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Neuer CEO bei Fresenius! Kommt jetzt der Turnaround?

Achterbahnfahrt
Foto: Getty Images

Der Gesundheitskonzern Fresenius (WKN: 578560) überraschte Anleger am Freitagabend mit der Mitteilung, dass Michael Sen ab Oktober den Vorstandsvorsitz übernehmen wird. Der bisherige CEO Stephan Sturm wird Fresenius verlassen. Der Kurs der gebeutelten Fresenius-Aktie (-65 % in den letzten fünf Jahren) reagierte in einer ersten Reaktion nachbörslich positiv und stieg um 3 % (Stand: 20.08.22, gilt für alle Angaben). Könnte dies der Startschuss für einen Turnaround sein?

Die Entwicklung von Fresenius in den letzten Jahren

Schauen wir zunächst einmal darauf, wie sich Fresenius in den letzten Jahren entwickelt hat. Der aktuelle CEO Sturm übernahm im Juli 2016 den Vorstandsvorsitz. Sein Vorgänger Dr. Ulf Schneider hinterließ große Fußstapfen. In den 13 Jahren seiner Führung hatte sich der Umsatz von Fresenius getrieben durch eine Reihe von Übernahmen vervierfacht, der Gewinn mehr als verzwölffacht. Der Aktienkurs hat sich in diesem Zeitraum mehr als verzehnfacht. Herr Schneider ist mittlerweile CEO von Nestlé.

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Der aktuelle CEO Sturm kann auf eine weniger erfolgreiche Zeit zurückblicken. Von 2016 bis 2021 stieg der Umsatz lediglich um durchschnittlich 5 % pro Jahr, das Konzernergebnis um jährlich 3 %. Ein Grund dafür ist sicherlich die Corona-Krise. Doch auch bereits vor dem Jahr 2020 schwächte sich die Wachstumsgeschichte von Fresenius merklich ab. Im Jahr 2017 sollte der US-Pharmahersteller Akorn übernommen werden. Aufgrund von Unstimmigkeiten und gefälschten Medikamententests machte Fresenius im Jahr 2018 jedoch einen Rückzieher. Seitdem beschränkt sich der Konzern auf kleinere Übernahmen, weshalb das Unternehmenswachstum geringer ausfiel. Zudem schwächelte die Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care zuletzt, insbesondere in den USA. Auch hier wird ab Oktober ein neuer CEO das Ruder übernehmen.

Insgesamt schien meiner Einschätzung nach eine klare Strategie für das breit gefächerte, mit Schulden beladene Unternehmen zu fehlen (zuletzt hatte Fresenius 28 Mrd. Euro Finanzverbindlichkeiten bei einer Marktkapitalisierung von 14 Mrd. Euro). Heute steht die Fresenius-Aktie 61 % tiefer als zu dem Zeitpunkt, als Sturm den CEO-Posten übernahm.

Der neue CEO von Fresenius

Michael Sen hat also alle Chancen, es besser als sein Vorgänger zu machen. Der 53-jährige Manager ist erst seit April 2021 bei Fresenius verantwortlich für den Bereich Fresenius Kabi. Hier werden Medikamente und Medizintechnik zur Infusion, Transfusion und klinischen Ernährung vertrieben. Seine vorherigen Stationen umfassen Führungspositionen bei E.ON und Siemens Healthineers.

Der Blick nach vorne

Mir gefällt, dass man bei Fresenius offenbar erkannt hat, dass es nicht wie bisher weitergehen kann. Frischer Wind tut meiner Meinung nach gut. Dennoch lösen sich die vielfältigen Schwierigkeiten des Gesundheitskonzerns nun natürlich nicht plötzlich in Luft auf. Die Schuldenlast ist hoch, das Wachstum gering, der bedeutende Dialyse-Bereich (47 % Umsatzanteil in 2021) schwächelt, die breite Diversifizierung im Gesundheitsbereich kann ebenso als fehlende Fokussierung ausgelegt werden. Erst vor Kurzem strich das Unternehmen seine Ziele für das mittelfristige Gewinnwachstum von 5 bis 9 % zusammen. Der Umsatz soll nur noch um 4 % pro Jahr wachsen.

Es gibt also einige Baustellen für den neuen CEO. Bei all diesen Herausforderungen sollte man jedoch nicht übersehen, dass Fresenius in einem nicht zyklischen Bereich tätig ist und von Trends wie einer alternden Bevölkerung und einem steigenden Kostenbewusstsein im Gesundheitsbereich profitiert. Das Unternehmen ist einer der wenigen deutschen Dividendenaristokraten und weist eine Dividendenrendite von 3,6 % auf. Das KGV von 8 scheint günstig.

Ich halte einen Turnaround für nicht unwahrscheinlich. Bevor ich meinen kleinen Anteil an Fresenius aufstocke, möchte ich jedoch erste Erfolge sehen.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Fresenius und Siemens Healthineers. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.



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