Was wäre dir lieber: 3.800 Euro Dividende sofort oder 300 Euro Dividende pro Monat?

Eine Person erntet Ertrag von einer Geldmünzen tragenden Pflanze
Foto: Mohamed Hassan via Pixabay

Das Gedankenspiel ist eigentlich relativ simpel: Der Unterschied zwischen 3.800 Euro Dividende sofort und 300 Euro Dividende pro Monat sind 200 Euro. Die Einmalzahlung käme mit einem höheren Wert einher. Wohingegen die 300 Euro pro Monat zwar den geringeren Wert widerspiegeln. Dafür eine gewisse Regelmäßigkeit beinhalten.

Die rationale Entscheidung ist wirklich einfach. Mit 3.800 Euro Dividende insgesamt erhalten wir mehr. Wir können diesen Betrag nehmen und in 316,67 Euro jeden Monat aufteilen. Aber ist es wirklich so einfach? Zumindest sagt die Beantwortung dieser Frage viel über uns als Investor-Typ aus.

3.800 Euro Dividende sofort vs. 300 Euro Dividende pro Monat: Ein paar Gedanken

Vielleicht liebäugelst du gerade sogar mit den 300 Euro Dividende pro Monat. Um das sehr klar zu sagen: Dafür verurteile ich dich nicht. Auch du solltest das nicht. Zwar ist das Ergebnis ein entscheidender Faktor. Für 200 Euro mehr verlieren wir jedoch auch die Flexibilität und die Möglichkeit, jeden Monat eine finanzielle Entscheidung zu treffen.

Um das mal sehr stark auf die Spitze zu treiben: Stell’ dir vor, du könntest zwischen 10.000 Euro Dividende wählen, die dir allerdings erst nach fünf Jahren ausgezahlt werden. Alternativ wäre es möglich, 160 Euro pro Monat zu erhalten. Der Unterschied ist zwar größer, in Summe sind es 9.600 Euro mit der monatlichen Variante zu 10.000 Euro nach fünf Jahren. Allerdings würde ich mich bei diesem Beispiel auch für die Zahlung alle ca. 30 Tage entscheiden.

Die Flexibilität wäre mir das Mehr einfach nicht wert. Es mag bei einem einzelnen Jahr zugegebenermaßen keinen großen Unterschied hinsichtlich der Wahlmöglichkeiten machen. Auf fünf Jahre hinweg fiele meine persönliche Bewertung jedoch anders aus. Zumal wir die 160 Euro Dividende jeden Monat reinvestieren könnten, um das Delta ein kleines bisschen auszugleichen.

Wir sehen daher, dass wir diese Frage aus wirklich vielen Perspektiven heraus beantworten können. Denkbar wäre für mich auch, dass wir im Alter und im Ruhestand tendenziell eher 300 Euro pro Monat benötigen, um unsere Fixkosten zu decken. Möglicherweise können wir nicht elf oder zwölf Monate warten, ehe wir eine erste Rendite auf unsere Investition erhalten. Auch das könnte ein Grund sein, um die aus der Perspektive der Rendite zunächst nicht logischere Alternative zu wählen. Die Opportunitätskosten unserer Entscheidungen dürfen aber nicht nur die Rendite berücksichtigen.

Auch Emotionen ein Grund?!

Um auch das ganz klar zu sagen: Es kann auch psychologisch attraktiver sein, 300 Euro Dividende pro Monat zu erhalten, anstatt 3.800 Euro einmal pro Jahr. Emotionen gehören zum Investieren zwar nicht dazu. Aber auch das sagt sich einfacher, als es für so manchen Investor in der Realität wirklich ist.

Insofern gibt es wirklich einige gute Gründe, um mögliche Antworten auf die eingangs gestellte Frage zu finden. Der vielleicht wichtigste Ansatz ist: Welchen Preis bist du bereit, zu bezahlen? Auf wie viel Rendite würdest du verzichten? Oder im konkreten Fall: Auf wie viel passives Einkommen in Form der Dividende? Zugleich sehen wir ebenfalls, ob wir als Investor eher auf Sicherheit und planbare, regelmäßige Erträge aus sind. Oder ob wir uns den Luxus leisten können, für eine spätere (höhere) Belohnung Zeit zu opfern.

Es gibt jedenfalls Opportunitätskosten bei beiden möglichen Entscheidungen. Und mir ist es wichtig zu verstehen, dass es selbst bei dieser eigentlich banalen Fragestellung kein schwarz und weiß gibt, sondern mögliche Graufstufen.

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