Ich bin nur bereit, 100 % Verlust bei einer Aktie zu akzeptieren

100 % Verlust bei einer Aktie sind natürlich nur die Ausnahme. Oder sollten sie sein. Im Endeffekt möchte ich nicht, dass auch nur eine einzelne meiner Aktien eine solche Negativperformance erreichen. Aber es kann passieren. Theoretisch.

Für mich ist jedoch wichtig, dass eine Aktie auch wirklich bloß maximal 100 % Verlust herbeiführen kann. Das bedeutet, dass ich lediglich auf der Long-Seite in Wertpapiere investiere. Sowie auch, dass ich auf Hebel und sonstige künstliche Produkte verzichte, die einen höheren Verlust bedeuten können. So einfach ist das?

Ja, eigentlich schon. Aber die Theorie dahinter ist überaus bedeutend. Heute möchte ich daher mit dir teilen, warum ich einen maximalen Verlust von 100 % im Extremfall akzeptiere und warum keine Wertpapiere in meinem Depot darüber hinausgehen können.

100 % Verlust: Das Chance-Risiko-Verhältnis

Der maximale Verlust, den ich in meinem Depot akzeptieren möchte, ist ein Teil meines Ansatzes und meines tolerierten Chance-Risiko-Verhältnisses. Im Endeffekt ist mir eines wichtig: Jede Position soll mir als Buy-and-Hold-Investor langfristig mehr als 100 % Gesamtrendite ermöglichen können. Zum Beispiel, in dem ein Unternehmen über 15 Jahren eine Gesamtrendite von 8 % pro Jahr einfährt. Das entspricht dann einem Wert, der deutlich über 100 % liegt.

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Auf der Kehrseite sollte ich jedoch lediglich 100 % bei einer Aktie verlieren dürfen. Wenn ich diese beiden extremen Punkte zusammenführe, habe ich einen Erwartungswert, der langfristig positiv ist. Oder, um es deutlicher zu sagen: Meine Investitionen können in Summe stärker im Wert steigen, als dass sie an Wert verlieren können. Genau das ist der springende Punkt: Mir ist wichtig, dass die Chance größer ist, als das Risiko.

Eigentlich ist das keine besonders vielschichtige Erkenntnis. Aber es ist trotzdem nicht irrelevant. Wer zum Beispiel eine Aktie leerverkauft, der dreht die Chance und das Risiko um. Plötzlich ist ein höherer Verlust möglich, als die maximale Rendite. Das sind Investitionen, die ich vom Grundsatz her nicht gerne eingehe. Und entsprechend auch nicht tätige.

Bleiben wir bei einer Position

Es gibt aber auch andere Gründe, warum eine Aktie lediglich 100 % Verlust einfahren sollte. Der zweite, wichtige Aspekt ist für mich, dass eine einzelne Investition keine Auswirkungen auf mein Gesamtdepot oder andere Positionen haben sollte. Wenn ich beispielsweise einen Verlust von 150 % einfahre, so muss mein Portfolio das kompensieren. Bei einer Position, deren These aufgegangen ist, müsste ich dann 50 % von der Performance (bei einem in etwa gleich hohen investierten Betrag) abziehen. Diese Auswirkungen sind mir einfach zu umfangreich.

Deshalb rate ich auch dir: Entweder solltest du auf maximal 100 % Verlust bei einer Aktie „setzen“. Nicht, weil du diese Performance erreichen willst. Wohl aber, indem nicht andere und noch schlechtere Ergebnisse möglich sind. Oder du solltest sehr genau wissen, was du tust. Oder mit Mechanismen arbeiten, die deine Verluste im Zweifel kompensieren oder eingrenzen können.

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