Warum wir bei der Celsius-Aktie eine Unterbewertung sehen

Regal, Ladeneinrichtung, Lager, Energy Drinks, Energiegetränke
Foto: (Joenomias) Menno de Jong auf Pixabay

Celsius Holdings (WKN: A0YH6K) gehört mittlerweile zu den drei größten Energydrink-Anbietern. Der Kampf um die Regalfläche im Supermarkt ist entbrannt. Den großen Unternehmen kommt es gelegen, dass die Kategorie mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und somit insgesamt Regalfläche gewinnt, beispielsweise gegenüber Alkohol. Die Branche boomt – kann Celsius noch dynamischer wachsen und die Investoren der Celsius-Aktie beflügeln?

Celsius verzeichnet starke Wachstumsraten

Celsius Holdings verzeichnete mit einem Rekordumsatz von 782,6 Mio. US-Dollar ein transformatives Quartal. Dies entspricht einer Steigerung von 138 % gegenüber dem Vorjahr. Dieses massive Wachstum ist hauptsächlich auf die Konsolidierung der Marken Alani Nu und Rockstar Energy zurückzuführen.

Der Umsatz in Nordamerika stieg um 144 % auf 747,3 Mio. US-Dollar. Der Umsatz im internationalen Geschäft wuchs um 55 % auf 35,3 Mio. US-Dollar und wurde durch den Markteintritt in Spanien angetrieben. Das Auslandsgeschäft ist von den Übernahmen kaum beeinflusst und zeigt die Attraktivität der Kernmarke.

Ein operatives Highlight ist die Integration von Alani Nu, die bereits im ersten Quartal Synergien in Höhe von 50 Mio. US-Dollar freisetzte. Das bereinigte EBITDA stieg um 181 % auf 195,5 Mio. US-Dollar, was einer starken EBITDA-Marge von 24,9 % entspricht. Auch der Gewinn je Celsius-Aktie stieg um 120 % auf 0,33 US-Dollar.

Die Kernmarke verzeichnet ein gedämpftes Wachstum

Das organische Wachstum der Kernmarke Celsius lag bei moderaten 6 %. Während die „Fizz-Free“-Serie (kohlensäurefrei) und Flächengewinne von 17 % als Treiber fungierten, wirkten Lagerbestandsoptimierungen und die bewusste Streichung weniger profitabler Geschmacksrichtungen (SKU-Rationalisierung) wie bei der Hauptmarke Celsius kurzfristig als Wachstumsbremsen.

Die Bruttomarge sank von 52,3 % auf 48,3 %, was durch gestiegene Aluminiumpreise und Logistikkosten bedingt war. Trotz der hohen Akquisitionskosten blieb die Bilanz durch einen starken operativen Cashflow gesund, sodass Aktienrückkäufe im Wert von 24,1 Mio. US-Dollar möglich waren. Dies entspricht knapp 0,3 % der ausstehenden Celsius-Aktien. Die Verschuldung kann mittlerweile mit einem Jahresfree Cashflow getilgt werden, was enormen Spielraum gibt. Denkbar sind weitere Übernahmen, aber auch aggressive Aktienrückkäufe, sofern der Kurs weiterhin attraktiv ist.

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Celsius-Aktie: Potenzial bei der Marge

Im Vergleich zum Branchenriesen Monster Energy verfolgt Celsius eine deutlich aggressivere Expansionsstrategie durch M&A. Während Monster organisch stabil wächst, transformiert sich Celsius durch die Multi-Marken-Strategie (CELSIUS, Alani Nu, Rockstar) zu einem Anbieter eines umfassenden Portfolios an Energy Drinks. Celsius gewinnt derzeit zwar schnell Marktanteile in der zuckerfreien Kategorie – 45 % des Kategoriewachstums entfallen auf das Portfolio –, muss jedoch noch beweisen, dass die operativen Margen trotz der Komplexität dreier Marken das Niveau von Monster erreichen können.

Der größte Wettbewerbsvorteil ist die exklusive Vertriebspartnerschaft mit PepsiCo, die Celsius eine enorme Regalpräsenz und Zugang zum Gastronomiesektor („Foodservice“) verschafft. Risiken liegen in der Volatilität der Rohstoffpreise (Aluminium) sowie in der Herausforderung, die Marke Rockstar nach Jahren des Rückgangs zu stabilisieren („Stabilisierungsjahr 2026”).

Die Kapitalallokation konzentriert sich auf drei Säulen: Reinvestition in das Markenwachstum (Marketing für den Sommer), vertikale Integration (neue Produktionslinie in North Carolina) und Rückführung von Kapital durch das 300 Mio. US-Dollar schwere Rückkaufprogramm. Im ersten Quartal wurde noch etwas zurückhaltender agiert, doch das Rückkaufprogramm soll aggressiver angegangen werden.

Unser Fazit zur Celsius-Aktie

Langfristig setzt Celsius auf die Internationalisierung über das neue Hub in Dublin und den Ausbau der Marktführerschaft im Bereich „Functional Energy“. Für das Gesamtjahr 2026 wird eine schrittweise Verbesserung der Bruttomarge in Richtung 50 % erwartet („Stair-step improvement“), sobald die Synergien der vertikalen Integration greifen.

Celsius positioniert sich nicht mehr nur als Nischenprodukt für Fitness-Fans, sondern als globaler Player, der 20 % des US-Energiemarktes kontrolliert. Das normalisierte KGV liegt bei niedrigen 19 und auch der Free-Cashflow-Faktor mit 16 ist attraktiv. Mittelfristig ist mit einer Stabilisierung des Wachstums zu rechnen. Dazu ist jedoch Geduld erforderlich, bis der Markt die offensichtliche Unterbewertung der Celsius-Aktie erkennt. Bis dahin wittern wir eine Kaufchance.

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