Krones-Aktie: Marktführer mit 2,0 % Dividendenrendite jetzt ein Kauf?

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Foto: (Joenomias) Menno de Jong auf Pixabay

Der im MDAX beheimatete Hersteller von Maschinen für die Getränkeindustrie Krones (WKN: 633500) hat im ersten Halbjahr 2025 seinen Umsatz um 6,7 % gesteigert und 2,73 Mrd. Euro erwirtschaftet. Noch stärker legte die Profitabilität zu. Das EBITDA – also der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, der die Ertragskraft des laufenden Geschäfts abbildet – stieg um 12,6 % auf 288,50 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge kletterte von 10 auf 10,6 %. Eine höhere Marge bedeutet: Aus jedem Euro Umsatz bleibt operativ mehr hängen. Für einen Maschinenbauer mit langlaufenden Projekten und vollem Auftragsbuch ist diese Kombination aus Wachstum und besserer Ertragsqualität ein starkes Signal. Die Investoren der Krones-Aktie sollte das freuen.

Die Auftragslage bleibt robust. Der Auftragseingang lag mit ebenfalls 2,73 Mrd. Euro zwar um 2,2 % unter dem Vorjahr, befindet sich aber weiterhin auf sehr solidem Niveau. Entscheidender als die Momentaufnahme ist der Auftragsbestand zum 30. Juni 2025. Der summiert sich auf fast 4,3 Mrd. Euro – genug, um die Werke bis mindestens Mitte 2026 auszulasten.

Krones-Aktie: Und wie lief das zweite Quartal?

Der Umsatz wuchs von April bis Juni nur noch um 0,6 % auf 1,3 Mrd. Euro. Das sieht nach Abbremsen aus, zumal die Vergleichsbasis in früheren Quartalen zweistellig war. Deutlich besser als zunächst befürchtet entwickelte sich jedoch die Profitabilität: Das EBITDA erreichte 139,2 Mio. Euro bei einer EBITDA-Marge von 10,6 % – genau auf dem Niveau des Vorjahresquartals (130,8 Mio. Euro, 10 % Marge). Das zeigt, dass Krones die Ertragskraft trotz des verlangsamten Umsatzwachstums stabilisieren konnte.

Wichtig ist jedoch, diese Entwicklung einzuordnen. Ein einzelnes Quartal kann bei Krones – wie bei vielen projektlastigen Maschinenbauern – durch Schieflagen im Mix, Feiertagseffekte, Abnahmen und Projektmeilensteine stark schwanken. Entscheidend ist der Halbjahrestrend: Hier zeigt die höhere EBITDA-Marge von 10,6 %, dass die Steuerung über Preise, Materialkosten und Effizienz greift.

Die operative Stabilität spiegelt sich auch in der kontinuierlichen Margenentwicklung wider. Während das Umsatzwachstum kalendarbedingt schwächelte, konnte Krones die Profitabilität auf dem angestrebten Niveau halten. Dies deutet auf eine erfolgreiche Kostenkontrolle und effiziente Projektabwicklung hin, nicht auf strukturelle Probleme im Geschäftsmodell.

Der Blick auf die Segmente

Das mit Abstand wichtigste Geschäft bleibt die Abfüll- und Verpackungstechnologie. Sie legte im ersten Halbjahr um 7 % auf 2,3 Mrd. Euro zu und erzielte eine starke EBITDA-Marge von 10,8 %. Hier zahlt sich die Position als Vollsortimenter aus: Von der Behälterherstellung über Füller und Etikettierer bis hin zur Endverpackung liefert Krones komplette Linien aus einer Hand. Das senkt Integrationsrisiken beim Kunden und erhöht die Preismacht.

Die Prozesstechnologie dagegen verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang um 1 % auf 252 Mio. Euro. Verzögerte Kundenentscheidungen, kleinere Projekte und ein vorsichtigerer Investitionsstil bei Brauereien wirken sich hier aus. Strategisch ist das kein Beinbruch, taktisch zwingt es aber zu akkurater Kapazitätssteuerung und Kostenkontrolle.

