BASF-Aktie noch nah am Jahrestiefstand: 2 Gründe, die gegen einen schnellen Turnaround sprechen!

Verschiedene farbige Flaggen mit dem BASF Logo und Slogan
Foto: BASF SE

Man muss ganz klar sagen, dass die BASF-Aktie (WKN: BASF11) schon immer etwas schwankungsanfälliger war. Doch seit fast sechs Jahren schwankt sie nunmehr von einem Tiefststand zum Nächsten.

Dies ist für die Investoren natürlich wenig erfreulich. Womit eine Frage hier bei den meisten sicherlich im Vordergrund steht. Und zwar, ob man schon bald mit einem Turnaround rechnen kann oder den BASF-Papieren etwa noch eine längere Durststrecke bevorsteht.

Folgende zwei Umstände könnten leider für Letzteres sprechen.

Eine weiterhin schwächere Nachfrage

So wie es aussieht, könnte uns die Ukraine-Krise noch eine ganze Weile in Atem halten. Und mit ihr selbstredend auch die Verwerfungen am Energiemarkt. Zusätzlich hat die Chemiebranche weiterhin mit einer schwachen Nachfrage zu kämpfen. Alles in allem also nicht unbedingt die beste Konstellation für unseren Chemieriesen BASF.

Um den herausfordernden Umständen entgegenzuwirken, hat man nicht nur ein Sparprogramm aufgelegt, sondern möchte auch mit Investitionen kräftig gegensteuern. Hier will man sich vor allem in China weiter strategisch ausrichten. Aber genau das ist dem Chemiekonzern jetzt ein Stück weit zum Verhängnis geworden.

Denn bereits Mitte Juni wurde bekannt, dass China nur relativ langsam aus seinem Corona-Tief herausfindet. Die demzufolge aus China gemeldeten recht tristen Wirtschaftsdaten haben aber nicht nur den ohnehin schwachen Chemiesektor belastet. Auch ganz allgemein sind viele exportlastigen Branchenwerte der deutschen Wirtschaft unter Druck geraten.

Die mittelfristigen Aussichten

Man muss natürlich eingestehen, dass die Messlatte bei BASF recht hoch angesetzt ist. Immerhin hat der DAX-Konzern im letzten Jahr mit 87,33 Mrd. Euro einen Rekordumsatz erzielt. Allerdings erreichte das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) schon nicht mehr den Vorjahreswert, sondern fiel mit 6,88 Mrd. Euro um 11 % niedriger aus.

Doch an der Börse zählen ja bekannterweise nicht die Vergangenheitswerte. Die Investoren stützen sich hier bei ihrem Handeln lieber auf die zukünftigen Wachstumsaussichten eines Unternehmens. Und die sehen zumindest mittelfristig bei BASF nicht ganz so gut aus. Im laufenden Geschäftsjahr sollen nämlich nach Schätzungen von MarketScreener sowohl der Umsatz (minus 8 %) als auch das EBIT (minus 29,5 %) wesentlich niedriger ausfallen als 2022.

Von da an soll es zwar wieder langsam nach oben gehen, doch selbst im Jahr 2025 sollen die Umsatzerlöse noch unter denen von 2022 liegen. Alleine das EBIT könnte sich bis dahin in etwa dem Wert aus dem Geschäftsjahr 2022 angenähert haben. Somit wäre es für mich absolut verständlich, wenn die Marktteilnehmer sich bei der BASF-Aktie noch eine zeitlang in Zurückhaltung üben.

Gibt es überhaupt eine Turnaround-Chance?

Bevor wir uns dieser Frage noch widmen, schauen wir aber einmal auf die derzeitige Situation der BASF-Papiere. Mit ihrem aktuellen Kurs von 44,97 Euro (10.07.2023) notieren sie knapp 5 % höher als vor einem Jahr. Sie bewegen sich damit aber gleichzeitig um 54 % unter ihrem ehemaligen absoluten Höchststand.

Auf diesem Niveau weist die BASF-Aktie in Hinsicht auf den zu erwartenden Gewinn für 2023 eine aktuelle Bewertung mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 11,5 auf. Interessant könnte es meiner Ansicht nach aber bei der Dividendenrendite aussehen. Durch den gedrückten Kurs sehen wir hier weiterhin einen sehr hohen Wert von 7,56 %.

Wenn sich ein Kurs sehr weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt hat, sind natürlich immer einmal größere Ausreißer nach oben möglich. Und sollten sich zusätzlich die fundamentalen Daten verbessern, kann man dann oftmals auch auf einen nachhaltigen Turnaround hoffen. Ob BASF hier aber bereits in diesem Jahr noch das Ruder herumreißen kann, ist in meinen Augen äußerst fraglich.

Was allerdings nicht zwangsläufig bedeutet, dass man von der BASF-Aktie Abstand halten muss. Denn sie bietet schließlich eine sehr hohe anfängliche Dividendenrendite bei gleichzeitig recht moderater Bewertung.

Man sollte auch bedenken, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch immer wieder zum Positiven ändern können. Wenn dies mittelfristig passiert, würde sicherlich auch BASF profitieren. Und dann könnte eben eventuell auch die Aktie irgendwann zu einem längeren Turnaround ansetzen.

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Andre Kulpa besitzt Aktien von BASF. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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