Berkshire Hathaway: Die Dividende als Gamechanger

Warren Buffett auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway
Foto: Peter Roegner

Wird Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) jemals eine Dividende zahlen? Solange Warren Buffett als CEO agierte, war klar: nein. Denn der Starinvestor selbst erklärte ein ums andere Mal, dass er Besseres mit dem Geld anfangen könne. Er würde es nutzen, um den Zinseszinseffekt intakt zu halten. Für lange Zeit galt dieses Wort als Gesetz.

Nun ist Warren Buffett nicht mehr CEO von Berkshire Hathaway. Umso mehr Investoren fordern jetzt eine Dividende (las ich zumindest in US-Medien so). Mit Greg Abel könne sich eine neue Ära der Kapitalrückführungen etablieren. Neben einem klaren Plan für Aktienrückkäufe sei es Zeit, eine Dividendenpolitik einzuführen. Zumal das US-amerikanische Konglomerat mit über 380 Mrd. US-Dollar in Cash und kurzfristigen Investitionen über mehr als ausreichend Spielraum verfügt.

Ich sage es ganz ehrlich: Eine Dividende würde bei Berkshire Hathaway zu einem Gamechanger. Aber nicht nur im positiven Sinne. Sehen wir uns beide Bedeutungsdimensionen an. Ob du sie begrüßen würdest? Deine Entscheidung. Wobei Greg Abel sowieso für eine Ausschüttung votieren müsste, damit sie erfolgt.

Berkshire Hathaway: Mit Dividende plötzlich verbindlich

Würde Berkshire Hathaway eine Dividende zahlen, wären zwei Optionen denkbar. Entweder es gibt eine einmalige Zahlung. Oder das Management etabliert einen fixen und regelmäßigen Dividendenplan. Beides hätte definitiv Nachteile. Aber auch Vorteile, auf die wir gleich noch eingehen. Eine einmalige Ausschüttung, um einen größeren Teil des Cashs an die Investoren auszuschütten, wäre durchaus denkbar. Denn es würde den verbindlichen Charakter reduzieren. Mal angenommen, es würden 100 Mrd. US-Dollar einmalig an die Investoren fließen. So würde das zu einer Dividendenrendite von etwa 9 % führen. Immerhin: Es wäre nach einem Streich vorbei.

Gleichzeitig würde Berkshire Hathaway aber auch die Möglichkeit verlieren, diese 100 Mrd. US-Dollar wertsteigernd einzusetzen. Zukäufe? Wären dann „nur“ noch mit 280 Mrd. US-Dollar möglich. Klar, auch das bleibt ein großer Batzen Geld. Aber es geht mir darum, das Prinzip zu unterstreichen, dass der Gesamtkonzern damit seinen großen Puffer massiv aufzehren würde. Für einmalig 9 % Dividende? Hm. Vielleicht nicht der beste Deal.

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Daneben könnte Berkshire Hathaway regelmäßige Ausschüttungen anvisieren. Wobei eines wohl nicht im Sinne von Warren Buffett wäre: eine immer stabile Dividende aufzusetzen. Das Versicherungsgeschäft ist zyklisch, die Energiesparte ebenso. Beide Einheiten bedeuten Volatilität im operativen Verlauf. Natürlich könnte der Konzern stets 10 % seines freien Cashflows (oder so) auszahlen und den Wert konstant halten. Aber gerade in Crash- oder Korrekturzeiten wären das Mittel, die das Management vermutlich auch eher für Zukäufe nutzen könnte.

Mit einer höheren Ausschüttung würde Berkshire Hathaway außerdem zu einem reifen Konzern, der freie Mittel irgendwo einfach durchreicht. Ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass das das Vermächtnis ist, das Greg Abel bei Berkshire Hathaway anstreben will. Eine Dividende würde aber exakt dazu führen.

Es gäbe auch positive Seiten!

Trotzdem hätte eine Dividende für Berkshire Hathaway auch positive Folgen. Meine These wäre, dass es der Aktie sogar guttäte. Zumindest in einem ersten Moment. Denn meiner Meinung nach würden sich bedeutend mehr institutionelle Investoren wie Pensionsfonds für die Aktie interessieren. Denn natürlich besitzt das Konglomerat Qualität. Mit einer qualitativen Dividende könnte man daher solide Erträge für die eigenen Versicherten generieren.

Daneben würde eine Dividende den werthaltigen Charakter von Berkshire Hathaway betonen. Sowie eine Form für Kapitalrückführungen schaffen, wenn die Aktie mal zu teuer ist. Warren Buffett verzichtete zuletzt schließlich auf Aktienrückkäufe, eben weil die eigene Aktie leicht teuer erschien. Mit einer regelmäßigen oder auch wechselnden Dividende könnte man eine gewisse Regelmäßigkeit an Kapitalrückführungen etablieren. Vielleicht auch in dem Sinne, dass Betrag X entweder per Rückkäufe oder per Dividende an die Investoren fließt.

Dennoch bleibe ich skeptisch. Eine Dividende von Berkshire Hathaway würde in jedem Fall den Zinseszinseffekt einschränken. Das Konglomerat lebt und wächst dadurch, dass es hohe Mittelzuflüsse gibt, die früher oder später reinvestiert werden. Und sei es nur in Aktienrückkäufe. Das aufgeben für eine Dividende? Vielleicht ein zu hoher Preis. An der Entscheidung könnte jedenfalls bereits das Vermächtnis von Greg Abel als CEO hängen.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway.



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