Neues Profitabilitätsdenken bei VW und Mercedes-Benz: Wann reagieren die Aktienkurse?

Der elektrische Volkswagen ID.3 in Weiß vor dem VW-Werk
Foto: Volkswagen AG

Die Aktienkurse von Volkswagen (WKN: 766400) und Mercedes-Benz (WKN: 710000) haben in letzter Zeit nur bedingt positive Impulse erfahren. Während VW mit seinem neuen Management und einem umfassenden Umbauprogramm auf dem letzten Kapitalmarkttag für Aufsehen sorgte, hat Mercedes-Benz bereits früher eine neue Strategie angekündigt, um sich verstärkt auf das Luxussegment zu konzentrieren. Beide zielen aber in die gleiche Richtung hin zu mehr Rendite.

Trotz allem bleiben die Bewertungen auf einem historisch niedrigen Niveau, das man auch als lächerlich ansehen könnte, sollte man die Zukunftsperspektiven bzw. Chancen der beiden Akteure näher betrachten. Die Frage bleibt, wann die Aktienkurse dieser Unternehmen endlich reagieren werden.

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VW geht in die Offensive

VW hat seit dem Amtsantritt von Konzernchef Oliver Blume einen Rückgang des Aktienkurses um etwa 8 % verzeichnet. Mittlerweile arbeitet Volkswagen – neben der Dauerbaustelle Software und Elektrifizierung – an einem umfassenden Umbau, der darauf abzielt, die Effizienz zu steigern, Werksauslastungen zu verbessern und Kosten zu senken. Dadurch sollen finanzielle Spielräume für Investitionen in Technologien und zur Stärkung der Position in China und Nordamerika geschaffen werden.

Beim Kapitalmarkttag von VW wurde das Konzept des „Value over Volume“ vorgestellt, bei dem der Fokus darauf liegt, mit jedem einzelnen Auto mehr Wertschöpfung zu erzielen. VW strebt bis 2027 eine Marge von bis zu 10 % an und erhöht sein Ziel für die Umsatzrendite bis 2030 auf 9 bis 11 %. Gleichzeitig soll die Investitionsquote sinken. Der Umsatz soll bis 2027 um jährlich 5 bis 7 % zulegen. Diese Pläne könnten dem gebeutelten Aktienkurs langfristig Auftrieb verleihen. Ob es klappt, bleibt abzuwarten.

Mercedes setzt auf Luxus pur

Auch Mercedes-Benz verfolgt eine neue Strategie, um sich verstärkt auf das Luxussegment zu konzentrieren. Das Unternehmen möchte sich auf die drei Produktkategorien Top-End Luxury, Core Luxury und Entry Luxury fokussieren, wobei der Schwerpunkt auf den margenstarken Segmenten Top-End Luxury und Core Luxury liegt.

Der Verkauf von Luxusautos hat sich für Mercedes-Benz in der Vergangenheit als äußerst profitabel erwiesen, da die Gewinnspannen in diesem Bereich deutlich höher sind als bei Kleinwagen. Das Stuttgarter Unternehmen plant, seine Investitionen in diese beiden Segmente zu erhöhen und gleichzeitig das Einstiegssegment auszudünnen.

Die Luxusstrategie von Mercedes-Benz hat bereits zu einem Verkaufsrekord bei den Top-End-Fahrzeugen geführt. Die steigende Zahl wohlhabender Menschen weltweit bietet dem Unternehmen gute Absatzchancen in diesem Segment.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Aktienkurse von VW und Mercedes-Benz entwickeln werden. Während sich die Mercedes-Benz-Aktie in den letzten Jahren auf deutlichem Erholungskurs befindet, dümpelt die VW-Aktie noch vor sich her.

Große Probleme bleiben

Grundsätzlich ist es gut und auch wichtig, dass die beiden großen deutschen Automobilhersteller ihren Fokus stärker auf Profitabilität legen. Die Hauptprobleme bleiben jedoch bestehen: So besitzen beide Unternehmen Nachholbedarf beim Thema Elektrifizierung und Digitalisierung ihrer Automobilflotte. Hier geben Start-ups wie Tesla (WKN: A1CX3T) oder Nio (WKN: A2N4PB) das Tempo vor.

Angesichts der neuen Bedrohungen könnte das chronisch niedrige Preisschild der beiden Aktien durchaus gerechtfertigt sein. Glaubt man jedoch an die Marken und die Anpassungsfähigkeit der beiden deutschen Automobilhersteller, so könnte einiges an Nachholbedarf bestehen.

Der Fokus auf mehr Profitabilität könnte somit ein entscheidender Schritt dahin gehend sein, die Aktienkurse wieder in eine andere Richtung zu bringen. Insofern begrüße ich die Strategieausrichtungen beider Unternehmen.

Letztendlich bleibt es aber abzuwarten, inwiefern sich die Bemühungen auch tatsächlich in konkrete Zahlen umsetzen lassen. Jetzt müssen Volkswagen und Mercedes-Benz vor allem eines: Liefern.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von Volkswagen und Mercedes-Benz. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Tesla.



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