Feuerwehr-Messe Interschutz – passen diese 4 Aktien in dein Depot?

In dieser Woche fand in Hannover wieder die Interschutz statt, die wichtigste Messe für die Bereiche Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz. Mehrere tausend Aussteller zeigten dort ihre Produkte.
Ich halte das Thema aus Anlegersicht deswegen interessant, weil es unabhängig von der Konjunktur immer relevant und wichtig ist. In Zukunft sogar noch mehr, da im Zuge des Klimawandels mit mehr Umweltkatastrophen (und mehr Einsätzen) zu rechnen ist.
Von der Aktienwelt360 war ich vor Ort und habe mir angeschaut, ob sich aus der Ausstellung Anlageideen für dein Depot ergeben. Dabei sind mir vier Unternehmen besonders aufgefallen – zwei davon hatte ich vorher nicht auf dem Schirm. Legen wir also gleich los.
Der Feuerwehr-Klassiker schlechthin: Rosenbauer
Wenn das Wort „Feuerwehr“ fällt, denke ich als Erstes an die Rosenbauer International AG (WKN: 892502). Die Österreicher sind seit 160 Jahren in der Feuerwehrtechnik aktiv und der weltweit führende Hersteller von Feuerwehrautos. Dazu kommen noch Geräte zur Bekämpfung aller Arten von Bränden. Auf der Messe hat mich das breite Angebot an Autos überzeugt, das sich vom kleinen Löschfahrzeug für die dörfliche Freiwillige Feuerwehr bis hin zum ganz großen Gerät für Flughafenfeuerwehren erstreckt.
Rosenbauer erzielte 2025 einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro sowie einen Nettogewinn von 54,3 Mio. Euro. Das Unternehmen besitzt ein sehr gut gefülltes Auftragsbuch. Bei einem Aktienkurs von 62,60 und einem für 2026 erwarteten Gewinn je Aktie von etwa 6 Euro beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) rund 10. Das ist für ein Qualitätsunternehmen nicht zu teuer. Leider zahlt Rosenbauer keine Dividende, da der Schuldenabbau Vorrang hat.
Aus keiner Feuerwehr-Wache wegzudenken: Dräger
Neben Rosenbauer kennen alle Feuerwehrleute auch die Produkte der Drägerwerk AG & Co. KGaA (WKN: 555060). Das Familienunternehmen aus Lübeck stellt Medizin- und Sicherheitstechnik her; dazu gehören Beatmungs- und Anästhesiegeräte, Gasmesstechnik und nicht zuletzt eine breite Palette an moderner Feuerwehrausrüstung.
Auf der Interschutz stellte Dräger das gesamte Feuerwehr-Angebot aus: Es reicht von Atemschutzgeräten, Helmen und Chemikalienschutzanzügen bis hin zu Wärmebildkameras, Messtechnik und digitalen Einsatzlösungen. So sind etwa Pressluftflaschen heute nicht mehr einfach nur Pressluftflaschen, sondern hochtechnologische Geräte, die mit der Einsatzleitung vernetzt sind, ständig Daten wie den Luftdruck liefern und so zusätzliche Sicherheit bieten.
2025 erzielte Dräger einen weltweiten Umsatz von knapp 3,5 Mrd. Euro. Der Nettogewinn betrug 140,4 Mio. Euro. Für 2026 erwarten wir einen Gewinn pro Aktie von rund 8 Euro; das KGV für die Stammaktie läge somit bei rund 9. Das ist nicht teuer, allerdings hat die Dräger-Aktie generell ein niedriges KGV, da das Unternehmen es oft nicht schafft, sein Gewinnpotenzial voll auszuschöpfen. Eine Dividende von 2,21 Euro je Stammaktie bedeutet eine direkte Rendite von etwa 3 %.
