5,4 Mrd. Gründe, weshalb die KION-Aktie bei 40 Euro ein Kauf ist

KION (WKN: KGX888) ist als einer der führenden Gabelstapler-Konzerne bekannt. Sein eigener Anspruch ist jedoch, “The Supply Chain Solutions”-Unternehmen zu sein und den immer stärker automatisierten Welthandel mitzugestalten. Diese Vision ist ein wichtiger Grund für unsere langfristig orientierte Kaufempfehlung der KION-Aktie im Aktienkompass. Im Folgenden wollen wir uns die neuesten Zahlen und Managementkommentare ansehen, um zu beurteilen, ob die Kaufempfehlung noch die richtige Entscheidung ist.
KION-Aktie: Die Fundamentalanalyse
Während es im Q1 vor allem im Gabelstapler-Segment ITS sehr schwach lief, nutzt KION die ruhigere Zeit, um seine Vision vom vollautomatisierten Lagerbetrieb voranzubringen. Vorausschauende KI und autonome Roboter sind dabei zwei Schlüsselelemente, die auch im 2025 eingeweihten eigenen Ersatzteillager in Kahl am Main zum Einsatz kommen. KION spricht von signifikanten Verbesserungen bei der Produktivität und der Zuverlässigkeit der Prozesse.
Über viele Einzelmaßnahmen im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses des Konzerns verbessert sich so die Kostenposition. Erneut konnte so der normalisierte operative Gewinn (+18 %) mehr gesteigert werden als der Umsatz (+8 % auf 2,9 Mrd. Euro).
Mit mehr Wachstum bei ITS (+2 %) wären sicherlich noch deutlich stärkere Margenverbesserungen möglich. Aber nach einem starken Auftragseingang im Q1 hielten sich die Kunden im Q2 in beiden Segmenten wieder zurück. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass die -40 % bei Intelligent Automation Solutions (IAS) weniger negativ sind, als es auf den ersten Blick wirkt. Der hohe Auftragsbestand ließ trotzdem ein Umsatzwachstum von 23 % zu und das Book-to-Bill-Verhältnis lag knapp über 1.
Erfreulich ist zudem, dass die operative Marge weiter wächst. Das normalisierte EBIT schoss bei IAS um 42 % hoch. Hier half auch die schwache Kursentwicklung, welche die variablen Gehälter tief hielt. In Summe gewinnt IAS an Gewicht im Konzern, getragen von E-Commerce (46 %), Großhändlern, Lebensmittel- und Paketlogistik.
Der Free Cashflow als Schwachstelle
Die Liquiditätsentwicklung wiederum ist einen genaueren Blick wert: Schließlich haben sich die Finanzschulden um 162 Mio. Euro erhöht, bei einem freien Cashflow (FCF) von -25 Mio. Euro. Was war da los? Nun, es ist eine Mischung aus dem Aufbau von Umlaufvermögen, Zahlungen im Zusammenhang von Übernahmen und Beteiligungen sowie dem laufenden Effizienzprogramm, mehr Vermietungsgeschäft, Steuerzahlungen und Dividendenausschüttungen (81 Mio. Euro).
Obwohl der Wert deutlich schlechter als in den Vorjahren ausfiel, sieht das primär nach üblichen Schwankungen aus. Allerdings hat das Management die FCF-Prognose für 2026 nach unten angepasst, von 430 bis 570 auf 420 bis 540 Mio. Euro. Gleichzeitig wurden bei der Schätzung für Umsatz, normalisiertes EBIT und dem Ertrag auf das eingesetzte Kapital (ROCE) die Spanne verengt, mit einer kleinen Tendenz nach unten. Lediglich die Umsatzerwartung von IAS wurde vorsichtig angehoben auf +8,3 bis +14,8 %.
In der FCF-Prognose betont das Management weiterhin, dass dort bereits 200 Mio. Euro für Beteiligungen und Akquisitionen vorgesehen sind. Im ersten Halbjahr wurden allerdings nur knapp 36 Mio. Euro dafür investiert. Folglich dürfen wir in den kommenden Monaten noch mit weiteren kleineren Transaktionen rechnen, mit denen KION sich in Bereichen wie Software, Vision-KI und Robotik verstärkt.
KION verstärkt sich in Belgien
Nach der Beteiligung an Zikoo Robotics im Q1 meldet das Management nun einen 70-%-Anteil an Smart Innovation NV (Belgien). Das ist ein Software- und Automationsanbieter, der u. a. Lösungen für Warehouse‑Management, Materialfluss‑Optimierung, Automatisierungs‑Integration und kundenspezifische Logistiksoftware liefert. Im Zentrum steht dabei die Steuerung von autonomen Palettenfahrzeuge, wobei der zugehörige Software-Stack bedeutsam ist.
Während Dematic mit seiner bisherigen Software große Automatisierungsprojekte umsetzen kann, helfen die zugekauften Lösungen dabei, kleinere Projekte bei ITS effizient zu realisieren. Damit wird eine weitere strategische Lücke geschlossen.
Unsere Meinung zur KION-Aktie
Insgesamt befindet sich KION damit auf einem aussichtsreichen Weg, um auch künftig profitabel wachsen zu können. Die Bilanzsituation ist unproblematisch und das Magement hat volle Optionalität bei der Kapitalallokation. Neben einer Dividende, die 1,5 % Rendite für Investoren der KION-Aktie bringt, können auslaufende Darlehen und die geplanten Investitionen aus der Kasse beglichen werden.
Die Marktkapitalisierung von 5,4 Mrd. Euro bedeutet ein KUV von 0,4. Wir denken, dass dies eine gute Basis für überdurchschnittliche Renditen der KION-Aktie darstellt.
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