Diese 3 günstigen Dividendenaktien können dich und dein Depot bereichern

Hohe Dividendenrenditen sind schnell aufgespürt. Schwieriger wird es bei der Frage, ob die Dividende auch in fünf oder zehn Jahren noch verlässlich fließt.
Drei aktuell vergleichsweise günstige Dividendenaktien fallen momentan aus meiner Sicht besonders auf.
Sie bieten eine laufende Rendite von rund 4 % bis 6 % und basieren auf Geschäftsmodellen, die verlässlich genug Cashflow für die Ausschüttungen erwirtschaften.
Worauf es bei günstigen Dividendenaktien wirklich ankommt
Eine hohe Dividendenrendite allein taugt selten als Kaufargument. Im Gegenteil: Rutscht der Aktienkurs ab, steigt die Rendite automatisch an. Das kann verlockend sein, ist aber in den meisten Fällen ein Warnsignal.
Langfristige Anleger stellen deshalb andere Fragen: Wie stabil laufen Umsatz und Gewinn? Wie viel freien Cashflow erwirtschaftet das Unternehmen? Welchen Teil des Gewinns schüttet es aus? Und wie krisenfest zeigte sich die Dividende in schwierigen Jahren?
Genau diese Punkte machen die folgenden drei Unternehmen spannend. Sie alle bieten eine vergleichsweise hohe Ausschüttung. Gleichzeitig unterscheiden sie sich in ihrem Geschäftsmodell und ihrem Risiko deutlich.
AT&T: Rund 4 % Dividendenrendite bei günstiger Bewertung
AT&T (WKN: A0HL9Z) ist aktuell einer der auffälligsten günstigen Dividendenwerte am US-Markt. Aktuell kostet die Aktie rund 26 US-Dollar (Stand: 26.8.2026, maßgeblich für alle Angaben). Bei einer jährlichen Dividende von 1,11 US-Dollar je Aktie entspricht das einer Rendite von etwa 4,3 %.
Gleichzeitig ist die Aktie günstig bewertet: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bezogen auf den vergangenen Gewinn liegt bei rund 8,5, das erwartete KGV bei etwa 11.
Die Dividende bleibt seit 2022 konstant bei 0,2775 US-Dollar je Quartal. Auf den ersten Blick fehlt hier das Wachstum, für die Investmentthese ist jedoch ein anderer Punkt entscheidend: Die Ausschüttung steht auf einem deutlich stabileren Fundament als in den Jahren extrem hoher Verschuldung. Die aktuelle Ausschüttungsquote liegt bei rund 37 % des Gewinns. Gemessen am operativen Cashflow sind es sogar nur rund 21 %.
Das verschafft dem Unternehmen spürbaren Spielraum. AT&T investiert weiter in Glasfaser und 5G, baut parallel Schulden ab und kauft eigene Aktien zurück. Im ersten Quartal 2026 erwarb der Konzern beispielsweise rund 88 Mio. eigene Aktien für 2,28 Mrd. US-Dollar.
Für Anleger ergibt sich daraus eine attraktive Kombination: Eine verlässliche Dividendenrendite, eine niedrige Bewertung und eine Ausschüttung, die solide durch den Cashflow gedeckt ist. Der Schwachpunkt bleibt das ausbleibende Dividendenwachstum. AT&T ist damit eher ein Wert für stabile laufende Erträge als für dynamisch steigende Ausschüttungen.
Verizon: Mehr als 5 % Rendite bei solider Ausschüttungsdeckung
Verizon (WKN: 868402) bietet eine noch etwas höhere laufende Rendite. Die Aktie stand zuletzt bei knapp 50 US-Dollar. Bei einer annualisierten Dividende von 2,83 US-Dollar entspricht das einer Rendite von rund 5,7 %.
Spannend ist der Blick auf die Historie: Verizon steigert die Ausschüttung seit 2006 Jahr für Jahr. Auch 2026 kletterte die Quartalsdividende weiter – von 0,69 auf 0,7075 US-Dollar.
Die Ausschüttung wirkt keineswegs ausgereizt. Je nach Berechnung fließen rund 67 bis 74 % des Gewinns an die Aktionäre. Noch komfortabler sieht es beim Cashflow aus. Die Dividende beansprucht lediglich rund 31 % des operativen Cashflows.
