Ist die Tyler Technologies-Aktie unter 300 US-Dollar ein Kauf?

Eine Brille vor einem Computer-Bildschirm mit vielen Programmen, Daten und Code
Foto: Kevin Ku via Pexels

Tyler Technologies (WKN: 917099) entwickelt Softwarelösungen für Behörden und öffentliche Einrichtungen und zählt damit zu den wichtigsten Technologieanbietern im US-Public-Sector. Für langfristig orientierte Anleger bleibt die Tyler Technologies-Aktie als langfristiger Top-Performer interessant, weil Tyler über ein sehr stabiles Geschäftsmodell mit hohen wiederkehrenden Umsätzen, starker Kundenbindung und solider Cashflow-Generierung verfügt.

Die Zahlen für das erste Quartal 2026 fielen insgesamt überzeugend aus. Dennoch reagierte die Tyler Technologies-Aktie nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen leicht negativ und verlor zeitweise bis zu 3 %. Der Markt honorierte zwar die starken Ergebnisse bei Umsatz, Gewinn und freiem Cashflow, zeigte sich aber etwas enttäuscht über die nur moderat angehobene Prognose und das weiterhin eher moderate organische Wachstum.

Tyler Technologies-Aktie: Solide operative Entwicklung

Der Gesamtumsatz stieg im ersten Quartal um 8,6 % auf 613,5 Mio. US-Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich um 10 % auf 166,6 Mio. US-Dollar. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 133,4 Mio. US-Dollar beziehungsweise 3,09 US-Dollar je Tyler Technologies-Aktie. Das entspricht einem Wachstum von 9,3 % gegenüber dem Vorjahr.

Besonders stark entwickelte sich erneut der freie Cashflow. Dieser stieg um beeindruckende 112,9 % auf 102,8 Mio. US-Dollar. Das unterstreicht die hohe Qualität des Geschäftsmodells und die starke Cash-Generierung.

Sehr wichtig bleibt außerdem die hohe Stabilität der Umsätze. Die wiederkehrenden Erlöse lagen bei 538,6 Mio. US-Dollar und machten damit 87,8 % des Gesamtumsatzes aus. Gleichzeitig wuchsen die Recurring Revenues um 10,4 % gegenüber dem Vorjahr.

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Vor allem die Cloud-Transformation macht weiter gute Fortschritte. Die SaaS-Umsätze stiegen um starke 23,5 % auf 222,4 Mio. US-Dollar. Auch das ARR, also der jährlich wiederkehrende Umsatz auf Jahresbasis, erhöhte sich um 10,4 % auf 2,15 Mrd. US-Dollar.

Die Prognose und das Thema KI

Für das Gesamtjahr 2026 hat Tyler Technologies die Prognose angehoben. Das Unternehmen erwartet nun einen Gesamtumsatz zwischen 2,535 und 2,575 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Tyler Technologies-Aktie soll zwischen 12,50 und 12,75 US-Dollar liegen. Zusätzlich rechnet das Management mit einer starken Free-Cashflow-Marge von 26 bis 28 %.

Auch beim Thema Künstliche Intelligenz positioniert sich Tyler Technologies zunehmend als aktiver Enabler statt als potenzieller Verlierer. Besonders interessant ist dabei die Übernahme von For The Record. Dadurch stärkt das Unternehmen seine KI-gestützten Transkriptionslösungen im Justizbereich. Generell integriert Tyler KI gezielt in seine Public-Sector-Lösungen, etwa bei Compliance-Themen oder Effizienzsteigerungen. KI dürfte die Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens deshalb eher erhöhen als gefährden.

Aus unserer Sicht bleibt Tyler Technologies ein qualitativ hochwertiges und defensives Softwareunternehmen. Besonders positiv sehen wir die starke Entwicklung im SaaS-Bereich, die hohe Quote wiederkehrender Umsätze sowie die sehr solide Cashflow-Generierung. Auch die Bilanz bleibt stark, unter anderem durch Schuldenrückzahlungen und Aktienrückkäufe.

Gleichzeitig muss man aber festhalten, dass das organische Wachstum weiterhin eher moderat ausfällt und die angehobene Prognose zum großen Teil auf Akquisitionseffekte zurückzuführen ist. Tyler bleibt damit ein sehr stabiler Public-Sector-Compounder mit hoher Qualität.

Ist die Tyler Technologies-Aktie jetzt ein Kauf?

Auf Sicht der letzten drei Jahre liegt das aktuelle KGV mit rund 40 deutlich unter dem Schnitt von 93. Auch das EV/FCF-Verhältnis ist mit rund 19 unter dem dreijährigen Schnitt von 48. Für langfristig orientierte Anleger bietet sich auf dem momentanen Kursniveau durchaus ein Einstieg bei der Tyler Technologies-Aktie oder eine Erweiterung der Position an.

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