Kontron-Aktie: Warum das Fenster zum günstigen Einstieg bald schließen könnte

Roboterhände halten einen grünen Globus, im Hintergrund eine postapokalyptische Wüstenlandschaft
Bild: Gerd Altmann via Pixabay

Mit Embedded Computing Hardware ist Kontron (WKN: A0X9EJ) groß geworden. Mittlerweile trumpft das Unternehmen bei darauf aufbauenden Themen wie Edge AI und Industrie 4.0 auf und entwickelt sich immer mehr zum softwaregetriebenen Plattformanbieter. Die neuesten Zahlen scheinen oberflächlich wenig inspirierend, geben uns jedoch jede Menge Gründe, an die Kontron-Aktie zu glauben.

Kontron-Aktie: Die wichtigsten Zahlen und Trends

Kontron arbeitet kontinuierlich daran, seine Marktposition in margenstarken Geschäftsfeldern auszubauen und margenschwache Segmente neu aufzustellen oder abzugeben. Theoretisch sollte das zu steigenden Margen führen. Kurzfristig belasten die Umbaumaßnahmen jedoch, weshalb es margenseitig keine Fortschritte gibt.

Umsatz und EBITDA wachsen fast im Gleichschritt mit knapp 2 % auf vergleichbarer Basis. Beim Nettoergebnis ist sogar ein kleines Minus angefallen. Wobei es in den einzelnen Zielmärkten sehr unterschiedlich lief. Die Highlights sind Luftfahrt, Rüstung und Transport, die über ein Viertel zulegten. Das Lowlight ist hingegen ein Umsatzausfall im Q1 in Höhe von 33 Mio. Euro wegen Störungen von Lieferketten. Dabei geht es primär um DRAM-Module, die wegen der massiven Nachfrage für KI-Data-Center schwer beschaffbar sind. Partner Foxconn springt Kontron bei, damit das Unternehmen wieder zur Normalität zurückkehren kann.

Obwohl der operative Cashflow wegen des damit zusammenhängenden Lageraufbaus negativ ausfiel (-9,1 Mio. Euro), bleiben die liquiden Mittel mit 201 Mio. Euro in einem sehr komfortablen Bereich. In den kommenden Monaten erwartet Kontron zudem eine congatec-Zahlung von 126 Mio. Euro für den Verkauf von Jumptec, wodurch die Nettoverschuldung auf ein handliches Niveau sinken wird.

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Insider halten das Unternehmen für unterbewertet

Kontron stehen auf diese Weise viele strategische Optionen offen, um wieder mehr Dynamik in sein Geschäft zu bekommen und Werte für Aktionäre zu schaffen. Im laufenden Jahr wird ein organisches Wachstum von 8 % angepeilt. Von der Möglichkeit, die Rate über Zukäufe zu steigern, will das Management auf kurze Sicht keinen Gebrauch machen – zu unkalkulierbar seien die Effekte des geopolitischen Umfelds. Da konzentriert man sich lieber auf seine bestehenden Stärken und das ist sicherlich nicht falsch.

Auch der taiwanische Großaktionär Ennoconn erkennt, dass die Q1-Schwäche kurzfristiger Natur ist. Er hat bei den zuletzt deutlich reduzierten Kursen weiter zugekauft und angekündigt, bei Erreichen von 30 % ein Pflichtangebot abzugeben. Gleichzeitig kauft das Unternehmen eigene Kontron-Aktien zurück, sodass der Anteil automatisch zusätzlich steigt.

Kontron-Aktie: Da steckt mehr Wert drin!

Seit einigen Tagen notiert der Kurs der Kontron-Aktie knapp unter dem erwarteten Angebotspreis von 23,50 Euro. Wir denken, dass Kontron sich damit viel zu billig verkaufen würde. Es ist kaum mehr als der Durchschnittskurs der vergangenen neun Jahre. Beim KUV sprechen wir von 0,9 und beim KGV von rund 10. Kein Wunder also, dass CEO Hannes Niederhauser hier gern selbst seinen Anteil ausbaut.

Kontron ist profitabel, in mehreren Bereichen Technologieführer und adressiert attraktive Wachstumsmärkte. Nicht nur das starke Book-to-Bill-Verhältnis von 1,13 spricht dafür, dass Kontron künftig gutes Wachstum liefern wird. Nach Abschluss der Restrukturierungsmaßnahmen einzelner Bereiche wird der Konzern zudem seine Profitabilität spürbar steigern können, mit einem Fokus auf das margenstarke Segment Software + Solutions.

Dort soll auch die neu formierte Cybersolutions-Division eine starke Rolle spielen. Der Datenverkehr von vernetzten Geräten muss gegen KI-gestützte Bedrohungen abgeschottet werden und KontronOS setzt dafür den Standard. Über den schnellen Ausbau der Entwicklungsmannschaft soll die Technologieführerschaft in diesem Bereich abgesichert werden.

Unser Fazit zur Kontron-Aktie

Oberflächlich scheint Kontron derzeit zu stagnieren. Doch der Schein trügt. Unter der Haube ist jede Menge Dynamik zu finden. Schwarz auf Weiß werden wir das voraussichtlich erst 2027 sehen. Doch CEO Niederhauser und Ennoconn wissen, dass mehr in Kontron steckt. Und wir vertrauen ebenfalls darauf.

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