Kann die Waste Management-Aktie auf 300 US-Dollar steigen?

Leere Plastikflaschen stapeln sich aufeinander
Foto: mali maeder via Pexels

Bei Waste Management (WKN: 893579) setzen wir auf ein vergleichsweise einfaches, aber ausgesprochen attraktives Geschäftsmodell. Der Konzern sammelt Abfälle ein, transportiert sie und entsorgt sie auf eigenen Deponien. Hinzu kommen Recyclinganlagen, die Erzeugung erneuerbarer Energie aus Deponiegas und seit der Übernahme von Stericycle auch die Entsorgung medizinischer Abfälle. Gerade das dichte Netz aus Fahrzeugen, Umladestationen und Deponien schafft hohe Eintrittsbarrieren und damit einen brachialen Burggraben für die Waste Management-Aktie.

Waste Management-Aktie: Positive Impulse aus dem Quartalsbericht

Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 zeigen erneut, dass Waste Management aus dieser starken Marktposition steigende Preise und hohe Cashflows generieren kann.

Der Umsatz erhöhte sich um 4 % auf 6,68 Mrd. US-Dollar. Das operative Ergebnis wuchs deutlich stärker um 9 % auf 1,25 Mrd. US-Dollar. Unter dem Strich verdiente Waste Management 785 Mio. US-Dollar beziehungsweise 1,95 US-Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal waren es 726 Mio. US-Dollar und 1,80 US-Dollar je Aktie. Bereinigt um die Kosten für die Integration von Stericycle und weitere Sondereffekte lag das Ergebnis je Waste Management-Aktie bei 2,02 US-Dollar und damit 5 % über dem Vorjahreswert.

Besonders wichtig ist für uns die Entwicklung des bereinigten operativen EBITDA. Dieses stieg um 5,5 % auf 2,07 Mrd. US-Dollar. Die dazugehörige Marge verbesserte sich von 30,5 % auf 30,9 %. Dabei war der Vorjahresvergleich anspruchsvoller, als es zunächst erscheint. Im zweiten Quartal 2025 profitierte Waste Management von umfangreichen Aufräumarbeiten nach Waldbränden. Ohne diesen Sondereffekt wäre das bereinigte operative EBITDA im aktuellen Quartal sogar um 9,1 % gewachsen. Der Konzern konnte die Profitabilität daher trotz eines ungünstigen Vergleichswertes steigern.

So optimiert das Unternehmen seine Profitabilität

Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt die Preissetzungsmacht. Waste Management erhöhte die sogenannten Kernpreise um 5,7 %. Der tatsächlich realisierte Preisertrag im Sammel- und Entsorgungsgeschäft lag bei 3,6 %. Die Mengen gingen hingegen um 1,8 % zurück. Ein bedeutender Teil dieses Rückgangs entstand erneut durch den Vergleich mit den Aufräumarbeiten nach den Waldbränden im Vorjahr. Bereinigt um diesen Effekt sanken die Mengen im Sammel- und Entsorgungsgeschäft lediglich um 0,4 %. Die auf den Deponien abgelagerten Mengen wären sogar um 1,7 % gestiegen.

Hinzu kommt eine bewusste strategische Entscheidung. Waste Management trennt sich im Privatkundengeschäft von weniger profitablen Verträgen. Das belastet kurzfristig die Mengen, verbessert aber die Qualität der verbliebenen Umsätze. Im Privatkundensegment sank das Volumen deshalb um 2,9 %, während der Preisertrag bei 6,1 % lag. Immerhin verlangsamte sich der Mengenrückgang gegenüber dem vorherigen Quartal um 2,1 Prozentpunkte. Wir sehen hier daher kein grundsätzliches Nachfrageproblem. Waste Management bevorzugt offenbar profitable Verträge gegenüber Wachstum um jeden Preis.

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Der Blick auf die Segmente des Unternehmens

Das Kerngeschäft mit der Sammlung und Entsorgung von Abfällen erwirtschaftete einen Umsatz von 5,48 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte operative EBITDA erhöhte sich um 79 Mio. auf 2,12 Mrd. US-Dollar. Die Marge blieb mit 38,6 % auf einem außergewöhnlich hohen Niveau stabil. Waste Management profitierte von Preisen, die stärker als die Kosten stiegen, einer geringeren Fluktuation bei den operativen Beschäftigten und einer weiterhin strikten Kostenkontrolle. Das zeigt uns, weshalb das Geschäftsmodell so wertvoll ist: Selbst bei leicht sinkenden Mengen kann der Konzern seine Ergebnisse steigern.