Hochwertige Werkzeuge für die Feuerwehr: Makita
Waren die ersten beiden Unternehmen logisch, so überraschte mich die dritte Firma schon etwas. Klar, Makita (WKN: 856907) ist für seine hochwertigen Werkzeuge bekannt, die auf vielen Baustellen zu sehen sind. Aber dass die Japaner auch Diamantscheiben und Reciprosägeblätter für die Metallbearbeitung herstellen, war mir nicht bewusst.
Das Besondere an den Diamantscheiben ist, dass man sie für nahezu alle Materialien verwenden kann und somit im Ernstfall ein zeitraubender Wechsel entfällt. Auch die mit Hartmetall verstärkten Sägeblätter eignen sich für unterschiedliche Anwendungen und sparen damit im Einsatz Zeit.
Im Geschäftsjahr 25/26, das am 31. März beendet wurde, konnte Makita den Umsatz um 3,2 % auf 777,6 Mrd. Yen (etwa 4,2 Mrd. Euro) steigern. Höhere Personalkosten ließen den Nettogewinn nur marginal auf 79,4 Mrd. Yen steigen. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen Gewinn je Aktie von etwa 315 Yen. Damit liegt das KGV derzeit bei rund 16,7. Obwohl die Aktie damit im historischen Vergleich eher niedrig bewertet ist, ist sie aus unserer Sicht kein Schnäppchen. Bei 150 Yen pro Aktie liegt die Dividendenrendite bei 2,85 %.
Ein Zug für die Feuerwehr: Stadler
Die Züge des schweizerischen Produzenten von Schienenfahrzeugen, Stadler Rail AG (WKN: A2ACPS), kenne ich von meinen Fahrten an die Ostseeküste. Das sind angenehme Waggons, in denen ich gerne fahre.
Umso beeindruckter war ich von dem Lösch- und Rettungs-Triebzug, den das Unternehmen auf der Interschutz präsentierte, und von dem die Österreichische Bundesbahn 18 Stück im Bestand hat. Diese sind im ganzen Land verteilt und können jede Stelle des Schienennetzes innerhalb einer halben Stunde erreichen. Die Triebzüge wurden individuell gefertigt (übrigens mit einer Innenausstattung von Rosenbauer).
Neben „normalen“ Zügen für den Regional- und Fernverkehr bietet Stadler auch Stadt- und U-Bahnen sowie Signaltechnik an. So wurden im Mai 36 Neuwagen für die Berliner U-Bahn-Linien U5 bis U9 ausgeliefert.
Stadler hat 2025 3,7 Mrd. Franken umgesetzt und damit 13 % mehr als 2024. Unterstützt von Skaleneffekten sowie Währungsgewinnen im Finanzvermögen legte das Nettoergebnis um 83 % auf 100,7 Mio. Franken zu. Besonders interessant ist der Auftragsbestand, der 32,3 Mrd. Franken beträgt und das Unternehmen auf Jahre hinaus auslasten wird.
Wir rechnen für 2026 mit einem Gewinn je Aktie von etwa 1,70 Franken. Das gibt dem Unternehmen ein KGV von rund 13, was im langfristigen Vergleich günstig ist. Die Dividende für 2025 beträgt 50 Rappen – das ist eine Rendite von 2,3 %. Für 2026 erwarten wir eine Steigerung.
Mein Favorit
Ich finde alle vier Aktien durchaus ansprechend. Dräger hat in der Vergangenheit allerdings zu oft enttäuscht und nicht die Ergebnisse geliefert, die erwartet wurden. Die stärkste Aktie aus dem Quartett ist für mich Stadler, zumal der Ausbau der Bahninfrastruktur weltweit ein Megatrend ist.
Klar ist aber auch: Ich erwarte von keiner dieser Aktien riesige Kurssprünge. Sie sind eher etwas für konservative Anleger, die in solide Industrieunternehmen investieren wollen.
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Offenlegung: Peter besitzt keine der im Text genannten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der im Text genannten Aktien.