Netflix: Mit Werbung am unbeliebtesten

Netflix (WKN: 552484) führte vor einigen Wochen Werbung ein und es gibt wirklich viele, teils unterschiedliche Indikationen. Ein latenter Tenor ist jedoch, dass das Angebot zunächst nicht so einschlug, wie das Management erwartet hat. Unter anderem Zahlungsströme und Rückerstattungen für weniger Volumen sollen das belegen.
Aber es gibt jetzt einen weiteren Indikator, der zeigen soll: Netflix ist mit Werbung offenbar am unbeliebtesten. Das ist zunächst zwar ein weiterer eher kurzfristiger Anzeiger. Trotzdem ist es einer, den wir uns als Investoren ansehen sollten.
Netflix: Unbeliebt mit Werbung?
Es ist eine Schlagzeile des Wall Street Journal, die aufhorchen lässt. Demnach ist Netflix unter den Angeboten mit Werbung und mit Blick auf die Einführungsperiode das bislang unbeliebteste Format. Im ersten Monat der Einführung hätten rund 9 % der neuen Abonnenten auf die werbefinanzierte Version gesetzt. Das gehe auf Daten des Research-Anbieters Antenna zurück.
Zum Vergleich: Als HBO Max ein teilweise werbefinanziertes Angebot launchte, sei die Akzeptanz bedeutend höher ausgefallen. Rund 15 % der neuen Abonnenten hätten im Jahr 2021 diese Variante gewählt. Die Differenz ist erstaunlich hoch, wobei wir schon hier anmerken können: Das Jahr 2021 und das Jahr 2022 sind von ihren Rahmenbedingungen vollkommen unterschiedlich.
Trotzdem stehen die Zahlen im Raum und sind für den ersten Monat durchwachsen. Wie es weiter heißt, habe eine Sprecherin von Netflix diese Zahlen kommentiert und betont, dass es sich um die ersten Tage dieses neuen Angebots handele. Man sei jedoch erfreut über die Akzeptanz des Angebots und das Engagement auf der Plattform. Sowie auch über den Eifer, mit dem Werbetreibende die eigene Plattform nutzen würden.
Ich bin da ganz bei der Unternehmenssprecherin
Die Zahlen stehen im Raum und an ihnen ist vermutlich nicht zu rütteln. Trotzdem hat Netflix gerade erst das eigene, teilweise werbefinanzierte Angebot auf den Markt gebracht. Jetzt bereits anhand des Momentums Rückschlüsse auf den langfristigen Erfolg abzuleiten, halte ich für falsch. Zumal der erste Monat auch im Zeichen von Sondereffekten wie der Fußballweltmeisterschaft gestanden haben könnte. Das ist ein Aspekt, der ebenfalls im Vergleich zu anderen Launches werbefinanzierter Angebote keine gleiche Ausgangslage schafft.
Ich werde mir daher bei Netflix nach einigen Monaten die Zahl der Werbekunden etwas näher ansehen. Beziehungsweise den allgemeinen Einfluss auf die Abonnentenbasis. Letztlich wäre es eigentlich gar nicht verkehrt, wenn es zukünftig mehr Vollzahler als Werbekunden gäbe. Vielleicht spricht das auch dafür, dass der Churn von Vollzahlern hin zu Mitgliedern mit Werbung nicht so hoch ausfällt, wie gedacht. Es könnte daher auch positive Aspekte haben, wenn wir das weiterdenken.
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Vincent besitzt Aktien von Netflix. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.