Kann die Brookfield-Aktie weiterhin 19 % Rendite pro Jahr erzielen?

Rote und schwarze Karten mit diversen Rabattsätzen und der Aufschrift "Sale"
Foto: Karolina Grabowska via Pexels

Die auf Vermögensverwaltung und Versicherungen spezialisierte Brookfield Corp (WKN: A3D3EV) hat mit ihrer Sachwertstrategie bereits viel Wert geschaffen. Unter Berücksichtigung von Dividenden und Spin-offs lag die jährliche Rendite der Brookfield-Aktie über 30 Jahre bei 19 % und übertraf damit den amerikanischen Index S&P 500 (11 % p. a.) deutlich.

Nicht zu verwechseln ist dieses Unternehmen mit Brookfield Infrastructure. Auf dem guten Wachstumspfad befindet sich mit der Wealth-Solutions-Sparte ein Segment, das wieder stark wächst, da es Versicherungsrisiken übernimmt und mithilfe von Investitionen der Versicherungsbeiträge einen angemessenen Gewinn erzielen möchte. Der Rest war im letzten Quartal jedoch nicht so dynamisch unterwegs. Schauen wir es uns gemeinsam an.

Was ist bei der Brookfield-Aktie los?

Die Ausschüttungsfähige Gewinne (DE) vor Realisierungen stiegen im Quartal um 6% auf 0,56 US-Dollar je Brookfield-Aktie. Über die letzten zwölf Monate verzeichnete diese Kennzahl ein Wachstum von 18% pro Aktie. Insgesamt eine robuste finanzielle Performance im dritten Quartal, welcher aber etwas an Fahrt verliert. Das Ergebnis ist gestützt durch gute Ergebnisse im Asset Management, nachhaltiges Wachstum in den Wealth Solutions und die Widerstandsfähigkeit der operativen Geschäftsbereiche.

Das Asset-Management-Geschäft trug mit 687 Mio. US-Dollar im Quartal noch den größten Teil zu den ausschüttungsfähigen Gewinnen des Konzerns bei, verzeichnete jedoch ein kleines Minus von 1 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dies ist auf die Ausschüttungen aus Direktinvestitionen (einschließlich Gewinne aus dem Verkauf von Vermögenswerten) zurückzuführen, die von Quartal zu Quartal sehr schwanken können. Das Segment erwirtschaftete knapp 46 % der ausschüttungsfähigen Erträge.

Operativ lief es hingegen gut: Die Fee-Related Earnings (FRE) erreichten mit 754 Mio. US-Dollar einen Höchstwert, was einem Anstieg von 17 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Grund hierfür ist die Zunahme des gebührenpflichtigen Kapitals (Fee-Bearing Capital) auf 581 Mrd. US-Dollar sowie der Mittelzufluss von 30 Mrd. US-Dollar. Es war der stärkste Fundraising-Zeitraum der letzten drei Jahre, wovon über 6 Mrd. US-Dollar von Retail- und Wealth-Kunden stammten.

Weitere operative News bei der Brookfield Corp

Es wurden auch zwei langfristig relevante Initiativen abgeschlossen. So wurde der zweite Flaggschiff-Fonds für die globale Energiewende-Strategie final mit 20 Mrd. US-Dollar geschlossen. Damit ist er einer der weltweit größten privaten Fonds, der sich der Energiewende widmet, und sichert Brookfields Führungsposition in diesem Megatrend. Zudem wurde die Vereinbarung zur Übernahme der verbleibenden 26 % an Oaktree bekannt gegeben. Dadurch wird die globale Kreditplattform des Unternehmens substanziell erweitert und das Angebot im Bereich der Kreditstrategie gestärkt. Wir betrachten den Verkauf von Oaktree durch den starken Investor Howard Marks an Brookfield als einen Ritterschlag für Brookfield.

Auch die weitere Wachstumssäule „Wealth Solutions” macht gute Fortschritte. Die ausschüttungsfähigen Gewinne stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 15 % auf 420 Mio. US-Dollar. Sie machen 28 % der ausschüttungsfähigen Gewinne des Konzerns aus. Auch hier sind die Kapitalzuflüsse langfristig entscheidend. Im letzten Quartal wurden Rentenversicherungen (Annuities) im Wert von 5 Mrd. US-Dollar verkauft, wodurch sich das Versicherungsvermögen auf 139 Mrd. US-Dollar erhöht.

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Im Anlageportfolio erzielte das Unternehmen eine durchschnittliche Rendite von 5,7 %, wodurch weiterhin starke Spread-Erträge erzielt werden. Ziel ist es, mit den Kapitalrenditen langfristig Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen. Das Management schätzt die Eigenkapitalrendite aktuell auf knapp 15 %.

