Novo Nordisk: Der Status quo!

Zahlreiche Pillen, Heilmittel und Pharma-Produkte auf einem grünen Untergrund
Foto: Nataliya Vaitkevich via Pexels

Die Aktie von Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) gerät wieder ein wenig in Bewegung. Wenn du mich fragst, sehen wir momentan eher die Tendenz, dass sie sich aus ihrem Loch herauswagt. Am 13. Mai kratzte sie immerhin an der Marke von 40 Euro. Wobei sich die dänischen Papiere mit derzeit rund 36 Euro wieder ein wenig davon entfernt haben.

Trotzdem: Es ist ein Anfang. Blicken wir daher auf den Status quo zur Aktie von Novo Nordisk. Der Newsflow der letzten Tage bleibt verhalten bis leicht optimistisch. Im Zusammenspiel mit einer günstigen Bewertung kann das jedoch ausreichen. Fundamental sind meiner Meinung nach weiterhin mehr Chancen als Risiken möglich. Aber führen wir das ein wenig weiter aus.

Novo Nordisk: VAE, Frankreich & neue Prognosen!

Grundsätzlich arbeitet das Management von Novo Nordisk weiterhin an der eigenen Wachstumsgeschichte, die man aufrechterhalten will. Zuletzt waren besonders sinkende Preise in den USA für ein leicht rückläufiges Geschäft verantwortlich. Das dürfte die Tendenz im Jahre 2026 bleiben.

Aber in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) hat Novo Nordisk weitere Fortschritte erzielt. Wegovy in der oralen Darreichungsform ist in dem Staat nun offiziell als Medikament zugelassen. Damit erschließen die Dänen erste Märkte außerhalb der USA. Wegovy ist eine der ersten Pillen, die in den USA bereits den Markt erobert. Zwar besitzt auch Eli Lilly mittlerweile eine Pille gegen Adipositas. Novo Nordisk war aber wieder einmal früher dran und kann sein internationales Wachstum jetzt ebenfalls als erstes mit oralen Produkten beginnen.

Parallel dazu gibt es auch gute Nachrichten aus Europa. Mit Frankreich hat unser Nachbarland den Weg zur Kostenerstattung von Pillen wie Wegovy oder auch Mounjaro geöffnet. Rund eine Million Franzosen kommen ersten Berichten zufolge infrage, um gegen Adipositas behandelt zu werden. Novo Nordisk könnte auch hier mit Wegovy ansetzen und direkt eine Vielzahl von betroffenen Patienten adressieren. Die Chance im Markt bleibt daher bestehen.

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Außerdem hat Novo Nordisk zuletzt neue Zahlen präsentiert. Im ersten Quartal sank der bereinigte Umsatz zwar um 4 % im Jahresvergleich. Dank eines Sondereffekts stieg er jedoch nominell um 24 % auf 96,8 Mrd. Dänische Kronen. Das Auflösen von Rückstellungen (der Sondereffekt) könnte im Geschäftsjahr 2026 das nachlassende Momentum ein wenig abfedern. Das Management von Novo Nordisk plant für 2026 nun mit einem Umsatzrückgang zwischen 4 und 12 %. Zuvor war die Spannbreite jeweils um einen Prozentpunkt pessimistischer. Hellt sich das Bild daher auf?

Die Baustelle für die nächsten zwei, drei Jahre

So gut der Newsflow auch klingt: Novo Nordisk muss in den nächsten zwei, drei Jahren nicht nur kleinere Akzente setzen. Es gilt, sich die führende Position im Markt zurückzuerobern. Besonders das Produkt CagriSema ist im Vergleich zu Zepbound rund 2,5 % weniger effektiv. Natürlich sind es nur 2,5 %. Aber der Markt konzentriert sich grundsätzlich lieber auf die effektivste Therapie. Hier liegt Novo Nordisk nun etwas zurück, wobei es im Adipositas-Markt auch um Verträglichkeit gehen dürfte.

Der dänische Pharmakonzern kann prinzipiell auf eine starke Pipeline blicken, die dieses Ziel möglich machen könnte. Mit Amycretin steht bereits ein eher kurzfristig wirkendes und leistungsstarkes Produkt in der Pipeline und in den klinischen Studien. Das Management von Novo Nordisk hat Amycretin mittlerweile in Zenagamtide umbenannt und präsentiert neue Daten auf dem sogenannten ADA-Kongress. Es zeigt, dass man sich durchaus noch im Wettbewerb sieht.

Wenn es Novo Nordisk gelingt, wieder als Marktführer aufzutreten, dürfte die Aktie vor einer Neubewertung stehen. Aktuell sehen die Anteilsscheine der Dänen eher aus wie der erste Verlierer in einem vielversprechenden Markt. Dabei hat noch kein Akteur einen etablierten Wettbewerbsvorteil ausgeprägt. Wir sollten Novo Nordisk zugutehalten, dass man bereits in der Diabetesversorgung seit fast 100 Jahren führend ist. Der Konzern weiß daher, wie man innovative Produkte entwickelt, am Zeitgeist bleibt und die Dinge sogar vorantreibt.

Novo Nordisk: Die Aktie ist weiterhin sehr, sehr günstig!

Die Aktie von Novo Nordisk ist aufgrund ihrer Erste-Verlierer-Position weiterhin sehr günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt für das Jahr 2025 bei 11,8. Hinzu kommen 4,3 % Dividendenrendite. Eine günstige Bewertungslage, die eigentlich kein Wachstum einpreist. Im Endeffekt bedeutet der Status quo daher, dass der Markt die Anteilsscheine wie ein eher stagnierendes Unternehmen bepreist. Das mag für 2026 richtig sein. Investoren sollten aber wieder vermehrt fragen, ob diese Perspektive für 2027 oder auch bis zum Jahre 2030 gerechtfertigt erscheint.

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Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Novo Nordisk.



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