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Schon mitbekommen? Edge Computing explodiert zu einem Milliardenmarkt und hier sind fünf Unternehmen, die davon profitieren

Foto: Getty Images

Die Leitmesse CeBIT 2018 hat die Tore geöffnet und Edge Computing ist eines der ganz heißen Themen dieses Jahr. Analysten sind sich sicher, dass daraus in wenigen Jahren ein Milliardenmarkt entsteht. Fünf europäische Unternehmen und ihre Aktionäre könnten schon bald erheblich davon profitieren, darunter STMicroelectronics und die Deutsche Telekom.

Darum ist Edge Computing in Zukunft so wichtig

Edge Computing, das wirkt mal wieder wie eines der vielen Buzz-Wörter und Hypes der IT-Industrie. Wie so oft gibt es keine eindeutige Definition. Je nachdem, aus welchem Umfeld jemand kommt, kann sich das völlig anders anhören. Schließlich sind daran unter anderem Netzwerktechniker, Cloud-Infrastrukturanbieter, Fabrikautomatisierer, Sensorentwickler und Technologie-Integratoren beteiligt.

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Zusätzlich für Verwirrung sorgt, dass verwandte Begriffe wie zum Beispiel Fog Computing herumgeistern. Letztlich geht es allerdings immer darum, dass sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass man für viele anspruchsvolle Anwendungen nicht einfach alle Daten in die entfernte Cloud schicken kann. Das Datenaufkommen ist zu groß, wenn Hunderte Sensoren beteiligt sind, die zentrale Verarbeitung zu aufwendig und die Verzögerung zu hoch.

Deswegen ist es notwendig, IT-Ressourcen — also Rechenleistung, Speicher und Bandbreite — dezentraler zu organisieren und wieder näher zur Anwendung zu bringen, ohne aber auf die Vorteile der übergeordneten Steuerung und Analyse über die Cloud zu verzichten.

Die Optionen zur Umsetzung einer solchen Architektur sind vielfältig. Sensoren könnten smarter werden und ihre Messdaten aufbereiten und komprimieren, bevor sie gesendet werden. Lokale Computer („Edge Gateway“), die als Brücke zwischen der lokalen Anwendung und der Cloud dienen, könnten einen Teil der Steuerung und Analyse übernehmen und nur ausgewählte Daten in die Cloud weiterleiten. Die Cloud-Anbieter selbst könnten alternativ eine flächendeckende Rechnerinfrastruktur („Fog Datacenters“) aufbauen, damit die Kundschaft ihre eigenen IT-Investitionen samt Wartungsaufwand minimieren kann.

Jeder Anwendungsfall ist anders, sodass die optimale Ressourcenverteilung stets aufs Neue gefunden werden muss. Klar ist, dass ein autonom fahrendes Auto nicht von der Cloud aus gesteuert werden kann. Trotzdem kann die Cloud viele nützliche Funktionen bereitstellen, damit sich das Auto besser im Verkehr zurechtfinden kann. Auch eine schnell drehende Maschine in der Fabrik benötigt Echtzeitüberwachung durch lokale Computer. Die Cloud kann aber beispielsweise standortübergreifende Vergleichsdaten liefern sowie umfangreiche Analysen über alle Geräte hinweg vornehmen.

Nachdem wir jetzt also eine recht gute Vorstellung haben, worum es beim Edge Computing geht, wird es Zeit, herauszufinden, welche Unternehmen damit zukünftig ihr Geld verdienen.

Edge-Computing-Picks, die man sich näher anschauen könnte

Ganz vorne dabei sind — wie könnte es anders sein — praktisch alle großen amerikanischen IT- und Internetkonzerne. Aber ein 500-Milliarden-Monstrum wegen eines aufkommenden Themas wie Edge Computing zu kaufen, ergibt kaum einen Sinn. In der zweiten und dritten Reihe finden sich hingegen auch einige interessante Spieler aus Europa, die gut positioniert sind und relativ gesehen viel stärker davon profitieren könnten:

Wenn es um smarte Sensoren und die digitale Absicherung der einzelnen Elemente einer Internet-der-Dinge-Lösung geht, sehe ich STMicroelectronics (WKN:893438) in einer guten Ausgangsposition. Das in der Schweiz angesiedelte multinationale Halbleiterunternehmen hat gerade vor wenigen Tagen eine hochintegrierte Sicherheitslösung für smarte Dinge vorgestellt und bietet ein durchgängiges Produktspektrum vom Sensor bis zur Steuerungseinheit (MCU).

Für die datentechnische Umsetzung von solchen vernetzten Lösungen bietet Cumulocity einen zentralen Baustein. Die Tochter der Software AG (WKN:330400) ist Gründungsmitglied der EdgeX Foundry, einer bedeutenden Initiative der Linux Foundation mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von unterschiedlichsten Edge-Computing-Komponenten durch definierte Standards zu erleichtern. Beim CeBIT-Auftritt des Softwarekonzers liegt ein großer Schwerpunkt auf der Edge-fähigen IoT-Plattform.

Netzwerkseitig ergeben sich für ADVA Optical (WKN:510300) großartige Chancen, aus der Lethargie zu erwachen. Deren fortschrittliche Technik ermöglicht es, die Ressourcenverteilung mit vergleichsweise geringem Aufwand zu optimieren. IT- und Netzwerkfunktionen können damit so nah wie nötig an die Anwendung gebracht werden. Auch die im Mai vorgestellte virtuelle Verschlüsselungslösung zur leistungsstarken Absicherung der Kommunikation mit beliebigen Clouds ist aussichtsreich.

Unter den Industrieautomatisierern und Elektrotechnikern erscheint mir Schneider Electric (WKN:860180) ganz weit vorne. Die Franzosen haben mit EcoStruxure for Data Center Edge Computing ein umfassendes Portfolio für anwendungsnahe Rechenzentren. Dazu gehören wichtige Komponenten wie Schaltschränke, unterbrechungsfreie Stromversorgung, Kühlung, Energiemanagement. Wenn in Zukunft jede Menge dezentrale Rechenzentren eingerichtet werden, dann wird in vielen Fällen das Know-how von Schneider gefragt sein.

Ein Unternehmen, das genau das vorhat, ist die Deutsche Telekom (WKN:555750), die nicht nur über riesige Telekommunikationsnetze verfügt, sondern auch über IT-Know-how und eigene Cloud-Rechenzentren. Über ihre Tochter MobiledgeX soll nun das Edge Computing von Kalifornien aus vorangebracht werden, wobei ein Fokus auf mobilen Anwendungen liegen soll.

Noch ist wenig über die konkreten Pläne bekannt, aber theoretisch könnte der Konzern bei jedem Funkmast und in jedem Multifunktionsgehäuse („Telefonkasten“) Rechenleistung und Datenspeicher unterbringen. Sicher ist, dass aktuell viele Ressourcen in die Erforschung und Erprobung der Technologie gesteckt werden, und die Chancen stehen gut, dass der Konzern eine führende Rolle spielen kann, vor allem wenn der Deal von T-Mobile US (WKN:A1T7LU) mit Sprint (WKN:A1W1XE) über die Bühne geht.

Ein Thema für die Watchlist

Edge Computing lässt Raum für viele Spieler. Für manche ist es vielleicht nur ein kleines Zubrot, während andere ihre Zukunftshoffnungen darauf bauen. Besonders spannend finde ich von daher ADVA Optical. Sehr neugierig bin ich aber auch, wie weit die Software AG ihre Tochter Cumulocity noch entwickeln kann.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt T-Mobile US.

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