Jetzt 3.200 Euro in die Aktie von American Express investieren?!
Die Aktie von American Express (WKN: 850226) ist eine besondere Chance. Das US-amerikanische Kreditkartenunternehmen erledigt Dinge anders als die Konkurrenten Visa und Mastercard. Anstatt quasi eher der Namensgeber der Karten mit technischer Infrastruktur im Rücken zu sein, bietet Amex das volle Paket: von der eigenständigen Kartenausgabe bis hin zu einem Lifestyle-Angebot einschließlich Concierge-Service für höherpreisige Kartenmodelle.
Meine persönliche These basiert mit einem Einsatz von 3.200 Euro bei der Aktie von American Express darauf, dass dieses bewusste Lifestyle-Angebot den Zeitgeist trifft. Dadurch wird das Unternehmen im Vergleich zu Wettbewerbern überproportional vom Wachstum des Kreditkartenmarktes profitieren. Auch wenn US-Präsident Trump gerade den Druck erhöht: Der Markt wächst mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 7 % pro Jahr und dürfte bis zum Jahre 2033 ein Volumen von über 1,1 Billionen US-Dollar weltweit erreichen.
Trotzdem ist auch American Express keine Aktie, bei der ich sage: Sie ist jederzeit perfekt. Der Preis oder eher die Bewertung, das Wachstum und der Zyklus sind wichtig. Doch besteht jetzt ein günstiger Kaufzeitpunkt? Hier ist, was ich fundamental beobachte und in welcher Zyklusphase ich den Markt der Kreditkarten jetzt eher einordne.
American Express: Würde ich jetzt erneut 3.200 Euro investieren?!
Konkret stelle ich mir heute daher die Frage, ob ich erneut 3.200 Euro in die Aktie von American Express investieren würde. Die Aktie hat in den letzten fünf Jahren jedenfalls um über 200 % zugelegt. Sie stieg von 100 Euro auf derzeit etwa 306 Euro. Ein solches Plus will natürlich fundamental unterfüttert sein. Geliefert hat American Express in diesem Sinne: Der Gewinn je Aktie stieg von 7,99 US-Dollar im Geschäftsjahr 2019 auf zuletzt 14,01 US-Dollar im Jahre 2024. Für das Geschäftsjahr 2025 sind hingegen bis zu 15,50 US-Dollar als Gewinn je Aktie angekündigt. Das Wachstum geht weiter.
Nichtsdestotrotz sehen wir aber auch, dass der Aktienkurs stärker gestiegen ist als der Gewinn je Aktie. Das äußert sich bei einem Aktienkurs von 358 US-Dollar in einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25,5. Wir sehen daher keine klassische Value-Bewertung. Im Endeffekt wäre die Bewertung trotzdem fair, wenn American Express ein stabiles Gewinnwachstum von rund 8,5 % pro Jahr, idealerweise bis zu 10 % pro Jahr, liefern kann. Die große Preisfrage ist nun: Ist das realistisch? Es hängt wohl auch vom Konsumentenzyklus ab.
Sind die Verbraucher eher in Spendierlaune?!
American Express ist den Launen der Verbraucher quasi ein wenig ausgesetzt. Wenn sie in Spendierlaune sind, kaufen sie mehr ein. American Express spürt das wiederum in einem steigenden oder fallenden Zahlungsvolumen. Das Geschäftsmodell ist daher doch sehr zyklisch. Wichtig ist daher auch stets, wozu die Verbraucher neigen (wobei es antizyklisch sinnvoll sein kann, die Aktie im Tief zu kaufen).
Nun, bei den Verbrauchern und dem Wachstum gibt es ein gemischtes Bild. Einerseits sehen wir, dass der Ipsos Global Consumer Confidence Index bei 49,4 % steht. Hierbei handelt es sich um einen globalen Verbrauchertrend-Index, der bei diesem Wert moderaten Pessimismus bis eine neutrale Verbraucherstimmung ausdrückt. Daneben bestätigen US- oder auch deutschlandspezifische Werte wie der University of Michigan Index mit 52,9 oder ermittelte Werte von HDE oder GfK eine ähnliche Konsumentenstimmung. Gleichwohl präsentiert American Express ein gesundes Wachstum: Der Umsatz wuchs zuletzt um 9 % auf 53,2 Mrd. US-Dollar in den ersten drei Quartalen. Das Nettoergebnis je Aktie hingegen bereinigt um 15 % auf 11,85 US-Dollar. Wir sehen hier eher, dass das Management ein fantastisches Wachstum in eigentlich herausfordernden Zeiten erzielt. Wie können wir das einordnen?
Meine These ist, dass insbesondere die Inflation und Teuerung ein großer Preistreiber beim Zahlungsvolumen waren. American Express profitiert eben auch, wenn die Preise einfach höher liegen. Es könnte noch ein wenig Aufholpotenzial bei der Verbraucherstimmung geben. Allerdings hat die Aktie viel der eigentlich guten Stimmung bereits vorweggenommen.
Mein Fazit: Würde ich jetzt erneut 3.200 Euro in die Aktie von American Express investieren?!
Um daher zu einem Fazit zu kommen: Die Aktie von American Express bleibt meiner Meinung nach interessant. Das Unternehmen schafft es, in herausfordernden Zeiten zu wachsen. Den Höhepunkt im Markt haben wir noch nicht erreicht. Gleichwohl hat sich das Chance-Risiko-Verhältnis durch den deutlich gestiegenen Aktienkurs leicht verschoben. Ich würde daher jetzt nicht eine volle Position aufbauen, sondern vielleicht eher den Fuß in die Tür stellen und eine kleine Position aufbauen.
American Express kann meiner Meinung nach aber weiter wachsen. Meine Prognose geht durchaus von einem jährlichen Gewinnwachstum von mindestens 8 % pro Jahr aus. Wobei der Wert, je nach Zyklus, auch mal mit rückläufigen Gewinnen und stärkerem Gewinnwachstum wie zuletzt ausfallen kann. Das Kreditkartenunternehmen dürfte durch sein gutes Angebot mit Versicherungen, Zusatzleistungen und exklusiven Kartenmodellen aber leicht die Marktanteile zu seinen Gunsten verschieben. Auch leichte Pricing-Power ist möglich. So erhöht man jetzt beispielsweise bei den Gold-Karten den Preis von 12 auf 20 Euro, im Gegenzug für eine Karte aus Metall.
Dennoch würde ich aktuell eher warten, ehe ich bei der Aktie eine größere Investition wage. American Express besitzt Qualität, aber der Preis dürfte zumindest mittelfristig die Rendite bestimmen. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 oder darunter erscheint mir die Aktie attraktiver.
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Vincent besitzt Aktien von American Express. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von American Express, Mastercard und Visa.