Positiv überrascht hat die Intralogistik. Mit einem Umsatzanstieg von 14,4 % auf 173,70 Mio. Euro und einer auf 7,1 % verbesserten Marge zeigt dieses noch kleine Segment, wie attraktiv Automatisierung und intelligente Materialflüsse in der Getränkeindustrie geworden sind. Autonome Transportsysteme, softwaregesteuerte Lager und vernetzte Palettierlösungen sind Hebel, die Effizienz und Auslastung ganzer Werke verbessern – und genau hier baut Krones seine Position aus.

Die Bilanzsituation bei Krones

Jetzt zum Thema, das uns kurzfristig am meisten nervös macht: Cashflow und Working Capital. Free Cashflow (FCF) ist der Mittelzufluss nach Investitionen – also der Betrag, der für Dividenden, Schuldenabbau oder Akquisitionen zur Verfügung steht. Bei Krones schwankte der FCF in den vergangenen Jahren stark: von +268 Mio. Euro im vierten Quartal 2022 bis -115,6 Mio. Euro im zweiten Quartal 2025. Der Haupttreiber sind Bewegungen im Working Capital, also das im Umlaufvermögen gebundene Kapital in Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten. Wenn Projekte länger laufen, Abnahmen später erfolgen oder Vorauszahlungen wegfallen, steigt das Working Capital – und drückt den kurzfristigen Cashflow.

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Im ersten Halbjahr 2025 kam es zu einem Working-Capital-Aufbau von 188,7 Mio. Euro. Das ist kein struktureller Schaden, sondern die Kehrseite eines dicken Auftragsbuchs und längerer Projektzyklen. Jetzt zählt die Richtung: Sobald die Bau- und Abnahmeintensität in die Abrechnung kippt und Meilensteine fakturiert werden, kehrt der Effekt um. Dass der Kassenbestand von 674,5 Mio. Euro Ende 2022 auf 377,1 Mio. Euro Mitte 2025 gesunken ist, hat mehrere Ursachen. Zu nennen sind die Netstal-Akquisition über 166,7 Mio. Euro, erhöhte Dividenden sowie der beschriebene Working-Capital-Aufbau. Gleichwohl hält Krones eine Art Komfortzone bei den liquiden Mitteln von etwa 400 bis 450 Mio. Euro – ein vernünftiges Polster für ein Unternehmen dieser Größenordnung mit globaler Ersatzteil- und Serviceverpflichtung.

Krones-Aktie: Das sagt das Management

In der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal waren die Botschaften klar. Das Management ist trotz des schwächeren zweiten Quartals insgesamt zufrieden und bekräftigt die Jahresziele von 7 bis 9 % Umsatzwachstum. Feiertage und Arbeitstageseffekte haben laut Darstellung die Q2-Dynamik gedämpft – ein Punkt, den wir angesichts des projektlastigen Geschäfts und des hohen Anteils an Abnahmen nachvollziehen können.

Beim Thema US-Zölle von 15 % gibt sich Krones entspannt: Es gab weder Verschiebungen noch Stornierungen, und unmittelbar nach dem Zollabkommen sind sogar neue Nordamerika-Aufträge hereingekommen. Eine groß angelegte Produktionsverlagerung in die USA ist derzeit kein Thema; Engpassfaktor wäre ohnehin qualifiziertes Personal.

Technologie als Differenzierung

Krones entwickelt sich vom reinen Maschinenbauer zum technologiegetriebenen Lifecycle-Partner. Ein Meilenstein ist Contiloop AI, eine prämierte KI-Lösung für Streckblasmaschinen. Sie erkennt kleinste Materialverteilungsabweichungen bei PET-Behältern und passt Prozessparameter in Echtzeit an. Der Effekt: gleichmäßigere Qualität, weniger Ausschuss, geringerer Energie- und Materialeinsatz. Solche Systeme lernen über die IIoT-Plattform (Industrial Internet of Things) kontinuierlich dazu. IIoT beschreibt die Vernetzung industrieller Anlagen, um Daten zu sammeln, auszuwerten und Prozesse zu optimieren.

