Drohende Entwertung: Diese 5 Geldanlagen profitieren, wenn der US-Dollar weiter abschmiert
Die USA haben im Jahr 2025 eine Reihe von wirtschafts- und fiskalpolitischen Entscheidungen getroffen, die das Vertrauen in den US-Dollar als globale Leitwährung spürbar erschüttert haben. Der Dollar-Index ist in der ersten Jahreshälfte um fast 11 % gefallen – der stärkste Rückgang seit 1973. Was passiert, wenn die Erosion der Glaubwürdigkeit zu einem beschleunigten Wertverlust der US-Währung führt? Und welche Arten von Aktien und anderen Geldanlagen werden gerade dann besonders attraktiv?
Nach einer kurzen Lageübersicht liefere ich euch fünf konkrete Profiteure.
Die Ausgangslage
Die fiskalpolitische Linie der US-Regierung ist geprägt von einer Mischung aus aggressiven Steuersenkungen, pauschalen Ausgabenkürzungen und gleichzeitig einer Ausweitung der Staatsverschuldung um über 4 Billionen US-Dollar in den kommenden zehn Jahren. Zwar sollen Maßnahmen wie die Reduzierung der Staatsbediensteten und steigende Zolleinnahmen kurzfristig das Haushaltsdefizit mildern, doch die strukturelle Lage der US-Finanzen erscheint zunehmend fragil.
Die Zinslast explodiert: Allein im Jahr 2025 muss die US-Regierung voraussichtlich über 950 Mrd. US-Dollar an Zinsen zahlen. Prognosen gehen davon aus, dass diese Zahl bis 2035 auf über 1,8 Billionen US-Dollar jährlich steigen könnte. Gleichzeitig müssen in diesem Jahr über 9 Billionen US-Dollar an bestehenden Schulden refinanziert werden – das entspricht rund 31 % des Bruttoinlandsprodukts.
Dieser Refinanzierungsdruck trifft auf ein zunehmend skeptisches globales Umfeld.
Die politische Einflussnahme auf die US-Zentralbank (Fed) verschärft die Lage zusätzlich. Präsident Trump drängt öffentlich auf Zinssenkungen, um Wachstum zu stimulieren und die Schuldenlast zu mildern – ein Schritt, der die Unabhängigkeit der Federal Reserve infrage stellt. Sollte die Fed diesen Forderungen nachgeben, droht eine selbstverstärkende Abwärtsspirale: Sinkende Zinsen könnten zu Kapitalflucht führen, die Nachfrage nach US-Staatsanleihen würde weiter zurückgehen.
Denn international wächst die Ungeduld mit den Vereinigten Staaten. China hat seine US-Staatsanleihen auf den niedrigsten Stand seit 2009 reduziert und hält aktuell nur noch rund 759 Mrd. US-Dollar – gegenüber über 1,3 Billionen im Jahr 2013. Auch Japan, traditionell größter Gläubiger der USA, hat begonnen, seine Positionen abzubauen. Allein im April 2025 wurden über 20 Mrd. US-Dollar abgestoßen. Die langjährige Strategie, billig Geld in Yen aufzunehmen und höherverzinst in den USA anzulegen, wird zunehmend hinterfragt.
Ökonomen sehen mittlerweile ein realistisches Szenario für eine weitere Entwertung des US-Dollars
Während etablierte Häuser wie Goldman Sachs eine anhaltende Schwäche prognostizieren, gehen einige Analysten sogar von einem möglichen zügigen Wertverlust des US-Dollar von 40 bis 50 % aus – insbesondere, wenn die Fed unter politischem Druck einknicken und strukturelle Reformen ausbleiben. Ein solcher Prozess könnte sich verselbstständigen: Wenn das Vertrauen erst einmal verloren ist, lässt es sich nicht durch Zinspolitik oder Rhetorik zurückgewinnen.
Es ist ein vielschichtiges Thema und ich möchte nicht alle Aspekte beleuchten. Lasst uns stattdessen direkt der Frage nachgehen: Welche Geldanlagen profitieren, wenn der Dollar weiter abschmiert?
Diese Geldanlagen würden von einer Entwertung des US-Dollars profitieren
Profiteur Nr.1: Knappe Rohstoffe (mit einer Einschränkung)
Nicht wenige Akteure der Finanzwirtschaft raten in den USA zu Anlagen in Gold als Absicherung. Vielleicht auch in andere Edelmetalle wie Silber und Platin. Deren Knappheit sorgt dafür, dass die Inflation häufig direkt eingepreist wird, was für Wertstabilität sorgt.
