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Wirecard-Aktie: Sind die Rekordzeiten endgültig vorbei?

Wirecard Kreditkarte Kartenstappel Wirecard-Aktie
Foto: Wirecard AG

Wirecard (WKN: 747206) schien nichts aufhalten zu können. Über Jahre hinweg kam es immer wieder zu Anschuldigungen von Shortsellern und zuletzt der „Financial Times“, dass es bei Wirecard nicht mit rechten Dingen zugehe. Mehr als einmal ist dadurch die Aktie stark gefallen. Doch jedes Mal hat sie sich auch wieder relativ schnell erholt.

Eine Prüfung der Bilanzen durch eine unabhängige Instanz sollte endgültig Abhilfe schaffen und deren Richtigkeit belegen. Doch dann kam alles ganz anders.

Bilanzprüfung entpuppt sich als Katastrophe

Zuerst sah es so aus, als würde die Prüfung das Unternehmen voll und ganz entlasten. Es gab sogar eine Mitteilung vor Veröffentlichung des kompletten Berichts, dass nach ersten Erkenntnissen keine Hinweise auf Bilanzmanipulationen gefunden werden konnten.

Doch dann wurde der Bericht veröffentlicht und zeigte ein erschreckendes Bild. Zwar konnten tatsächlich keine Hinweise auf eine derartige Manipulation gefunden werden. Doch konnte auf Grund der unvollständigen Informationen, auf die man Zugriff hatte, auch nichts mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Letztendlich wurden ein paar der Anschuldigungen entkräftet, doch die schwerwiegendsten Anschuldigungen konnten weder bestätigt noch entkräftet werden. Damit hat die gesamte Prüfung ihren erhofften Zweck verfehlt.

Gleichzeitig kamen Punkte zum Vorschein, die den Aktionären scheinbar vorenthalten wurden. Beispielsweise kommt ein nicht unerheblicher Teil des Konzernumsatzes von nur drei Firmen, die für Wirecard Zahlungen in anderen Ländern abwickeln. Ein nicht unerhebliches Geschäftsrisiko, über das man als Investor doch gerne informiert werden möchte.


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Als Reaktion auf die Erkenntnisse wurden Konzernchef Braun nun Vorstände zur Seite gestellt, die sich um das operative Geschäft sowie Compliance kümmern. Er selbst wird nun die strategische Weiterentwicklung koordinieren.

Bisher wurden die Ziele für die nächsten Jahre nicht angepasst. Doch sollte die schlechte Presse um das Unternehmen so weitergehen, könnte sich das auch negativ auf das Geschäft auswirken und das rasante Wachstum bremsen.

Ambitionierte Pläne für die Zukunft bleiben bestehen

Kaum ein deutsches Unternehmen wächst so schnell wie Wirecard. Im letzten Geschäftsjahr konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sagenhafte 38 % gesteigert werden. Mit dem Gewinn nach Steuern ging es sogar um 40 % bergauf.

Glaubt man der aktuellen Prognose, dann wird sich diese Entwicklung auch über die nächsten Jahre so fortsetzen. Nach der aktuellsten Einschätzung des Managements dürfte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in diesem Jahr noch einmal kräftig steigen. Für das abgeschlossene Geschäftsjahr wurde auf dieser Basis ein Ergebnis von 785 Mio. Euro ausgewiesen. Für das laufende Jahr rechnet man momentan mit einem Wert zwischen 1,0 und 1,12 Mrd. Euro, also noch einmal etwa 40 % mehr als im Vorjahr.

Für 2025 hat man sich noch ambitioniertere Ziele gesetzt. Auf mehr als 3,8 Mrd. Euro soll der Gewinn auf dieser Basis bis dahin steigen. Eine Verdreifachung innerhalb von nur fünf Jahren also! Die Zeichen stehen zweifellos weiter auf Wachstum.

Das große Fragezeichen hängt wohl an den Auswirkungen der schlechten Kommunikation mit den Finanzmärkten. Sollte man es schaffen, das Vertrauen der Aktionäre zurückzugewinnen und das Vertrauen der Kunden nicht zu verlieren, könnte die Aktie aus meiner Sicht bald wieder Kurs auf das Allzeithoch nehmen.

Denn sollten sich die Zahlen so bewahrheiten, wie sie im Ausblick für 2025 genannt werden, dann könnte die Aktie momentan ein Schnäppchen sein.

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Dennis Zeipert besitzt Wirecard-Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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