Dieser Dividendenkönig ist so günstig: Nicht einmal 2009 und 2020 war die Bewertung so preiswert!

Ein Schild mit der Aufschrift "Have A Pepsi" und einem Pepsi-Cola-Kronkorken
Foto: Tim Mossholder via Pexels

Ein Dividendenkönig neigt dazu, in Phasen der Schwäche besondere Stärke auszustrahlen. Das macht nur Sinn: Denn stabile Dividenden sichern solide Renditen, selbst durch Krisen hinweg. Deshalb dienen sie oft als sicherer Hafen. Die Historie von 50 Jahren beständiger Auszahlungen zeigt zudem, dass so ein Konzern Krisen meistern kann.

Trotzdem korrigieren selbst adelige Aktien, wenn es im Markt ordentlich donnert. Deshalb finde ich es so verwunderlich, dass die Aktie vom Dividendenkönig PepsiCo (WKN: 851995) so preiswert ist, wie sie es nicht einmal während der COVID-19-Phase in 2020 war. Ja, nicht einmal die große Rezession und Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 reicht an die aktuelle Bewertung heran.

Ist das gerechtfertigt? Zumindest sollten wir die Frage einmal aufwerfen. Das Ergebnis könnte sein, dass wir heute einen Dividendenkönig mit einem der größten Rabatte in den letzten Jahren und Jahrzehnten sehen. Legen wir also los!

Dividendenkönig PepsiCo: Die günstige Bewertung!

Meine Erkenntnis mache ich an der Dividendenrendite vom Dividendenkönig PepsiCo fest. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 4,27 %. Maßgeblich hierfür sind eine Dividende je Aktie und Vierteljahr von 1,48 US-Dollar und die aktuellen Aktienkurse. Nun zum Kontext: Während der Finanzkrise lag die Dividendenrendite in der Spitze bei 3,9 %. Das bedeutet, dass die Aktie gemessen an der Ausschüttungsrendite heute noch einmal etwa 10 % preiswerter ist als während der Finanzkrise und der Rezession. Auch während des Coronavirus, des Lockdowns und der Phase mit geschlossenen Restaurants kletterte der Wert bis auf knapp unter 4 %. Die Marke konnte jedoch nicht gerissen werden.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) vom Dividendenkönig PepsiCo liegt aktuell hingegen bei etwa 18. Zum Vergleich: Während des Corona-Crashs kam der Wert auf 19,1 zurück. Das letzte Mal, als das KGV auf einen so niedrigen Wert abrutschte, war im Jahre 2014. Damals war jedoch ein höheres Gewinnwachstum für den niedrigen Wert verantwortlich. Heute ist die Situation mit Sicherheit anders. Aber die erste Erkenntnis lautet: Es ist bemerkenswert, wie pessimistisch die Bewertung für die defensive Qualität und den Status als adeliger Ausschütter ist.

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Was stimmt nicht mit der Aktie?!

Die sehr offensichtliche, zweite Frage zum Dividendenkönig PepsiCo mit der günstigen Bewertung lautet: Was ist der Grund dafür? Defensive Klasse verliert ja nicht einfach so an Attraktivität. Meiner Meinung nach sind es mindestens drei Dinge, die die Aktie belasten. Zunächst die Abnehm-Produkte, die den Hunger auf ungesunde Snacks hemmen. Zweitens sind es preissensiblere Verbraucher, die gerne auf günstige Alternativprodukte zurückgreifen. Und zu guter Letzt bleibt auch die Bilanz ein Aspekt, den wir im Auge behalten sollten.

Fangen wir mit den preissensiblen Verbrauchern und dem nachlassenden Appetit an: PepsiCo hatte selbst im Jahre 2025 noch mit nachlassenden Zahlen aufgrund dieser Effekte zu kämpfen. Der Umsatz stieg um unterdurchschnittliche 2,2 % auf 93,93 Mrd. US-Dollar. Beim operativen Ergebnis gab es einen Rückgang um 11 % auf 11,5 Mrd. US-Dollar, wohingegen das Nettoergebnis nominell um 14 % auf 8,24 Mrd. US-Dollar einbrach. Einen leichten Effekt hat es daher gegeben.

Die Kehrseite ist jedoch, dass PepsiCo damit beginnt, das Ruder wieder herumzureißen. Im ersten Halbjahr des neuen Jahres 2026 kletterte der Umsatz um stärkere 7,3 % auf 43,6 Mrd. US-Dollar. Beim Nettoergebnis hat es ein Wachstum von 3,1 Mrd. US-Dollar auf 5,3 Mrd. US-Dollar gegeben. Das Ergebnis je Aktie stieg dadurch auf 3,88 US-Dollar im ersten Halbjahr. Wir sehen einen Wert, der bei einer Halbjahresdividende von 2,96 US-Dollar gut ausreichend ist, um die Dividende zu decken.

Ein wenig lohnt es sich trotzdem, die Bilanz des Dividendenkönigs im Auge zu behalten. PepsiCo besitzt zwar 10 Mrd. US-Dollar an liquiden Mitteln. Demgegenüber stehen aber kurzfristige Schulden von ebenfalls 10 Mrd. US-Dollar und langfristige Schulden in Höhe von 42,6 Mrd. US-Dollar. Für einen defensiven Konzern ist das nicht unbedingt ein Beinbruch. Aber die Schulden müssen irgendwann refinanziert werden. In Zeiten steigender Zinsen könnte das die Ergebnisentwicklung hemmen.

Dividendenkönig PepsiCo: Jetzt attraktiv?!

Unterm Strich sehen wir daher Gründe, warum der Dividendenkönig PepsiCo nicht so recht in der Spur ist. Sie sind einerseits valide. Abnehmprodukte erobern den Markt und Verbraucher akzeptieren nicht mehr jede Preiserhöhung. Die Kehrseite ist meiner Meinung nach jedoch, dass viele der Produkte auch in 30 Jahren noch von vielen Verbrauchern gefragt sein werden. Pepsi-Cola ist immer eine gute Alternative zu Coca-Cola (auch wenn Hardcore-Fans des einen oder anderen Unternehmens das anders sehen werden). Mit 23 Marken, die einen Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar pro Jahr generieren, bleibt auch das operative Fundament solide und breit gestreut.

Das verlangsamte Wachstum hat daher dazu geführt, dass wir die PepsiCo-Aktie jetzt zu einer sehr günstigen Bewertung erhalten können. Meiner Meinung nach ist das eine Chance, die vielleicht so schnell nicht wiederkehren wird. Der Vergleich mit den Jahren 2009 und 2020 unterstreicht meine These.

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Vincent besitzt Aktien von PepsiCo. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PepsiCo.



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