicht mitreißen lassen will, wartet ab. Das ist kein Argument gegen SpaceX, es spricht lediglich für einen wohlüberlegten Einstiegszeitpunkt.

Dazu kommt ein strukturelles Risiko: Elon Musk kontrolliert über 85 % der Stimmrechte. Klassische Corporate-Governance-Standards gelten für SPCX daher völlig anders als für die meisten Konzerne im DAX oder S&P 500. Wer das akzeptiert, kauft eine einzigartige Story.

Wer das ablehnt, findet in Rocket Lab und Scottish Mortgage zwei alternative Wege mit einem anderen Profil.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Rocket Lab. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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