Die Sparte expandierte global mit dem ersten Rückversicherungsabkommen in Japan und erhielt die Zustimmung zur Übernahme der britischen Just Group. Durch diese Akquisitionen wird das gesamte Versicherungsvermögen voraussichtlich auf 180 Mrd. US-Dollar steigen. Damit ist die Position der Sparte gestärkt, künftig jährliche Zuflüsse aus Rentenversicherungen von über 25 Mrd. US-Dollar zu erzielen. Es scheint fast so, als würde das Segment bald auch das Asset Management beim Gewinnbeitrag überholen. Dann könnte man, wie Warren Buffett mit Berkshire Hathaway oder die Unternehmen Markel und Fairfax, durch die Versicherungsbeiträge langfristige Investitionen anstoßen und davon stark profitieren. Wichtig ist nur, dass man dabei das Risikomanagement nicht aus den Augen verliert.

Die relevanten Zahlen für Investoren

Die operativen Geschäftsbereiche lieferten stabile Cashflows. Der ausschüttungsfähige Gewinn stieg leicht von 356 Mio. US-Dollar auf 366 Mio. US-Dollar. Das Immobiliensegment (BPG) steuerte knapp 147 Mio. US-Dollar zum ausschüttungsfähigen Gewinn bei, was einem Anteil von rund 10 % am Gesamtkonzern entspricht. Damit wurden 11,4 % weniger als im Vorjahr eingenommen. Dies ist jedoch zum Großteil auf das Timing bei den Veräußerungen der Immobilien zurückzuführen. Der Rest läuft in die richtige Richtung: Die ausschüttungsfähigen Gewinne stiegen in den letzten 12 Monaten um 18,1 % auf 853 Mio. US-Dollar. Die Belegungsraten blieben mit 96 % bei den „Super Core Assets” und 95 % beim „Core Plus Portfolio” weiterhin stark.

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Auch die zukunftsweisenden Projekte schreiten gut voran: Im Segment „Renewable Power and Transition” liegt der Fokus auf der KI-Infrastruktur und der Dekarbonisierung. So wurden Partnerschaften mit Bloom Energy zur Installation von bis zu 1 GW dezentraler Stromerzeugung zur Unterstützung der globalen KI-Infrastruktur sowie mit der US-Regierung zur Ausweitung der Kernkraftkapazität durch Westinghouse im Wert von 80 Mrd. US-Dollar angekündigt. Der ausschüttungsfähige Gewinn stieg im Quartal um 5,6 % auf 113 Mio. US-Dollar.

Das Management sieht die Zukunft fast rosig. Die Transaktionsaktivität zieht an, wodurch in den nächsten drei Jahren erhebliche Gewinnbeteiligungen (Carried Interest) aus den Fonds zu erwarten sind. Aktuell stehen 178 Mrd. US-Dollar Kapital zur Verfügung, um Chancen bei globalen Trends wie der Energiewende, der Digitalisierung/KI und Versicherungen/Vermögensverwaltung zu nutzen.

Zusammenfassend verfolgt Brookfield seine langfristigen Ziele eines jährlichen Wachstums der ausschüttungsfähigen Gewinne von 15 % oder mehr konsequent weiter, sodass der geringere Anstieg des ausschüttungsfähigen Gewinns wohl ein Ausrutscher bleiben wird.

So ist die Brookfield-Aktie aktuell bewertet

Die Bewertung der Brookfield-Aktie ist immer schwierig. Mit einem KGV von 20 auf den ausschüttungsfähigen Gewinn und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 6 befindet sich die Aktie jedoch noch im fairen Bereich.

Das Management sieht den fairen Wert bei knapp 70 US-Dollar (Potenzial von 59 %) und kauft deshalb eigene Aktien zurück. Seit Jahresbeginn wurden knapp 950 Mio. US-Dollar in eigene Aktien investiert, was etwa einem Prozent der aktuellen Bewertung entspricht. Insgesamt sollte man das auf Sachwerte fokussierte Unternehmen als langfristiger Investor verfolgen.

Die größte Chance für die Brookfield-Aktie ist das Portfolio mit einigen Zukunftschancen wie erneuerbaren Energien und Datenautobahnen wie Funkmasten und Glasfaserkabeln. Diese können durch gute Erträge aus dem Asset Management und dem Versicherungsgeschäft finanziert werden. Das größte Risiko ist ein Imageverlust durch eine oder mehrere Fehlinvestitionen. Eine Überregulierung des Sektors, wie sie bei den Banken zu beobachten ist, könnte sich ebenfalls negativ auswirken.

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