Netflix nach +89.797 %: Hat die Aktie eigentlich einen „Moat“?!

Eine Person mit Fernbedienung startet den Streamingdienst Netflix auf dem Fernseher
Foto: freestocks.org via Pexels

Die Netflix-Aktie (WKN: 552484) ist wirklich ein bahnbrechender Erfolg: Wenn ich auf Yahoo Finance auf die Gesamtentwicklung schaue, wird mir eine Wertsteigerung von 89.797 % angezeigt. Der Wert schwankt natürlich mit jedem Cent, den die Aktie steigt oder fällt. Aber wer frühzeitig investierte, freut sich heute über ein großes Vermögen.

Ich habe erst spät in die Netflix-Aktie investiert. Liege dennoch gut im Plus. Mittlerweile frage ich mich aber immer mehr, ob das Streaming-Unternehmen überhaupt einen Moat hat. Also einen fixen Wettbewerbsvorteil, der gegen die aufstrebende Konkurrenz schützt.

Das fragst du dich auch? Ausgezeichnet! Dann legen wir besser gleich los. Denn es gibt wirklich viel, das wir thematisch anreißen sollten. Auf der Suche nach dem Moat, der Einzigartigkeit und dem Erfolgsrezept für die Zukunft.

Netflix-Aktie: Der offensichtliche Moat – die Marke!

Grundsätzlich glaube ich, dass es bei der Netflix-Aktie einen sehr starken und offensichtlichen Moat gibt. Er betrifft die Marke und den frühen Vorteil, als First-Mover in das Video-on-Demand-Streaming eingetreten zu sein. Geläufige Redewendungen sprechen vom Netflixen. Oder auch von „Netflix and Chill“. Für einen gemütlichen Fernsehabend. Oder auch mehr körperliche Interaktion.

In jedem Fall deutet der Wortgebrauch von Netflix auf einen hohen Marktanteil und eine gute Marktpositionierung hin. Das sehen wir auch in gängigen Kennzahlen. So besitzt der Pionier einen weltweiten Marktanteil von ca. 23 % weltweit. Das gilt als führend. Mit seiner Präsenz in 190 Ländern dieser Welt deckt das US-Unternehmen fast den gesamten Globus ab. Wir sehen daher, dass die Verbreitung, das Logo und die Verknüpfung von Video-Streaming mit der roten ikonischen Marke sehr weit verbreitet ist.

Aber das allein reicht mir nicht. Daneben gibt es natürlich auch andere Wettbewerbsvorteile, auf die Netflix zurückgreifen kann. Der Content wie Stranger Things, dessen Serienfinale in Kürze anläuft. Oder auch Squid Game und andere beliebte Klassiker. Aber das Problem beim Content ist: Er ist schnelllebig. Wir sollten uns nicht mehr darauf verlassen, dass die heutigen Kassenschlager auch in zehn Jahren noch ausgereizt werden können.

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Weite Verbreitung, Skaleneffekte & mehr!

Wir können den Wettbewerbsvorteil oder den Moat der Netflix-Aktie noch weiter fassen. Dazu zähle ich insbesondere, dass die technische Verbreitung weit fortgeschritten ist. Es gibt eigentlich kaum mehr ein Handy, auf dem die App nicht vorinstalliert ist. Kein PC, kein Fernseher. Nichts. Das zeigt, dass die Marke inzwischen zu den technischen Produkten gehört. Es fehlt etwas, wenn es nicht kompatibel oder installiert ist. Verbraucher wollen Netflix. Sowohl auf dem Fernseher, als auch überall. Wir können auch hier von einer latenten Stärke sprechen. Gleichwohl gilt aber auch, dass Netflix hier nicht allein ist. Alle Google-Geräte haben beispielsweise noch YouTube. Apple setzt natürlich auf sein Ökosystem. Für ein Drittunternehmen ohne eigene Hardware ist das daher ein Zeichen der Stärke. Aber ich würde es nicht überbewerten.

Weitere mögliche Wettbewerbsvorteile sehen wir darin, dass Netflix profitabel wächst. Das Unternehmen hat das Stadium verlassen, indem man neue Kunden mit steigenden Fixkosten hat. Oder wo man jeden freien US-Dollar in die Reichweite, Marketing, Content oder was auch immer stecken muss. Das ist quasi ein Größenvorteil. Denn mit über 300 Mio. aktiven Nutzern gibt es hier eine starke Basis (ein weiterer Vorteil, der aber eher die Marktdurchdringung betrifft). Aber es führt eben auch dazu, dass Netflix mit seiner Größe eine bessere Kostenstruktur hat und mehr Gewinn erwirtschaftet, als ein kleines Streaming-Unternehmen, das sich gerade erst seine Nutzerschaft ausbaut.

13+1 | RisikoReich

Zu guter Letzt sehen wir, dass Netflix Pricing-Power besitzt. Die Preise für die Abonnements steigen konsequent. Trotzdem wächst die Nutzerbasis weiter. Das wiederum deutet auf eine niedrige Preiselastizität hindeutet. Doch all das referiert auch wiederum nur zum Content und zur Marke.

Mein Fazit: Die Netflix-Aktie hat eigentlich nur einen Moat!

Um daher zu ein Fazit zu ziehen: Eigentlich hat die Netflix-Aktie nur einen echten Moat. Das ist die Marke und der Vorteil, der First-Mover in dem Markt zu sein. Aber einen echten Wettbewerbsvorteil sehr ich, ehrlich gesagt, nicht. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wir bei Netflix immer auf die Inhalte, die Kostenstruktur und andere Feinheiten achten müssen. Der Erfolg spricht für sich. Aber er basiert eben auch auf konsequenter Arbeit.

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Vincent besitzt Aktien von Alphabet und Netflix. Aktienwlt360 empfiehlt Aktien von Alphabet, Apple und Netflix.



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