Überspitzt gefragt: Wann hat Berkshire Hathaway 1 Billion US-Dollar in Cash?!

Warren Buffett auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway
Foto: Peter Roegner

Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) hält enorme Summen in Cash. Per Ende des ersten Quartals lag der Anteil an liquiden Mitteln und kurzfristigen Investitionen bei 397,4 Mrd. US-Dollar. Hierbei handelt es sich selbstverständlich um einen neuen Rekordwert. Die Beteiligungsgesellschaft baut jedoch von Quartal zu Quartal die eigene Cash-Position weiter aus. Insofern ist das nicht überraschend.

Trotzdem dokumentieren die fast 400 Mrd. US-Dollar an Liquidität eine spannende Reise. Vor zehn Jahren äußerte Warren Buffett, dass er stets gerne etwa 25 Mrd. US-Dollar an Cash halte, um in besonderen Marktphasen handlungsfähig zu bleiben. Bereits zum dritten Quartal des Jahres 2017 wuchs der Anteil an liquiden Mitteln aber auf über 100 Mrd. US-Dollar an.

Seitdem hat es eine enorme Aufstockung dieses Betrags bei Berkshire Hathaway gegeben. Wobei Warren Buffett speziell in der Coronapandemie sagte, dass für ihn Sicherheit vor dem Streben nach maximaler Rendite läge. Überlegen wir einmal leicht überspitzt: Wann könnte Berkshire Hathaway auf über eine Billion US-Dollar an Cash kommen? Das ist eine gar nicht mal so uninteressante Frage.

Berkshire Hathaway: Eine Billion US-Dollar in Cash?! Mathematisch gedacht

Ausgehend von den 397,4 Mrd. US-Dollar an Cash, die bei Berkshire Hathaway in der Bilanz vorhanden sind, dauert es womöglich gar nicht mehr so lange. Die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft erzielte im ersten Quartal des neuen Jahres 2026 einen operativen Cashflow von 10,4 Mrd. US-Dollar. Hieraus würde ich persönlich den Versicherungsfloat herausrechnen, da es sich hierbei nicht unbedingt um Geld handelt, das wir direkt als Kapital der Aktionäre definieren können. Die Dividenden bleiben natürlich drin. Nach Ausschluss dieser Kennzahl liegt der bereinigte Cashflow bei 9,9 Mrd. US-Dollar. Kalkulieren wir daher der Einfachheit halber mit 10 Mrd. US-Dollar im Quartal. Oder 40 Mrd. US-Dollar im Jahr.

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Ausgehend von diesen Werten benötigt es rund 15 Jahre, ehe Berkshire Hathaway mit einem konstanten operativen Cashflow auf eine Billion US-Dollar allein an Liquidität kommen würde. Wobei wir wohl auch noch eine gewisse Dynamik voraussetzen können. Rechnen wir leicht konservativ mit einem Wachstum des operativen Cashflows um 5 % pro Jahr, so würde sich die Zeit auf zwölf Jahre reduzieren. Wenn wir hingegen mit 10 % Wachstum beim bereinigten operativen Cashflow pro Jahr kalkulieren, so wären es „nur“ 10 Jahre.

Das ist spannend. Denn Berkshire Hathaway ist aktuell mit 1,02 Billionen US-Dollar bewertet. Selbst wenn Greg Abel also einfach nichts tun würde, könnte das operative Geschäft einen Wert kreieren, der dem heutigen eins zu eins decken würde. Allein durch die Liquidität! Das Aktienportfolio und die Unternehmen, die den operativen Cashflow erwirtschaften, kämen dann noch oben drauf.

Es würde mich wundern, wenn es so weit käme

Trotzdem glaube ich, dass Berkshire Hathaway keine Billion US-Dollar in Cash halten wird. Sag niemals nie. Speziell bei der legendären Beteiligungsgesellschaft nicht. Auch nicht bei den finanziellen Möglichkeiten, die das US-amerikanische Konglomerat besitzt. Aber meine These wäre eher, dass der Buchwert je Aktie mit dem Cashflow steigen würde. Greg Abel würde einen Teil der Mittel zumindest verwenden, um eigene Aktien zurückzukaufen, und den Wert jeder ausstehenden Aktie zu erhöhen.

Außerdem warten die meisten Investoren darauf, dass Berkshire Hathaway wieder mehr investiert. Bereits 397,4 Mrd. US-Dollar sind dafür ein gigantischer Puffer. Eine Billion US-Dollar wäre ein Wert, der wohl kaum mehr zu rechtfertigen wäre. Auch wenn das Management-Team über die nächsten zehn Jahre ebenfalls lediglich passiv agieren würde, wäre das wohl für die meisten Investoren ein Problem.

Trotzdem hat der Gedankengang ein Ziel. Denn es zeigt, welche Werte Berkshire Hathaway schaffen kann, selbst wenn die Führungsriege einfach nichts tut. Rund 600 Mrd. US-Dollar an Cash könnten selbst bei einem stagnierenden Geschäft in den nächsten 15 Jahren dazukommen. Das ist eine Hausnummer. Aber eine, die nicht einmal Wachstum einpreist.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway.



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