Zucker-Schock: Trump bremst Dividendenkönig Coca-Cola nicht!

Zwei Getränkedosen von Coca-Cola und zwei Limonadengläser auf einem Tisch
Foto: Pixabay via Pexels

Coca-Cola (WKN: 850663) hat durch US-Präsident Donald Trump einen leichten Zucker-Schock bekommen. Zum Hintergrund: Der US-Präsident habe (nach gewohnt eigener und mit Vorsicht zu genießender Darstellung) erwirkt, dass der US-amerikanische Getränkekonzern zukünftig Haushaltszucker verwende. In den USA steht bislang der Einsatz von Maissirup an der Tagesordnung. Aber nicht nur bei Coca-Cola, sondern eigentlich jedem dort produzierenden Getränkehersteller.

Was ist der Big Deal dabei? Laut Trump würde echter Zucker besser schmecken. Aber lassen wir seinen anzuzweifelnden Geschmack mal außen vor. Maissirup enthält einen hohen Anteil an Fructose und ansonsten lediglich Glucose. Hierbei handelt es sich um Monosaccharide. Haushaltszucker, wie er in den USA aus Zuckerrohr gewonnen wird, ist hingegen ein sogenannter Disaccharid. Es gibt einen Diskurs darüber, ob Monosaccharide möglicherweise eher zu Fettleibigkeit beitragen.

Für Coca-Cola könnte die Umstellung hingegen höhere Kosten bedeuten. Maissirup gilt als günstiger, als gewöhnlicher Haushaltszucker. Meine These ist jedoch: Trump wird den Dividendenkönig nicht aus der Bahn werfen. Der US-Getränkegigant wird auch eine solche Umstellung gut verdauen, wenn sie überhaupt kommt.

Coca-Cola: Eine Veränderung, die weitergegeben wird

In der Theorie würden höhere Kosten natürlich die Margen beeinflussen. Wenn Coca-Cola teureren Haushaltszucker in den USA verwenden müsste und der Verkaufspreis gleich bliebe, sinkt der Gewinn. Mit einem Umsatzanteil von 39 % ist der US-Markt für den Getränkekonzern alles andere als irrelevant. Es handelt sich nach der Region sogar um den größten regionalen Umsatzanteil. Der springende Punkt ist jedoch: Coca-Cola wird eine solche Maßnahme kaum treffen.

Denn der US-Konzern kann die gestiegenen Kosten einfach an die seine direkten Kunden weitergeben. Die direkten Kunden von Coca-Cola in den USA sind eigentlich nur zwei: Die Coca-Cola Consolidated, Inc., die das Abfüllgeschäft und den Vertrieb im Osten der USA übernimmt. Sowie die Reyes Coca-Cola Bottling, die den Westen der USA abdeckt. Im Endeffekt müssten diese beiden Unternehmen sich mit den höheren Preisen herumschlagen. Der börsennotierte Mutterkonzern besitzt aufgrund des Abhängigkeitsverhältnisses zu den Abfüllern eine sehr starke Pricing-Power. Die Sirups und Vorprodukte, die der US-Weltkonzern daher an seine beiden Kunden verkauft, würden in der Herstellung teurer. Der Zucker-Schock würde hingegen die Abfüller treffen, die das gegebenenfalls an den Handel und den Verbraucher weitergeben müssten.

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Ein spannendes (und langweiliges) Geschäft!

Wir sollten die aktuellen Schlagzeilen rund um Coca-Cola zum Anlass nehmen, um das Geschäftsmodell noch einmal intensiver zu betrachten. Der US-Markt ist hier nämlich kein Einzelfall. Denn auch in Europa hat der US-Konzern mit Coca-Cola Europacific Partners einen Abfüllbetrieb installiert. Auch hier verdient der Getränkeriese über Lizenzgebühren für die Region und den Verkauf der Sirups als Vorprodukte mit. Gleiches gilt für viele Länder wie die Türkei oder die Schweiz. Bei unseren Nachbarn füllt zum Beispiel die Coca-Cola Hellenic Bottling Company die beliebten Limonaden ab. Das Lizenz- und Sirup-Geschäft hat am Gesamterfolg einen Anteil von 58 %. Das heißt: Mehr als die Hälfte des Umsatzes entstammt inzwischen diesem gut kontrollierbaren Geschäftsbereich.

Lediglich 42 % seines Umsatzes erzielt Coca-Cola noch mit der Eigenabfüllung und dem Direktverkauf. In den vergangenen Jahren ist ein deutlicher Trend zu vermehrten Ausgliederungen und zur Umstellung auf Lizenzmodelle erkennbar. Zukünftig könnte der Eigenabfüll-Anteil daher noch weiter sinken, bis der Gesamtkonzern vollständig auf ein Lizenz-Asset-Light-Modell setzt.

Dividendenkönig Coca-Cola: Durch cleveres Geschäft keinen Zucker-Schock!

Letztlich können wir daher festhalten, dass Coca-Cola sich durch eine clevere strategische Ausrichtung unabhängig von solchen Veränderungen gemacht hat. Sie können weitergegeben werden. Das ist exakt die Qualität, die viele Investoren mittlerweile kennen und schätzen. Natürlich profitiert der Getränkekonzern damit nicht mehr von der vollen Wertschöpfung. Aber er muss auch nicht mehr in Anlagen zur Herstellung der Limonaden investieren. Das führt zu einem deutlich attraktiveren Margenprofil.

Ob der Dividendenkönig heute noch kaufenswert ist, ist natürlich eine andere Frage. Der Zucker-Schock blieb im Aktienkurs weitgehend aus. Bei einem Aktienkurs von 70,54 US-Dollar und einem 2024er-Gewinn je Aktie in Höhe von 2,46 US-Dollar liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) jedenfalls bei ca. 29 und die Dividendenrendite beträgt rund 2,9 %. Das ist nicht gerade günstig und löst eher bei mir einen kleinen Zucker-Schock aus – zumal Konkurrent PepsiCo derzeit mit einem KGV von unter 20 und einer Dividendenrendite von 3,9 % lockt. Ob dir die zugegebenermaßen besondere Qualität diesen Preis wert ist? Deine Entscheidung.

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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola und PepsiCo. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PepsiCo.



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