Wenn ich 2026 nur eine Aktie kaufen dürfte – genau diese wäre es!

Schwarz-weißes Bild eines Bullen vor einem Aktienchart
Foto: Gerd Altmann via Pixabay

Der Gedanke, sich für ein ganzes Jahr oder länger auf nur eine Aktie festzulegen, fühlt sich an, als müsste man sich auf einer sehr guten Speisekarte für genau ein Gericht entscheiden. Am liebsten würde man ja alles mal durchprobieren, doch der Magen spielt nicht mit. Also liegt der Fokus auf einem Gericht, das schmeckt.

Salesforce (WKN: 915964) ist für mich derzeit genau die richtige Börsenspeise: Sie ist nicht modisch angerichtet, aber nahrhaft, bewährt und überraschend zukunftsfähig. Vor allem überzeugt mich die derzeit historisch niedrige Bewertung. Dafür gibt es Gründe.

Das Geschäftsmodell: Klebstoff für Unternehmen

Salesforce ist zwar in einem CRM-Unternehmen entstanden, hat sich aber längst zu einem vielseitigen Anbieter entwickelt. Das Kerngeschäft besteht darin, Unternehmen eine zentrale Plattform zu bieten, auf der Kundenbeziehungen, Vertriebsprozesse, Marketing, Service, Datenanalyse und zunehmend auch Automatisierung zusammenlaufen.

Der entscheidende Punkt ist die Tiefe der Integration. Salesforce sitzt nicht am Rand der IT-Landschaft, sondern im operativen Herzen vieler Konzerne. Wer Vertrieb, Kundendaten, Service-Tickets und Forecasts über Salesforce laufen lässt, ersetzt dieses System nicht leichtfertig. Ein Wechsel wäre teuer, riskant und organisatorisch schmerzhaft.

Der Burggraben: Wechselkosten und Ökosystem

Der eigentliche Burggraben von Salesforce ist weniger technologisch als strukturell geprägt. Hohe Wechselkosten, eine enorme Verbreitung im Enterprise-Segment sowie ein riesiges Partner- und Entwickler-Ökosystem sorgen für eine fast selbstverstärkende Marktstellung.

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Unternehmen bauen individuelle Prozesse, Schnittstellen und Workflows auf Salesforce auf. Berater, Entwickler und Administratoren spezialisieren sich über Jahre hinweg auf genau diese Plattform. Dadurch entsteht eine Abhängigkeit, die nicht negativ, sondern stabilisierend wirkt. Salesforce wird zur Infrastruktur, nicht zum Werkzeug.

Das kennen wir alle vom Rivalen SAP (WKN: 716460), der sich ebenfalls langfristig gut entwickelt hat. Doch Salesforce ist eine Spezialisierung im Bereich der Business-Software und macht etwas in einem Teilbereich noch besser als SAP.

Aktuell zeichnen sich zudem Bewertungsunterschiede zugunsten von SAP ab, die aus meiner Sicht überteuert ist. Letztendlich kommt es jedoch auf den Glauben der Investoren an. Und hier hatte Salesforce zuletzt wenig KI-Fantasie und konkretes Wachstum vorzuweisen.

KI: Unterschätzt bei Salesforce, weil sie leise kommt

Aber so schlimm steht es nicht um Salesforce. Während andere Unternehmen KI als Revolution verkaufen, integriert Salesforce sie pragmatisch in bestehende Abläufe. Mit Einstein und den neuen Agentforce-Ansätzen kommt künstliche Intelligenz dort zum Einsatz, wo sie einen messbaren Nutzen stiftet: im Vertrieb, im Kundenservice und in der Prozessautomatisierung.

Der große Vorteil ist der exklusive Zugriff auf strukturierte, unternehmenseigene Kundendaten. KI ohne Daten ist Spielerei, KI mit hochwertigen CRM-Daten hingegen eine Produktivkraft. Genau hier sitzt Salesforce auf einem Schatz, den der Markt noch nicht vollständig einpreist.

Fazit zur Salesforce-Aktie: Unterirdisch günstig für 2026

Obwohl Salesforce über hohe Cashflows, steigende Margen und eine disziplinierte Kostenkontrolle verfügt, wird das Unternehmen für 2026 mit einem Free-Cashflow-Multiplikator von rund 17 bewertet. Das ist für ein Unternehmen mit starkem Burggraben, wiederkehrenden Erlösen und realistischem KI-Upside-Potenzial bemerkenswert niedrig. 

Gut, das Wachstum ist auch abgeflacht. Doch ich denke, dass es mittelfristig immer noch zweistellig ausfallen kann. Sollte Salesforce lediglich weiter stabil wachsen und seine KI-Funktionen monetarisieren, wirkt diese Bewertung eher wie ein Missverständnis als wie ein fairer Preis. Genau deshalb wäre Salesforce meine Top-Aktie für 2026.

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Frank besitzt Aktien von Salesforce und SAP. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Salesforce und SAP.



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