BASF: Zahlen- und Prognoseschock! Aktie jetzt erst recht ein günstiger Kauf?

Verschiedene farbige Flaggen mit dem BASF Logo und Slogan
Foto: BASF SE

Die BASF-Aktie (WKN: BASF11) erlebt mal wieder volatile Zeiten. Der Grund, relativ simpel: Das Management hat ein Kurzupdate zu den Zahlen des zweiten Jahresviertels bekannt gegeben. Aber der Einblick schmeckt den Investoren nicht, denn er geht mit einer Prognosesenkung für das laufende Geschäftsjahr 2023 einher.

Die Erwartungshaltung für die laufenden 12 Monate war bereits tiefer, als im Jahr davor. Nun können wir uns als Investoren also auf einen noch durchwachseneren Zeitraum einstellen. Aber macht das die BASF-Aktie womöglich zu einem günstigen Kauf. Ja, regelrecht zu einer Contrarian-Chance? Spannende Fragen, auf die wir Antworten finden wollen.

BASF-Aktie: Die neue Prognose im Blick

Das Management von BASF hat nun jedenfalls bekannt gegeben, dass der Umsatz im zweiten Jahresviertel bei voraussichtlich 17,3 Mrd. Euro gelegen hat. Mit einem EBIT vor Sondereinflüssen von lediglich 1,0 Mrd. Euro zeichnet sich ab, was sich in der Prognose bestätigt: Das Geschäftsjahr 2023 ist ergebnisseitig… herausfordernd.

Gemäß der neuen Prognose soll der Umsatz nun lediglich in einer Spanne zwischen 73 und 76 Mrd. Euro liegen. Bedeutet: Im Vergleich zur vorherigen Prognose von 84 und 87 Mrd. Euro gibt es einen deutlich schwächeren, operativen Verlauf, als prognostiziert. Mit einem EBIT vor Sondereinflüssen von lediglich 4,0 und 4,4 Mrd. Euro erwartet der Gesamtkonzern ebenfalls deutlich weniger. Zuvor lag die anvisierte Spanne zwischen 4,8 und 5,4 Mrd. Euro. In der Mitte bedeutet das ein Absenken der eigenen EBIT-Jahresziele von fast 18 %.

Hohe Inflation, eine nachlassende Konjunktur und eine Erholung, die sich primär im Dienstleistungssektor abgespielt hat, kolportiert das Management der BASF-Aktie als Gründe für die nun schwächeren Zahlen. Alles in allem: Keine Vollkatastrophe. Aber eben doch ein schwächeres Zahlenwerk, als ursprünglich mal angenommen.

Aktie jetzt ein Kauf…?!

Um das klar zu sagen: Bei der BASF-Aktie könnten schwierige Zeiten noch immer bevorstehen. Im Jahr 2023 ist nicht mit einem großen Wurf zu rechnen. Ob die große Erholung, die ergebnisseitig mal wieder einen Aufschwung beschert, im Jahre 2024 eintritt? Zumindest ein Fragezeichen.

Selbst mit einem EBIT in Höhe von 4,0 Mrd. Euro könnte die Dividende je Aktie in Höhe von zuletzt 3,40 Euro jedoch leistbar sein. Aber das Ausschüttungsverhältnis dürfte im Vergleich zu früheren Werten bedeutend höher ausfallen. Dennoch: Für Einkommensinvestoren könnten bei der BASF-Aktie zumindest stabile 7,5 % Dividendenrendite winken, was sehr deutlich zeigt: Es kann ein attraktives Renditepotenzial bestehen, zumindest für Buy-and-Hold-Investoren.

Entscheidend bleibt für Investoren, die jetzt günstig kaufen wollen, aber ein gewisser Contrarian-Gedanke. Die BASF-Aktie kann eigentlich bedeutend bessere Ergebnisse einfahren. Wir haben das in den Jahren 2021 oder auch 2019 gesehen, wo die Ergebnisse je Aktie jeweils deutlich über 6 Euro gelegen haben. Aber momentan ist die Wirtschaftslage alles andere als einfach und an solche Werte ist zumindest im Moment nicht zu denken.

Bei einer Erholung im Chemie-Segment und in der konjunktur-sensibleren Wirtschaft gehe ich jedoch davon aus, dass die BASF-Aktie eine größere Erholung hinlegen kann. Die Marktposition des DAX-Konzerns ist weiterhin stark, Wachstumsmöglichkeiten lauern in den Bereichen der Batterie-Technologie und im asiatischen Markt. Dennoch: Es braucht Geduld. Aber die Geduld könnte sich auszahlen und bei einem operativen Turnaround könnte sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis bis auf einen Wert von unter 8 verbilligen. Schon heute liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei ca. 0,5, was auch im Jahr 2023 bei deutlich unter 1 bleiben sollte.

Insofern sind viele Risiken auf dem jetzigen Bewertungsmaß eingepreist. Aber leider heißt das nicht zwangsläufig, dass es einen schnellen Turnaround geben muss. Das operative Zahlenwerk bleibt im Moment durchwachsen und vermutlich auch noch für einige Zeit.

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Vincent besitzt Aktien von BASF. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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