KGV von 19 für zweistelliges Wachstum? Die 18.054-%-Aktie im Sonderangebot!

Wer vor 20 Jahren einige hundert Dollar in einen damals noch unscheinbaren DVD-Versandhändler aus Kalifornien investiert hat, kann sich heute über einen der spektakulärsten Vermögenszuwächse der Börsengeschichte freuen: rund 18.054 %.
Die Geschichte ist dabei noch lange nicht zu Ende, das Wachstum ist nach wie vor deutlich zweistellig. Dennoch hat die Netflix-Aktie (WKN: 552484) seit Jahresbeginn fast ein Viertel ihres Wertes verloren und kratzt am 52-Wochen-Tief.
Wie passt das zusammen – und könnte der einstige Börsenstar tatsächlich eine Schnäppchenaktie sein?
Vom Streaming-Star zum Sorgenkind: Was hinter dem Kursrutsch steckt
Netflix hat zuletzt deutlich an Glanz verloren, auch wenn die Aktie weiterhin als Disruptor im Mediensektor gilt. Zwar meldete der Streaming-Pionier im ersten Quartal 2026 formal Rekordzahlen, doch ein genauer Blick offenbart einen faden Beigeschmack: Rund 2,8 Mrd. US-Dollar des Gewinns stammten aus einer einmaligen Ausgleichszahlung von Warner Bros. Discovery, nachdem die geplante Übernahme der Studiosparte gescheitert war.
Ohne diesen Sondereffekt wäre das organische Wachstum deutlich bescheidener ausgefallen, was die Börse verunsicherte. Mir wäre ein gelungener Deal lieber gewesen, aber auch nicht zu jedem Preis.
Hinzu kommen weitere verpasste Gelegenheiten, denn auch beim Streaming-Hardwarehersteller Roku (WKN: A2DW4X) ging Netflix leer aus. Übernahmegerüchte um Lionsgate dementierte das Management prompt. Es scheint, als versuche Netflix, seine Position durch anorganisches Wachstum zu stärken und die Konkurrenz auf Distanz zu halten.
Der ohnehin scharfe Wettbewerb mit Walt Disney (WKN: 855686) und Amazon (WKN: 906866) tut sein Übriges, ebenso wie die steigenden Abschreibungen auf das wachsende Content-Portfolio. Hinzu kommt, dass die Nutzungszeit sinkt und YouTube in Relation stärker wird. Der Markt wird immer gesättigter, jetzt müssen neue Innovationen greifen.
Die Aktie rutschte also begründbar von ihrem Allzeithoch bei rund 134 US-Dollar auf zuletzt unter 72 US-Dollar – ein Einbruch von über 45 %. Allerdings muss man auch sagen, dass die Bewertung häufig sehr ambitioniert war.
Aktuell bewegt sie sich mit einem für 2028 erwartetes KGV von unter 19 möglicherweise wieder im fairen Bereich – sollten die Burggräben halten.
Die langfristige Wachstumsstory sieht keineswegs derweil gar nicht mal so schlecht aus. Das werbefinanzierte Abo zählt inzwischen mehr als 325 Mio. Abonnenten und die Werbeerlöse sollen sich bis 2026 auf rund drei Milliarden US-Dollar verdoppeln.
Damit könnte der Umsatz weiterhin im zweistelligen Prozentbereich zulegen. Analysten erwarten für das laufende Jahr sogar ein Gewinnwachstum von teils über 40 %.
Schnäppchen oder Warnsignal? Was Anleger jetzt wissen müssen
Die vermeintliche Sonderangebots-Aktie ist allerdings nicht ganz ohne Risiko. Die Konkurrenz durch Disney+, Amazon Prime Video und Apple TV+ ist stark, die Content-Kosten steigen kontinuierlich und Netflix zahlt bis heute keine Dividende.
Die hohe Volatilität der Aktie zeigt am Ende, wie nervös der Markt Netflix derzeit einschätzt. In Zukunft sollte der Fokus vor allem auf höheren Werbeerlösen, mehr Live-Sport und einer größeren internationalen Reichweite liegen. Mit KI-generiertem Content könnte zudem etwas Druck aus dem Kessel genommen werden. Ob es dem gefallenen Streaming-König aber weiterhin gelingt, ein Wachstumschampion zu bleiben, dürfte am Ende auch von seiner Innovationsfähigkeit abhängen.
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Frank besitzt Aktien von Amazon, und Walt Disney. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Amazon, Netflix und Walt Disney.