Der nächste Crash: Deine 3 dringendsten Fragen, meine Antworten

Lieber Aktiensegler,
starten wir gleich mit der wichtigsten Frage zum nächsten Crash: Steht er bald im Raum? Gleich hier muss ich dich ein wenig bremsen, denn das vermag ich nicht zu beurteilen. Der Aktienmarkt reagiert hier nicht immer rational. Es benötigt in der Regel einen Auslöser, den niemand kommen sieht. Das exakte Timing ist daher maximal schwierig.
Dennoch sehe ich, dass der Markt vergleichsweise teuer ist. Das erhöht zumindest ein gewisses Rückschlagsrisiko. Der Buffett-Indikator steht bei einem Wert von über 200. Ab dieser Bewertung spricht das Orakel von Omaha davon, dass man mit dem Feuer spielt. Zudem sind viele Aktien aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Quantencomputing sehr stark gestiegen. Auch das könnte ein Brandbeschleuniger für einen Abverkauf sein. Obwohl ich ebenfalls sage, dass viele Aktien ebenfalls preiswert erscheinen.
Den nächsten Crash kann ich daher nicht bestimmen. Aber ich kann dir zwei wichtige Antworten auf deine danach folgenden und ebenfalls entscheidenden Fragen liefern.
Der nächste Crash: Was du tust, wenn es so weit ist?
Neben der Frage, wann ein Crash kommt, ist auch eine Anleitung zum idealen Handeln wichtig. Ich weiß aus vielen Gesprächen mit unseren Mitgliedern, dass du, sobald es so weit ist, gerne reagieren möchtest. Meine Antwort wird dich daher vielleicht überraschen, denn ich empfehle dir, gerade in den ersten Wochen einfach nichts zu tun, wenn ein Crash eintritt.
Meine Erfahrung zeigt, dass wir mit jedem Handeln oft einen Fehler begehen. Wenn wir einzelne Aktien verkaufen, so machen wir das unter Wert. Sie sind nicht mehr auf dem Hoch und womöglich schnell und tief in den ersten Tagen gefallen. Angst und Panik mögen einsetzen, keine Frage, aber das gilt es auszuhalten.
Andere Investoren neigen dazu, durch Angst und Panik und durch vermeintliche Weitsicht in einen Kaufrausch zu verfallen. Irgendetwas muss man ja tun. Auch hier zeigt meine Erfahrung, dass ein vorschnelles Handeln teuer sein kann. Im Jahr 2021 habe ich beim Platzen der Corona-Digitalisierungsblase bei 10 und 20 % der Korrektur gekauft. Einige Aktien sind jedoch in den darauffolgenden Wochen und Monaten bedeutend gefallen, in einigen Fällen um 50 %, manchmal sogar noch tiefer. Das heißt, auch dieser Aktionismus führte bei mir zu sehr schlechten Ergebnissen.
Für den nächsten Crash habe ich daher einen Masterplan: Ich mache erst einmal nichts. Lange. Wochen, vielleicht ein paar Monate. Wenn wir den Dingen ihren Lauf lassen, können wir uns eine Strategie überlegen. Und vor allem beobachten, wie sich der Markt beruhigt und der volatile Handel etwas langsamer wird. Das ist der Zeitpunkt, an dem man günstige Käufe tätigen kann. Es ist kein Timing, sondern eher ein Ruhebewahren, während alle anderen aus Emotionen heraus agieren. Deshalb ist Nichtstun für die erste Zeit mein zweiter Rat an dich.
Solltest du dich vorbereiten?!
Am meisten Möglichkeiten sehe ich in deiner wahrscheinlich dritten Frage: Was solltest du jetzt tun, um dich auf den nächsten Crash vorzubereiten? Hier sage ich dir ganz klar: Handle. Halte etwas Cash auf der hohen Kante. Überlege dir, bei welchen Aktien du langsam in Anbetracht der Bewertung nervös wirst oder wo du die Investitionsthese nicht mehr siehst. Die teuren Bewertungen können dann eine Möglichkeit geben, Cash aufzubauen und das eigene Depot sauber zu halten.
Bereite auch deine Watchlist vor. Gehe noch einmal durch, welche Aktien du im nächsten Crash unbedingt haben möchtest. Das führt dann dazu, dass du günstige Chancen einsammeln kannst, wenn der Markt wieder etwas rationaler wird. Konkret bedeutet das: Vorbereitung ist eigentlich das Wichtigste. Der nächste Crash wird irgendwann kommen. Wenn es so weit ist, sei bereit und reagiere bedächtig. Der Rest kommt dann von ganz allein.
Auf den nächsten Crash und deinen Masterplan,
Vincent Uhr
Chefredakteur Aktienwelt360
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