Sobald sich eine spürbare Entwertung des US-Dollars abzeichnet, könnte sogar ein regelrechter Run auf Gold und Co. einsetzen, sodass spektakuläre neue Rekordstände zu erwarten wären. Primär profitieren würden aber Investoren aus dem Dollarraum. Schließlich würde die Dollarschwäche etwaigen Kursgewinnen entgegenwirken.
Der Definition nach knapp ist auch Bitcoin, weshalb kryptofreundliche Marktbeobachter zur Diversifikation in dieses virtuelle Geld raten. Ob Bitcoin oder andere Kryptos wirklich krisentauglich sind, muss sich allerdings erst noch zeigen. Starke Kursausschläge wären aber sicherlich zu erwarten.
Profiteur Nr.2: Exportierende Agrarbetriebe
Als in Argentinien vor wenigen Jahren die große Inflationswelle anrollte, gab es einen großen Gewinner: den Agrarsektor. Während die normale Bevölkerung mit täglich steigenden Preisen zu kämpfen hatte und verzweifelt versuchte, an stabilere Währungen zu kommen, ließen sich die Soja- und Rindfleisch-Exporteure fürstlich in US-Dollar bezahlen.
Gleichzeitig sanken durch die Krise die Kosten für Arbeiter, was die Margen weiter verbesserte. Außerdem werteten bestehende Vorräte in Silos kontinuierlich auf.
Auch die USA haben einen starken Landwirtschaftssektor. Sollte der US-Dollar abwerten, dann können diese im Ausland höhere Preise erzielen, während die Kosten für die Arbeiter nur mit Verzögerung steigen.
Profiteur Nr.3: Banken (nicht alle!)
Für Banken ist ein Szenario mit Krise und Geldentwertung nicht so leicht zu navigieren. So verliert zum Beispiel das Kreditportfolio erheblich an Wert, soweit das Risikomanagement nicht effektiv entgegenwirkt. Die Ausgabe von neuen Krediten wird erschwert. Gleichzeitig könnten Banken über verschiedene Hebel profitieren. Die Zinsmarge steigt genauso wie die Devisentransaktionen der Kunden. Zudem werden Vermögensmanagementleistungen vermehrt nachgefragt, um sich gegen Verluste abzusichern.
Profiteur Nr.4: Lokale Hersteller von langlebigen Konsumgütern
Während man bei Banken genau hinsehen muss, ist die Lage bei einheimischen Herstellern von Möbeln, Haushaltsgeräten, Elektronik, Bau- und Sanitärbedarf klarer. Verbraucher, die wissen, dass der Preis in einigen Wochen deutlich höher sein wird, tendieren zu Hamsterkäufen. Bevor der Wert der Ersparnisse zusammenschrumpft, kauft man lieber noch einen großen Fernseher, ein bequemes Bett oder einen üppig ausgestatteten Kühlschrank. Auch eine anstehende Hausrenovierung könnte dann vorgezogen werden.
In der Türkei konnte man dieses Verbraucherverhalten sehr gut beobachten und es spricht wenig dagegen, dass es in den USA ähnlich wäre. Wer diese temporär explodierende Nachfrage bedienen kann, ist klar im Vorteil.
Profiteur Nr.5: Lagerintensive Betriebe
Genauso wie die bereits oben genannten Betreiber von Agrarsilos, profitieren auch Großhändler und andere lagerintensive Unternehmen von einer Geldentwertung, die deutliche Preiserhöhungen ermöglicht. Lagerbestände können dann zu traumhaften Margen im Vergleich zu den Anschaffungskosten früherer Monate abverkauft werden.
Damit könnte ein kompletter Zyklus in Gang gesetzt werden, indem diese Gewinne zur Schuldentilgung genutzt werden und dann das Geschäftsmodell an die neue Situation angepasst wird. Da auch hier die Preise angehoben werden können, bevor die Löhne der Mitarbeiter steigen, geht es um mehr als nur ein Strohfeuer.
Lege dir Geldanlagen zurecht, die bei einer Entwertung des US-Dollar florieren
Vieles spricht dafür, dass der US-Dollar künftig weiter unter Druck gerät. Ob die Entwertung dann kontrolliert und stetig verläuft, oder in eher abrupten Schüben, ist kaum absehbar, da hier viel Marktpsychologie mit hineinspielt. Außerdem ist die Rolle der Fed geschwächt, sodass ihre Fähigkeiten, den Markt zu steuern, eingeschränkt sind.
Die Beispiele Argentinien und Türkei belegen, dass es selbst unter einer Hyperinflation noch Wirtschaftssektoren gibt, die florieren. Die obigen Überlegungen sollten uns dabei helfen, passende Unternehmen auf der Watchlist zu haben, wenn sich abzeichnet, dass das skizzierte Szenario akut wird.
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Ralf besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
