Rheinmetall: So vielversprechend ist die Aktie wirklich

Rheinmetall So vielversprechend ist die Aktie wirklich

Jahrelang dümpelte die Aktie von Rheinmetall (WKN: 703000) mehr oder weniger vor sich hin. Bis 2022. Mit der Invasion von Russland in die Ukraine kam auch Bewegung in den Aktienkurs des Verteidigungskonzerns. Die Rheinmetall-Aktie stieg seither gemächlich vor sich hin, bis Anfang 2025 eine regelrechte Kursexplosion erfolgte. Seit Jahresbeginn stieg das Papier um über 160 % (Stand: 10.12.2025, maßgeblich für alle Angaben) auf rund 1.588 Euro. Der Grund: Die EU möchte bis 2030 massiv aufrüsten.

Die aktuelle Performance ist beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, dass die Rheinmetall-Aktie gegen Ende November stark eingeknickt ist. Grund dafür sind immer wiederkehrende Nachrichten über Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland – die mal besser, mal schlechter laufen. Aktien von Rüstungsunternehmen reagieren logischerweise negativ auf eigentlich positive Nachrichten. Denn wenn es keine Kriege gäbe, würde es keinen Bedarf an Aufrüstung geben.

Realistisch betrachtet, ist es womöglich naiv, zu hoffen, dass die Welt ohne gewaltsame Auseinandersetzungen auskommt. Und unabhängig von dem Ausgang im Ukraine-Krieg, möchte die EU bis 2030 800 Mrd. Euro in die Aufrüstung investieren, um die europäische Souveränität zu schützen. In diesem Zusammenhang habe ich mich damit auseinandergesetzt, wie vielversprechend die Rheinmetall-Aktie im Moment für langfristig orientierte Investoren ist.

Das Geschäftsmodell von Rheinmetall

Wie Rheinmetall sein Geld verdient, ist schnell erklärt: Als Rüstungskonzern produziert und verkauft das Unternehmen Waffentechnologien. Je mehr gewaltsame Auseinandersetzungen oder Konfliktpotenziale es auf der Welt gibt, desto höher ist die Nachfrage nach den Gütern von Rheinmetall. Doch wie gliedert sich das Geschäft genau auf? Und wie verändert es sich im Augenblick? Das habe ich mir genauer angesehen.

Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf stellt sich gegenwärtig besser für die Zukunft auf und wird ab 2026 in folgenden Segmenten berichten:

  • Fahrzeugsysteme: Panzer und andere Einsatzfahrzeuge.
  • Waffen und Munition: Verschiedenste Arten von Artilleriesystemen und Munition.
  • Luftabwehr: Dieser Bereich umfasst beispielsweise Raketen- und Drohnenabwehrsysteme.
  • Digitale Lösungen: In diesem Bereich geht es um die Kriegsführung mittels künstlicher Intelligenz, Quantum-Computing und allgemeinen Cyberangriffen.
  • Marine: Rheinmetall wird die Marinesparte Naval Vessels Lürssen der Bremer Lürssen-Werft übernehmen, um sich auch in diesem Bereich aufzustellen.

In allen Bereichen rechnet das Management von Rheinmetall mit Wachstum. Allein Deutschland, das sein Militär jahrzehntelang vernachlässigt hat, möchte im Rahmen der europäischen Aufrüstung zur „größten Militärkraft in Europa“ aufsteigen. Dazu nimmt unsere Regierung viel Geld in die Hand. Es sollen Gelder in Digitalisierung (35 Mrd. Euro), Satelliten (35 Mrd. Euro), Fahrzeuge (50 Mrd. Euro), Munition (80 Mrd. Euro), Marine (80 Mrd. Euro), Luftabwehr (10 Mrd. Euro) und in Drohnen (10 Mrd. Euro) fließen.

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Finanzen und Zukunftsaussichten

Die hohe Nachfrage nach Aufrüstung sorgt für eine gute finanzielle Lage bei Rheinmetall. Der Konzernumsatz stieg im Jahresvergleich in den ersten neun Monaten 2025 um 20 % auf 7,5 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis lag mit 835 Mio. Euro 18 % höher als im Vorjahr und entspricht einer Marge in Höhe von 11 %. Auch wenn diese Ergebnisse durchaus positiv sind, ist die Frage berechtigt, warum Rheinmetall an der Börse gegenwärtig mit rund 72,50 Mrd. Euro bewertet wird.

Vornehmlich liegt das an dem prall gefüllten Auftragsbuch. Zum dritten Quartal 2025 meldete der Verteidigungskonzern hier einen Wert in Höhe von 64 Mrd. Euro. Für mehr Fantasie im Kurs sorgen die zuvor erwähnten 800 Mrd. Euro, die EU-weit in Aufrüstung investiert werden sollen. Darüber hinaus möchte Rheinmetall auch in den USA Fuß fassen und dort Geschäft an Land ziehen. Im Moment zählen „nur“ Europa, Deutschland und die Ukraine zu den Kernmärkten von Rheinmetall.

Die Rüstungsindustrie boomt. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass Rheinmetall einen steigenden Anteil in diesem Markt für sich gewinnen wird. Auch wenn der Ukraine-Krieg von heute auf morgen beendet werden würde, blieben aufgrund der vielen Aggressionen weltweit Sicherheitsbedenken. Offensichtlich kommt man zum eigenen Schutz heutzutage nicht mehr aus, auf eine starke Militarisierung zu verzichten.

So vielversprechend ist die Rheinmetall-Aktie wirklich

Rheinmetall ist in einem Markt tätig, der ohne jeden Zweifel in den kommenden Jahren wachsen wird. Allein die Auftragslage zeigt, mit welchen Geldströmen das Unternehmen in Zukunft rechnen kann. Wer am Anfang des Jahres oder sogar noch früher investiert war, hat einen wirklich guten Riecher bewiesen. Doch lohnt sich ein Einstieg in die Rheinmetall-Aktie auch jetzt noch?

Aus meiner Sicht liegen die Bewertungskennzahlen wie KGV mit rund 92 und Kurs-EBIT-Verhältnis mit ca. 70 schon sehr hoch. Für so hohe Multiplen sind die Margen auch verhältnismäßig schlecht, was aber sicherlich auch an den Investitionen des Managements liegt. Ich schließe nicht aus, dass Rheinmetall in ein paar Jahren noch wesentlich mehr wert sein wird.

Trotzdem habe ich mich persönlich während der Recherche zu diesem Artikel dazu entschieden, von einer Investition in die Rheinmetall-Aktie Abstand zu nehmen. Nicht nur, weil mir die Bewertung etwas zu hoch erscheint. Sondern auch, weil ich lieber in Geschäftsmodelle investieren möchte, die der Welt etwas Positives beitragen – und mit denen sich genauso gut langfristig attraktive Renditen erzielen lassen.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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