Wegen China-Schwäche: Die Swatch Group verdient kaum noch Geld

Ein hoher Stapel Geldmünzen vor einer tickenden Uhr repräsentiert Sparen und Sparsamkeit
Foto: PublicDomainPictures via Pixabay

Unser Schweizer Uhrenkonzern Swatch Group (WKN: 865126) musste im ersten Halbjahr 2025 einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 8 % verbuchen. Dieser ist vollständig auf die Region China zurückzuführen, in der das Großhandelsgeschäft um über 30 % einbrach und der Umsatz in eigenen Geschäften um 15 % zurückging. Da es in den anderen Regionen, besonders in Nordamerika und Indien, deutlich besser lief, sank der Umsatzanteil Chinas auf 24 % (18 Monate zuvor lag dieser noch bei 33 %). Die Swatch-Aktie muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen.

Warum die Swatch-Aktie gerade leidet

Auch andere europäische Luxusunternehmen wie LVMH leiden aktuell unter der konjunkturell bedingten Kaufzurückhaltung der chinesischen (oberen) Mittelschicht. Bei LVMH ging der organische Umsatz in der Region jedoch „nur“ um 9 % zurück. Die Swatch Group ist also deutlich stärker betroffen. Grund ist unserer Einschätzung nach die breite Palette an Uhrenmarken, die verschiedene Preissegmente und Zielgruppen bedienen. Uhren von Marken wie Swatch, flikflak, Tissot und Certina bekommt man schon für weniger als 500 Euro (teilweise sogar für weniger als 100 Euro). Hier dürfte die Nachfrage besonders von der Konjunktur abhängen – im Gegensatz zum echten Luxussegment, zu dem zum Beispiel Uhren der Konzernmarke Breguet mit fünf- bis sechsstelligen Preisen gehören.

Die Nachfrage in China ist also schwach. Gleichzeitig ist der Schweizer Franken stark. Das ist für die Swatch Group relevant, da diese den Großteil der Uhren und auch der Einzelkomponenten in der Schweiz produziert. Das ist teuer – allein der Personalaufwand machte im Halbjahr 40,1 % des Umsatzes aus (Vorjahreszeitraum: 38,2 %). Die Betriebsmarge schrumpfte um 370 Basispunkte auf 2,2 %. Als Konzernergebnis verblieben nur noch 0,6 % des Umsatzes – 17 Mio. Schweizer Franken (-88 %). Kein Wunder, dass der Chart der Swatch-Aktie auf halb acht hängt.

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Da der familiengeführte Konzern über eine schöne Netto-Liquidität verfügt, ist dieser Gewinnrückgang für uns kein Grund zur Sorge. Wir sind jedoch etwas skeptisch, ob sich Swatch mit der aktuellen Aufstellung auf dem langfristig richtigen Weg befindet. Der aktivistische Investor Steven Wood, der seinen bisherigen Anteil von 0,5 % am Unternehmen weiter erhöhen möchte, forderte jüngst einen stärkeren Fokus auf die Luxusmarken, der uns ebenfalls sinnvoll erscheint. Bisher blitzte er damit jedoch beim CEO und Großaktionär Nick Hayek ab.

Wir sind auf die weitere Entwicklung gespannt und bleiben auch aufgrund „erster positiver Signale einer Verbesserung“ in China und Initiativen wie der neuen KI-gestützten Personalisierung von Swatch-Uhren vorsichtig positiv gestimmt für die Swatch-Aktie.

Chancen und Risiken bei der Swatch Group

Was ist die größte Chance? Swatch versucht seine Kunden mit Hilfe innovativer Materialien zu begeistern und ist damit bisher sehr erfolgreich. Die Innovationskraft könnte dabei helfen, Kunden davon zu überzeugen, eine traditionelle Uhr zu kaufen.

Was ist das größte Risiko? Die Nachfrage nach Uhren könnte sich langfristig weiter in Richtung der Smartwatches verschieben. Das könnte das Geschäft von Swatch beeinträchtigen.
Darüber hinaus scheinen uns preiswertere Marken wie Swatch und flikflak stark vom wechselnden Modegeschmack abhängig und einer hohen Konkurrenz (Fossil, Seiko, Casio,… und auch neuen chinesischen Marken) ausgesetzt. Ein weiteres Risiko: Viele Menschen tragen keine Armbanduhr mehr, da sie ein Handy besitzen.

Eine besondere Sorge für die Swatch-Aktie ist der Einfluss der Familie Hayek in Form der beiden Kinder des Unternehmensmitgründers. Die Familie hält einen großen Teil der Stimmrechte, stellt den CEO, die Aufsichtsratsvorsitzende und weitere Top-Manager seit Jahrzehnten. Unter diesem Einfluss hat sich das Unternehmen in den letzten 10 Jahren nicht besonders gut entwickelt.

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