PayPal: Neues Management, neues Werbegeschäft, neues Kurspotenzial?

Nahaufnahme des Logos der PayPal-App auf einem Smartphone
Foto: Brett Jordan via Pexels

Wenn man den Kurs der Aktie von PayPal (WKN: A14R7U) betrachtet, wirkt das Wertpapier des Fintechs nur noch wie ein Schatten seiner selbst. Zwar konnte sich die Aktie seit ihrem Tief im Oktober 2023 mittlerweile ein wenig erholen, hat aber im Vergleich zu seinem Allzeithoch im Juli 2021 noch immer knapp 80 % an Wert eingebüßt.

Rein operativ betrachtet läuft es für das Unternehmen aus San José, Kalifornien dabei gar nicht mal so schlecht. Darüber hinaus hat das Unternehmen ein neues Management Team und steigt nun in den Werbemarkt ein.

PayPal mit soliden Zahlen aber Nutzerbasis schwindet

Auf den ersten Blick erscheint es, als ob der starke Abverkauf der PayPal Aktie nicht gerechtfertigt ist. Immerhin konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 seinen Umsatz um 8 % auf 29,7 Mrd. US-Dollar steigern. Das operative Ergebnis des Unternehmens konnte im Vergleichszeitraum dabei um 31 % auf 5,0 Mrd. US-Dollar gesteigert werden, während das Nettoergebnis sogar um 76 % zulegen konnte. Auch die kürzlich veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal 2024 sehen nicht schlecht aus. So konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9 % auf 7,7 Mrd. und das operative Ergebnis um 18 % auf 1,4 Mrd. US-Dollar gesteigert werden.

Man fragt sich also warum sich die positive Entwicklung des Unternehmens nicht im Aktienkurs widerspiegelt. Der Grund hierfür liegt dabei darin, dass die verstärkte Wettbewerbssituation dafür gesorgt hat, dass PayPal Nutzer verliert. Während das Unternehmen nämlich Ende 2022 noch über 435 Mio. Nutzer verfügte, verringerte sich diese Zahl bis Ende 2023 kontinuierlich auf 426 Mio. Nutzer. Zusätzlich leidet die Gebühr, die PayPal für seine Dienste erhebt (sogenannte Take Rate) ebenfalls unter der verstärkten Konkurrenzsituation. So liegt dieser Wert mittlerweile bei 1,91 %. Ende 2022 lag die Take Rate noch bei 2,07 %.

Der negative Trend könnte aber langsam zum Erliegen kommen. So konnte PayPal das erste Mal seit vier Quartalen seine Nutzerzahl wieder erhöhen und verfügt momentan über 427 Mio. Nutzer. Trotz insgesamt niedrigerer Nutzerzahlen und einer verringerten Take Rate sollte nicht vergessen werden, dass aktive Nutzer den Zahlungsdienst immer häufiger verwenden. So steigt die Anzahl an Transaktionen pro aktiven Konto immer weiter an. Auf 12-Monatsbasis gesehen lag der Wert im letzten Quartal hier bei 60. Im Vorjahresquartal lag der Wert noch bei 53 und ein Jahr davor wiederum bei 47.

Neues Management und neue Geschäftseinheit

Nichtsdestotrotz macht die verringerte Take Rate und Transaktionsmarge dem Unternehmen weiterhin zu schaffen. Für das nächste Quartal erwartet PayPal nämlich einen Umsatzanstieg von 7 %. Der Gewinnanstieg pro Aktie soll dabei im niedrigen einstelligen Bereich liegen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2024 prognostiziert PayPal einen Anstieg  des Gewinn pro Aktie im mittleren bis höheren einstelligen Bereich. Natürlich liegt PayPal damit meilenweit von seinen früheren Wachstumsraten entfernt. Um dem Unternehmen neues Leben einzuhauchen, gab es in den letzten Monaten einige Wechsel in der Führungsriege.

So fungiert seit Ende September 2023 mit Alex Chriss ein neuer CEO an der Spitze des Unternehmens. Zuvor war Chriss im Führungsteam des Finanzsoftwareunternehmens Intuit tätig. Darüber hinaus hat PayPal seit Anfang November 2023 mit Jamie Miller ebenfalls einen neuen CFO. Zuletzt fungierte Miller als Global CFO bei der Beratungsgesellschaft EY. Außerdem verstärkte Ende Mai 2024 Mark Grether das PayPal-Team. Grether ist dabei verantwortlich für den Aufbau einer Werbeplattform und war zuvor bei Uber tätig, wo er die Werbesparte Uber Advertising leitete. Unter Grethers Führung schaffte es der Fahrdienst eine Werbegeschäft mit einem Umsatz in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar aufzubauen. PayPal sieht sich hierbei aufgrund von langjährigen Beziehungen zu Millionen von Verbrauchern und Händlern in einer einzigartigen Position, um eine erfolgreiche Werbeplattform zu kreieren.

Es scheint tatsächlich nicht abwegig, dass PayPal mit seinen Unmengen an Daten über Verbraucherpräferenzen es schaffen könnte ein erfolgreiches Werbegeschäft aufzubauen. Auch die sich mittlerweile stabilisierende bzw. steigende Nutzerbasis gepaart mit einer steigenden Anzahl an Transaktionen pro aktiven Nutzer wirken positiv. Wenn das neue Führungsteam es schafft die richtigen Impulse zu setzen, könnte die PayPal-Aktie ein starkes Comeback feiern. Berücksichtigt man dabei die bereits soliden Zahlen des Unternehmens scheint die Aktie bei einem vorwärts gerichteten KGV von 16 (Stand 10.06.2024) jedenfalls noch einiges an Luft nach oben zu haben.

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Samuel Tazman besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PayPal und Uber.



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