Die perfekte Dividendenaktie kennt (k)eine Dividendenkürzung!

Es ist eine Aussage, die viele Investoren wohl unterschreiben: Die perfekte Dividendenaktie kennt keine Dividendenkürzung. Ein möglichst defensives Geschäft, das zeitlos ist und Wettbewerbsvorteile hat, ermöglicht stabile Ausschüttungen. Nicht nur auf Jahre, sondern auf Jahrzehnte mit einem beständigen und moderaten Wachstum.
In der Theorie klingt das perfekt. Fast zu perfekt, um wahr zu sein. Es ist es möglicherweise auch. Denn in der Praxis sehe ich mittlerweile so manches Mal, dass die perfekte Dividendenaktie durchaus bereit ist, ihre Ausschüttung zu kürzen. Oder lediglich konstant zu halten.
Natürlich gibt es Studien, wonach genau das zu einer Unterrendite führt. Ned Davis Research hat beispielsweise in seiner jüngeren Analyse herausgestellt, dass eine gekürzte Dividende in sehr vielen Fällen zu einer negativen Rendite führt. Aber ich möchte trotzdem eine etwas andere Perspektive mit Beispielen mit dir teilen, die zeigt: In Ausnahmefällen kann es angemessen sein und ein weitsichtiges Management zeigen.
Perfekte Dividendenaktie: Wenn Kürzungen vertretbar sind!
Vor allem in den letzten ca. fünf Jahren habe ich ein paar Beispiele beobachtet, wo eine gekürzte Dividende eine gute Entscheidung des Managements gewesen ist. Das erste betrifft den US-amerikanischen Real Estate Investment Trust W. P. Carey (WKN: A1J5SB). Zum Ende des Jahres 2023 erklärte das Unternehmen, dass die eigene Ausschüttungssumme je Aktie von damals ca. 1,07 US-Dollar auf 0,86 US-Dollar. Der REIT hatte damals gerade erst den Status eines Dividendenaristokraten erreicht. Es kam zum Schock und zum Fall der Aktie.
Aber der Grund war gut und zeigt für mich eine intakte These bei einer eigentlich doch ziemlich perfekten Dividendenaktie. Denn W. P. Carey plante, sich von seinen Office-Immobilien zu trennen, die damals für 16 % der Mieterlöse einstanden. Aber keine gute Perspektive mit höherem Leerstand besaßen. Die Entscheidung war daher eigentlich: Sollen wir es durchziehen und mit einem schlechteren Portfolio versuchen, möglichst stabile Ausschüttungen zu ermöglichen? Oder Tabula Rasa machen, um uns für eine bessere Zukunft und einer wieder wachsende Dividende zu wappnen?
W. P. Carey entschied sich für Letzteres, nahm sich mit der gekürzten Dividende zudem auch den bilanziellen Druck und baute das operative Geschäft wieder um. Heute sehen wir, dass der REIT die eigene Ausschüttung sogar stärker erhöht, als zuvor. Das Management hat also das unternehmensorientiert Richtige zum richtigen Zeitpunkt getan und mit einer Senkung der Ausschüttung für eine nachhaltige und wachsende Zahlung gesorgt. Ein cleverer Move!
Außergewöhnliche Situationen erfordern besondere Maßnahmen
Das ist aber nicht das einzige Beispiel. Denn, wenn du mich fragst, haben auch Fielmann (WKN: 577220) und Sixt (WKN: 723132) Merkmale einer perfekten Dividendenaktie in der Corona-Krise gezeigt. Die Verantwortlichen haben nicht lange gezögert, sondern sogar für das Geschäftsjahr 2019 eine Nullrunde angekündigt. Erst einmal hieß es vorsichtig zu agieren. Man wusste schließlich nicht, was kommt.
In Zeiten schließender Geschäfte, weniger Umsätze und einer vollkommen unsicheren Perspektive war das exakt die richtige Entscheidung. Fielmann benötigt als Optikerkette in weiten Teilen das Beratungsgeschäft vor Ort. Sixt ist hingegen auf Reisen und Mobilität angewiesen. Deren Geschäftsmodelle waren von der Corona-Krise daher besonders stark getroffen. Es war gewiss nicht einfach, die Dividende je Aktie zu kürzen oder auf Null zu senken. Das hat den Aktien schwer zugetan. Aber, wenn wir ehrlich sind: Es fühlte sich damals auch an, als müssten viele Unternehmen in den Überlebensmodus übergehen.
Sixt und Fielmann haben das früh erkannt und die richtigen Schlüsse gezogen. Auch das ist für mich ein Merkmal einer perfekten Dividendenaktie: Dass in Krisenzeiten der Fokus auf Stabilität und der Rettung des Unternehmens liegt. Und nicht auf stabilen Zahlungen, die den Druck erhöhen und womöglich zum Ende des Unternehmens führen.
Die perfekte Dividendenaktie: Nicht nach der Krise suchen!
Trotzdem möchte ich zum Abschluss noch etwas Wichtiges mit dir teilen: Natürlich ist eine perfekte Dividendenaktie nicht darauf angewiesen, dass es die eigene Dividende kürzt. Es wäre komisch, aus jeder Krise eine Top-Eigenschaft abzuleiten. Gerade als Einkommensinvestoren benötigen wir zu einem großen Anteil stabile, sichere und moderat wachsende Ausschüttungen. Das bleibt auch in Zukunft so.
Wenn es schwierig wird und weitreichende strategische Entscheidungen anstehen, sollte ein unternehmensorientiertes, langfristig-denkendes Management aber die Dividende zur Disposition stellen. Deshalb sage ich: Auch die perfekte Dividendenaktie kann (!) eine Dividende kürzen. Sollte es aber natürlich vermeiden.
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Vincent besitzt Aktien von Fielmann, Sixt und W. P. Carey. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Fielmann, Sixt und W. P. Carey.
