Aktienanalyse: Na, hast du heute schon in die Duolingo-Aktie investiert?
Bei der „weltweit führenden mobilen Lernplattform“ Duolingo (WKN: A3CWBB) hat sich das operative Geschäft im zweiten Quartal 2025 gewohnt stark entwickelt. Das Unternehmen gewinnt ohne hohe Marketingausgaben weiterhin Nutzer und konvertiert diese mit cleveren Features zu zahlenden Abonnenten, die die Sprachlern-App häufig nutzen. Die Duolingo-Aktie macht nach einem anfänglichen Freudensprung dennoch einen Knick, da sich Anleger zunehmend Sorgen um den Einfluss von KI machen. Aber dazu später mehr.
Operatives Wachstum bei der Duolingo-Aktie
Die monatlich aktiven Nutzer stiegen um 24 % im Vergleich zum Vorjahresquartal auf nun 128,3 Mio. Im Vergleich zum vorherigen Quartal (dem ersten Quartal 2025) sank die Anzahl dieser Nutzer jedoch erstmals leicht. Die täglich aktiven Nutzer legen jedoch weiterhin von Quartal zu Quartal zu und auch die wichtigen zahlenden Nutzer stiegen weiter kontinuierlich an (+37 %). Der Anteil der zahlenden Kunden steigt also weiter, liegt bezogen auf die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer jedoch weiterhin „erst“ bei 9 %. Da sollte noch Luft nach oben sein.
Um dieses Potenzial zu heben (und weiterhin neue Nutzer zu gewinnen) verbessert Duolingo seine App stetig. Die vor einigen Quartalen eingeführten Video-Calls mit dem KI-Tutor Lily werden stark nachgefragt und ein neues Belohnungssystem für nicht-zahlende Nutzer namens Energie wurde eingeführt. Darüber hinaus wurde im Quartal ein neues Angebot zum Erlernen von Schach eingeführt, welches in kürzester Zeit 1 Mio. täglich aktive Nutzer generiert hat und damit das bisher am schnellsten wachsende Angebot des Unternehmens ist.
Es läuft also insgesamt ziemlich gut bei Duolingo. Das wird auch am Umsatzwachstum von 41 % und dem Free Cashflow-Wachstum von 61 % im Quartal deutlich. Die starke Entwicklung soll sich fortsetzen, weshalb die Prognose für das Gesamtjahr angehoben wurde. Der Umsatz soll jetzt um mindestens 35 % wachsen (bisher 32 %), die angepasste EBITDA-Marge bei mindestens 28,5 % (bisher 27,5 %) landen.
Duolingo und das KI-Risiko
Als Reaktion auf diese Quartalszahlen stieg der Aktienkurs um über 20 %. Am gleichen Tag stellte dann OpenAi das neue ChatGPT-5 vor und zeigte dort, wie die generative KI ganz einfach Spiele zum Lernen von Sprachen erstellen kann. Diese potenzielle Konkurrenz verschreckte Anleger und schickte die Aktie wieder um rund 20 % nach unten.
Wir sind für den Moment weniger besorgt. Denn Duolingo scheint KI selbst clever zu nutzen und kündigte im Quartal eine „KI-zuerst-Strategie“ an. Im Rahmen dieser sollen neue Sprachkurse und Features stärker durch KI (und weniger durch menschliche Entwickler) erstellt werden. Die Bewertung zum 52-fachen Free Cashflow scheint uns in Anbetracht der Wachstumsraten nicht zu hoch.
Dennoch sind die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz eine Sorge bezüglich der Duolingo-Aktie. Zum einen könnten ganz neue Konkurrenten auf den Plan treten, die mittels KI innovative, individualisierte Lerninhalte anbieten. Zum anderen könnte der Anreiz, fremde Sprachen zu lernen, möglicherweise sinken, wenn eine Technologie direkt unser in Deutsch gesprochenes Wort problemlos beispielsweise ins Chinesische übersetzt.
Chancen und Risiken der Duolingo-Aktie
Laut Angaben von Duolingo lernen weltweit mehr als 2 Mrd. Menschen eine Fremdsprache. Obwohl Duolingo klarer Marktführer beim Lernen von Sprachen online ist (Duolingo ist die weltweit am meisten heruntergeladene Sprachlern-App) und über eine starke Marke verfügt, lag die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer Ende Q3 2023 bei 83 Mio. Da ist also noch Luft nach oben!
Insbesondere, weil Duolingo über viele Nutzerdaten (10 Mrd. abgeschlossene Übungen je Woche!) verfügt, die es nutzt, um seine Services zu verbessern (auch mittels KI) und so die „Stickiness“ zu erhöhen. Das gelingt zum Beispiel durch noch mehr Gamification.
Darüber hinaus können ähnliche Lernangebote für alles Mögliche angeboten werden und der breiten Nutzerbasis clever angeboten werden. Mathe und Musikinstrumente gibt es seit Kurzem schon.
Mit zunehmender Verbreiterung der Lerninhalte auf andere Bereiche wächst jedoch auch das Feld der Konkurrenten. Generell ist Duolingo zwar sehr gut darin, seine Nutzer mittels Gamification-Elemente auf der eigenen Plattform aktiv zu halten, aber die Wechselkosten hin zu einer anderen App sind nicht hoch. Mit zunehmendem Unternehmenserfolg könnten Tech-Giganten wie Alphabet auf den Bereich aufmerksam werden und ähnliche Lösungen anbieten. Darüber hinaus behalten wir die Bewertung der Duolingo-Aktie im Auge, die unter einer Verlangsamung des Umsatzwachstums stark leiden dürfte.
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