Die zwei Wege, wenn eine Aktie ihre Dividende kürzt!

Euro-Münzen fallen auf einen Holztisch
Foto: Pixabay via Pexels

Wenn eine Aktie die eigene Dividende kürzt, ist das für Einkommensinvestoren stets ein Problem. Es geht weniger Geld auf das Verrechnungskonto ein, unabhängig davon, ob die Beweggründe nachvollziehbar sind. Oder eben nicht.

Aber exakt das skizziert bereits einen spannenden Aspekt: Eine gekürzte Dividende kann aus den richtigen Beweggründen erfolgen. Oder auch auf tiefergehende Probleme hindeuten. Sehen wir uns heute anhand zweier Beispiele an, was wann der Fall ist. Ich glaube, dass ich dir sehr praktisch verdeutlichen kann, wann was der Fall ist. Und wann es gegebenenfalls nötig ist, die Reißleine zu ziehen.

Wenn eine Aktie die Dividende richtigerweise kürzt: Mein Beispiel W. P. Carey!

Ich möchte heute anfangen mit der Aktie von W. P. Carey. Der Real Estate Investment Trust hat vor ca. zwei Jahren eine Rasur der eigenen Dividende beschlossen. Damals erreichte der REIT gerade erst den Status eines Dividendenaristokraten. Autsch. Das war bitter und kam unerwartet. Es hat mich auch vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt. Den Aktienkurs übrigens auch.

Aber nach einer schnellen Überprüfung habe ich gesehen: W. P. Carey hat einen guten Grund, um die Dividende zu kürzen. Das Management hat zum damaligen Zeitpunkt proaktiv, das heißt ohne größeren Leerstand, ein Portfolio an Office-Immobilien abgestoßen. Es hatte laut W. P. Carey kaum mehr Aussicht auf Erfolg, das Risiko schien dem Management zu hoch. Deshalb erfolgt der Verkauf von 16 % der Immobilien und in etwa einem gleichgroßen Anteil an den Umsätzen frühzeitig. Wenn 16 % der Umsätze wegbrechen, wird es gerade auch bei einem REIT bei der Dividende knapp. Es folgte eine Kürzung in etwa in dieser Größenordnung.

Der springende Punkt ist jetzt: W. P. Carey hat mit der gekürzten Dividende an einer besseren Zukunft gearbeitet. Es gab keine Not. Bloß eine unternehmensorientierte Veränderung. Mit der Zäsur erfolgten wiederum Investitionen in den eher für Wachstum geeigneten Bereich der Logistik. Damit stellt das Management die zukünftigen Dividenden sogar auf ein stabileres Fundament. Denn die Mieterlöse dürften höher sein, wenn der Leerstand niedriger ausfällt. Auch wenn es schmerzhaft war: Es war meiner Meinung nach der bessere Schritt, als wenn man versucht hätte, mit weniger Immobilien kurzfristig stabile Ausschüttungen zu überbrücken.

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Merke dir daher: Eine gekürzte Dividende kann in solchen Situationen der richtige Schritt sein. Ähnlich auch wie bei Sixt, wo das Management des Familienunternehmens in der Coronapandemie die Ausschüttungen ausgesetzt hat, um Liquidität für den Worst-Case zu wahren. Solche Entscheidungen dienen langfristig dem Unternehmen und somit auch wieder stabileren Zahlungen in besseren Zeiten.

Wenn die geringere Ausschüttung lediglich ein Symptom für größere Probleme darstellt

Eine andere Ausgangslage habe ich hingegen bei der Aktie von Medical Properties beobachtet. Das Bemerkenswerte ist: Die Ausgangslage war vergleichbar. Beide Aktien waren Real Estate Investment Trusts. Aber nach Jahren des starken Wachstums hat das Management die eigene Dividende deutlich gekürzt. Das hatte einen Grund. Nämlich eine Bilanz mit über 10 Mrd. US-Dollar an Schulden, die bei steigenden Zinsen quasi die gesamte Ertragskraft genommen haben. Hier war die geringere Ausschüttung lediglich ein Symptom für ein größeres Problem, nämlich die schlechtere Bilanz.

Aber eine schlechte Bilanz ist nur ein Grund. Ein anderer kann beispielsweise sein, wenn das Management eine fixe Ausschüttungspolitik verfolgt, aber das Ergebniswachstum nicht mithält. Ich erinnere mich daran, dass Imperial Brands in einigen Jahren die Dividende je Aktie fix um 10 % pro Jahr erhöhen wollte. Allerdings wuchs der Gewinn je Aktie nicht so stark, wie die anvisierte Dividende. Das Kerngeschäft mit Tabakwaren entwickelte sich nicht mehr so prächtig. Auch das führte langfristig zu einem Problem.

Meine Intention ist: Kürzt ein Management die Dividende und gibt es Gründe wie eine schlechte Bilanz, zu hohe Ausschüttungswachstumsraten, operative Probleme, sinkende Ergebnisse oder andere klar negative Aspekte, die das Unternehmen betreffen, sollte man vorsichtig sein. Natürlich ist ein Turnaround möglich. Aber in einigen Fällen ist es dann eher an der Zeit, die Reißleine zu ziehen. Denn nur gute Unternehmen zahlen langfristig auch gute Dividenden.

Dividende gekürzt: Frage dich, was passiert ist!

Das Entscheidende ist daher: Kürzt ein Unternehmen die eigene Dividende, frage dich, was der Hintergrund ist. Sind es tiefgehende Probleme, bleibe der Aktie eher fern. Liegt es daran, dass ein Management konservativ agiert oder sich für eine bessere Zukunft wappnet, ist es sogar der richtige Schritt. Der Kontext ist entscheidend. Ich hoffe, dass ich dir das heute näherbringen konnte.

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Vincent besitzt Aktien von W. P. Carey. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von W. P. Carey.



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