Gleichzeitig ist Verizon deutlich günstiger bewertet als viele klassische Qualitätswerte. Das erwartete KGV liegt aktuell unter 10. Der Markt verlangt also keinen hohen Preis für das stabile Geschäft mit Mobilfunk und Breitband.
Ein Selbstläufer ist das Investment allerdings nicht. Verizon schleppt eine hohe Schuldenlast mit sich herum, zudem wächst der Telekommunikationsmarkt nur schleppend. Die Stärke des Konzerns liegt deshalb weniger in dynamischen Umsatzsprüngen als in verlässlichen, wiederkehrenden Einnahmen und einem gut planbaren Cashflow.
Genau das macht den Wert für langfristige Dividendenjäger attraktiv. Wer auf große Wachstumssprünge verzichten kann, bekommt eine hohe laufende Rendite und eine verlässliche Historie steigender Ausschüttungen.
General Mills: 6 % Dividendenrendite und ein unbeliebter Aktienkurs
General Mills (WKN: 853862) ist der spannendste Sonderfall dieser Auswahl. Zum Lebensmittelkonzern gehören bekannte Marken wie Cheerios, Nature Valley, Häagen-Dazs und Old El Paso. Zuletzt wechselte die Aktie für knapp 40 US-Dollar den Besitzer. Da die Dividende bei jährlich 2,44 US-Dollar liegt, entspricht das einer Rendite von rund 6,1 %.
Diese hohe Rendite ist jedoch kein Produkt einer riskanten Ausschüttungspolitik. General Mills zahlt seit 127 Jahren ununterbrochen Dividenden. Die aktuelle Quartalsdividende von 0,61 US-Dollar behielt der Konzern auch 2026 bei. Zuvor hatte er die Ausschüttung sechs Jahre in Folge erhöht.
Ein genauerer Blick auf die Ausschüttungsquote ist allerdings wichtig. Das jüngste Konzernergebnis leidet unter hohen Sonderbelastungen – vor allem durch eine milliardenschwere Abschreibung auf das Tiernahrungsgeschäft. Dadurch ist die klassische Gewinnquote der letzten zwölf Monate verzerrt und rechnerisch sogar negativ.
Aussagekräftiger sind die erwarteten Gewinne und der Cashflow. Bezogen auf den erwarteten Gewinn liegt die Ausschüttungsquote bei rund 76 %. Gemessen am freien Cashflow sind es dagegen nur knapp 53 %.
Das zeigt: Die Dividende ist durch das operative Geschäft weitaus besser abgesichert, als es das nackte, von Einmaleffekten belastete Konzernergebnis vermuten lässt.
Auch die Bewertung spricht für die Aktie. Das erwartete KGV liegt bei knapp 13, während der Kurs weit unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.
Damit wird General Mills zu einer klassischen Value- und Dividendenwette. Der Konzern muss nun beweisen, dass die eingeleiteten Spar- und Effizienzprogramme wieder zu profitablem, organischem Wachstum führen.
Genau hier liegt die Chance für Anleger: Stabilisiert sich das Geschäft, bleibt nicht nur die Dividende verlässlich – die Aktie hätte auch deutliches Potenzial für eine Neubewertung.
Eine hohe Rendite ist bei Dividendenaktien gut, aber eine nachhaltige Rendite ist besser
Diese drei Titel beweisen: Eine günstige Bewertung muss bei Dividendenaktien kein Warnsignal für mangelnde Qualität sein.
AT&T lockt mit einer Rendite von rund 4,3 % und einer bemerkenswert niedrigen Ausschüttungsquote. Verizon kommt auf rund 5,6 % und schraubt die Ausschüttung seit 20 Jahren ununterbrochen nach oben. General Mills bietet mit gut 6 % die höchste Rendite des Trios und blickt auf eine legendäre Historie von 127 Jahren ohne jede Zahlungsunterbrechung zurück.
Bei der Auswahl kommt es jedoch auf das Zusammenspiel an. Eine Dividende darf nicht nur im Moment verlockend hoch sein – das Geschäftsmodell und der Cashflow müssen sie dauerhaft tragen. Genau deshalb sind AT&T und Verizon für einkommensfokussierte Anleger besonders spannend. General Mills wiederum punktet mit einer noch etwas höheren Rendite und zusätzlich der Chance auf ein operatives Comeback.
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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von AT&T und Verizon. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