Zur drinktec 2025 präsentiert Krones unter dem Label „Lines of the Future“ durchautomatisierte, digital vernetzte Produktionslinien. Ein Highlight ist der neue LinaFlex eSync für Dosenlinien, der 40 % weniger Stellfläche benötigt und in der Hochleistungsvariante bis zu 135.000 Dosen pro Stunde verarbeiten kann. Die einspurige Förderertechnologie behandelt Behälter schonender und senkt den Wartungsaufwand. Das sind harte Effizienzvorteile für Kunden – und Preispremium-Treiber für Krones, die sich positiv auf die Gewinnspanne auswirken.

Unser Fazit und die Chancen der Krones-Aktie

Krones hat im volatilen ersten Halbjahr 2025 seine Widerstandskraft bestätigt. Mit Contiloop AI und den „Lines of the Future“ setzt Krones technologische Maßstäbe. Die Netstal-Integration und die Recycling-Sparte verankern das Unternehmen in der Kreislaufwirtschaft und stärken wiederkehrende Erlöse sowie Kundenbindung. Zusammen mit einer soliden Bilanz entsteht ein belastbares, wachstumsfähiges Profil. Die Cashflow-Erholung sollte bald einsetzen. Wir halten an unserer Investment-These für die Krones-Aktie fest.

Eine der größten Chancen für die Krones-Aktie liegt in der weiteren Expansion und Stärkung seiner globalen Marktpräsenz. Angesichts eines beeindruckenden Umsatzwachstums und eines starken Auftragsbestands ist Krones ideal positioniert, um seine Marktanteile international weiter auszubauen.

Eine weitere bedeutende Chance für die Krones-Aktie besteht in der zunehmenden Nachfrage nach nachhaltigen und ressourcenschonenden Lösungen. Das Unternehmen hat seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, innovative Technologien zu entwickeln, die nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Umweltauswirkungen minimieren. Mit der wachsenden globalen Fokussierung auf Nachhaltigkeit positioniert sich Krones an der Spitze des ökologischen Wandels in der Getränke- und Lebensmittelindustrie.

Die Digitalisierung bietet Krones eine dritte wesentliche Wachstumschance. Durch die fortlaufende Integration digitaler Technologien in seine Produktionsprozesse und Kundenlösungen kann Krones seine Marktführerschaft weiter festigen. Smarte Fertigungslösungen, verbesserte Datenanalytik und vernetzte Dienstleistungen ermöglichen es, die Effizienz zu steigern, die Produktionskosten zu senken und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Diese digitalen Fortschritte bieten Krones die Möglichkeit, sich als Innovationsführer in der Branche zu positionieren und Kunden umfassende, zukunftsorientierte Lösungen anzubieten, die über traditionelle Abfüll- und Verpackungstechnologien hinausgehen.

Wie sieht es mit den Risiken aus?

Eines der größten Risiken für die Krones-Aktie sind die globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten und geopolitischen Risiken, die sich direkt auf die Geschäftsabläufe auswirken können. In einer global vernetzten Wirtschaft können Konflikte, Handelsbeschränkungen und politische Instabilitäten in Schlüsselmärkten zu Unterbrechungen in den Lieferketten führen oder die Nachfrage nach Abfüll- und Verpackungssystemen beeinträchtigen. Insbesondere in Regionen wie dem Nahen Osten oder Teilen Asiens können solche Unsicherheiten signifikante Herausforderungen darstellen und das Wachstumspotenzial von Krones einschränken.

Ein weiteres kritisches Risiko resultiert aus der Abhängigkeit von spezifischen Schlüsselkomponenten für ihre Maschinen und Anlagen, insbesondere von Elektrokomponenten. Die weltweite Knappheit an elektronischen Bauteilen, die durch Produktionsengpässe oder erhöhte globale Nachfrage verursacht wird, kann erhebliche Verzögerungen in der Produktion zur Folge haben. Dies könnte nicht nur die Lieferfähigkeit beeinträchtigen, sondern auch die Kosten erhöhen und die Profitabilität negativ beeinflussen, wenn das Unternehmen gezwungen ist, Komponenten zu höheren Preisen zu beschaffen oder in alternative Technologien zu investieren.

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