Zusätzlichen Schwung liefern inzwischen Recycling und erneuerbare Energie. Das bereinigte operative EBITDA dieser beiden Bereiche stieg zusammen um 32,5 % beziehungsweise 40 Mio. US-Dollar. Waste Management profitiert dabei von höheren Recyclingmengen, stärker automatisierten Anlagen und einer wachsenden Produktion von erneuerbarem Erdgas. Im zweiten Quartal nahm das Unternehmen drei neue Anlagen in Betrieb, die langfristig zusammen rund 3,5 Mio. MMBtu erneuerbares Erdgas pro Jahr produzieren sollen. Eine neue Recyclinganlage in Denver erweitert die jährliche Verarbeitungskapazität außerdem um etwa 60.000 Tonnen. Diese Investitionen entwickeln sich damit zunehmend zu einem zusätzlichen Ergebnistreiber.

Auch die Integration des übernommenen Stericycle-Geschäfts macht Fortschritte. Im Segment Healthcare Solutions sank der Umsatz zwar leicht von 646 Mio. auf 638 Mio. US-Dollar. Das bereinigte operative EBITDA stieg jedoch von 110 Mio. auf 121 Mio. US-Dollar. Die Marge verbesserte sich entsprechend von 17,0 % auf 19,0 %. Waste Management erzielt damit trotz geringerer Erlöse mehr Gewinn. Das Management verweist vor allem auf niedrigere Verwaltungskosten und die engere Verzahnung mit dem bestehenden Sammel- und Entsorgungsnetz. Genau diese Synergien bildeten einen wesentlichen Teil der ursprünglichen Übernahmethese.

Waste Management-Aktie: Die Investoren profitieren!

Besonders stark entwickelte sich der Cashflow. Der operative Mittelzufluss stieg um knapp 12 % auf 1,73 Mrd. US-Dollar. Der freie Cashflow erhöhte sich sogar um 34,5 % von 818 Mio. auf 1,10 Mrd. US-Dollar.

Einen großen Teil davon gab Waste Management direkt an seine Aktionäre zurück: 659 Mio. US-Dollar flossen in Aktienrückkäufe und 379 Mio. US-Dollar in Dividenden. Insgesamt schüttete der Konzern damit etwas mehr als eine Milliarde US-Dollar aus. Wir sehen hier die hohe Qualität des Geschäftsmodells. Waste Management kann investieren, Übernahmen integrieren und gleichzeitig erhebliche Beträge an die Investoren der Waste Management-Aktie zurückgeben.

Der Ausblick und unser Fazit für die Waste Management-Aktie

Beim Ausblick ergibt sich ein gemischtes, aber insgesamt solides Bild. Das Management senkte die Umsatzprognose um rund 0,6 % und erwartet nun Erlöse zwischen 26,28 Mrd. und 26,48 Mrd. US-Dollar. Der Grund sind vor allem niedrigere Volumenerwartungen. Die Prognosen für das bereinigte operative EBITDA von 8,15 Mrd. bis 8,25 Mrd. US-Dollar und den freien Cashflow von 3,75 Mrd. bis 3,85 Mrd. US-Dollar bleiben jedoch unverändert. Gleichzeitig erhöhte Waste Management das Margenziel um 0,2 Prozentpunkte auf 31,0 % bis 31,2 %.

Wir sind mit dem zweiten Quartal insgesamt zufrieden. Das Umsatzwachstum bleibt zwar überschaubar und entsteht überwiegend durch höhere Preise statt durch steigende Mengen. Waste Management zeigt jedoch, dass genau darin eine seiner größten Stärken liegt. Der Konzern kann schwächere Volumina durch Preise, Automatisierung und Kostenkontrolle mehr als ausgleichen. Gleichzeitig entwickeln sich Recycling, erneuerbare Energie und die Entsorgung medizinischer Abfälle zu zusätzlichen Gewinnquellen.

Die leicht gesenkte Umsatzprognose ist daher kein größeres Warnsignal. Entscheidender ist für uns, dass Waste Management seine Ergebnis- und Cashflowziele bestätigt und sogar eine höhere Marge erwartet. Das Unternehmen bleibt damit ein defensiver Qualitätskonzern, der aus einem unverzichtbaren Geschäft verlässlich steigende Gewinne und hohe freie Cashflows erwirtschaftet. Solange sich dieses Schwungrad weiter dreht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Marke von 300 US-Dollar bei der Waste Management-Aktie fällt.

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