Solltest du Coca-Cola, Apple & American Express noch kaufen, wenn du Berkshire Hathaway besitzt?

Coca-Cola (WKN: 850663), Apple (WKN: 865985) und American Express (WKN: 850226) befinden sich allesamt im Portfolio von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2). Eine geläufige Meinung besagt daher, dass die Aktie, die Warren Buffett aufgebaut und nun an Greg Abel als neuen CEO in neue Hände gegeben hat, ausreicht. Die Einzelpositionen würden die Konzentration nur erhöhen. Die Profis wissen schon, was sie tun.
Auf der einen Seite glaube ich, dass diese Sichtweise sehr richtig ist. Man macht wenig verkehrt, wenn man Berkshire Hathaway die Aufgabe überlässt, Rendite zu erzielen. Aber Coca-Cola, Apple und American Express sind trotzdem andere Gesamtpakete. Es sind individuelle Einzelchancen.
Was ist also richtig, was sollte man tun? Überlegen wir uns einfach mal verschiedene Szenarien, wann neben Berkshire Hathaway eine Investition in Coca-Cola, Apple oder American Express sinnvoll sein kann.
Berkshire Hathaway ohne Dividende: Coca-Cola, Apple und American Express zahlen schon!
Fangen wir mit einem sehr wichtigen Unterschied an. Die Aktie von Berkshire Hathaway zahlt bekanntlich keine Dividende. Buffett und Greg Abel halten das Geld, das sie erwirtschaften, lieber auf dem eigenen Konto. Sie planen, dieses Geld weiter zu investieren. In der Theorie klingt das gut und sinnvoll. Sie wissen, was sie tun. In der Praxis kann es trotzdem Gründe geben, in die einzelnen Aktien zu reinvestieren. Vor allem, wenn man Dividenden benötigt.
Denn auch wenn wir als Investoren theoretisch von den Dividenden partizipieren: Sie führen nie zu Mittelrückflüssen. Wer also im Ruhestand ist, ein passives Einkommen benötigt und nicht aktiv einzelne Positionen verkaufen möchte, um ein Einkommen zu erzielen, der kann Aktien wie Coca-Cola, Apple oder American Express kaufen.
Sie sind einerseits handverlesen von Warren Buffett. Andererseits bieten sie sehr solide und moderat wachsende Dividenden. Das bedeutet, dass wir die Aktie von Berkshire Hathaway halten können. Für den Vermögensaufbau, für die Gesamtrendite. Einzelne Positionen überzugewichten führt jedoch dazu, dass wir ein passives Einkommen erhalten. Wir selbst. Nicht nur indirekt als Aktionäre von Berkshire Hathaway, wo wir lediglich über Aktienrückkäufe Kapitalrückführungen beziehen.
Den Schwerpunkt anders setzen
Gehen wir zu einem weiteren Thema über. Berkshire Hathaway ist meiner Meinung nach so etwas wie ein optimierter ETF. Sind die Bewertungen hoch, steigt der Cash-Anteil. Ansonsten gilt, dass wir an einer vorwiegend US-lastigen Auswahl verschiedener Aktien partizipieren. In der Tendenz eher selektiv. Aber das ist kein Abbruch.
Als Investor kann man aber mit diesen drei Aktien verschiedene Schwerpunkte setzen. Wer mehr Wachstum haben will, der setzt zum Beispiel auf American Express. Der Kreditkartenkonzern steigert den Gewinn je Aktie nicht selten um über 10 % pro Jahr. Wohingegen Coca-Cola eher mit sehr defensiver, stabiler Klasse und einem moderateren Wachstum und Dividendenwachstum glänzt. Apple wäre etwas mehr Tech. Auch wenn Berkshire Hathaway ein wenig mehr Tech-Esprit bekommt: Man könnte es damit steuern.
Wir sehen daher: Wir können neben der Aktie von Berkshire Hathaway durch bewusstes Erhöhen der Allokation den Schwerpunkt unseres Portfolios anders ausrichten. Daneben haben wir bei diesen Positionen nicht den Rest des gesamten Konglomerats, der einzelne Performances ausbremst. Deswegen können einzelne Aktien eine sinnvolle Ergänzung sein.
Coca-Cola, Apple, American Express: Kenne die Risiken abseits von Berkshire Hathaway
Trotzdem sollten wir auch erwähnen, dass die Aktie von Berkshire Hathaway aufgrund der Summe der Einzelteile das ist, was sie ist. Sie ist diversifiziert. Sie begrenzt einzelne Performances am Gesamtportfolio. Trotzdem gibt es verbundene Unternehmen, die man ansonsten nicht kaufen könnte. Wie gesagt: Es ist eher so etwas wie eine qualitativere ETF-Alternative.
Wer zu stark von Berkshire Hathaway abweicht, der darf nicht vergessen, dass das auch die Performance betreffen kann. Begeht man einen Fehler, kauft eine Aktie zum Beispiel zu teuer, so kann das zu einer geringeren Rendite führen. Eine höhere Allokation im Tech-Segment könnte außerdem den Schwerpunkt zu stark in Richtung eines Segments verschieben, das Warren Buffett lange Zeit bewusst gemieden hat.
Unterm Strich sehe ich daher gute Gründe, warum man neben Berkshire Hathaway auch die einzelnen Aktien kaufen kann. Ob man das möchte? Das bleibt deine finale Entscheidung. Überlege gut, was du gewinnst. Und welches Risiko du bereit bist, dafür einzugehen.
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Vincent besitzt Aktien von American Express, Berkshire Hathaway und Coca-Cola. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von American Express, Apple und Berkshire Hathaway.
